Gorgias von Leontinoi

Gorgias von Leontinoi wird um 485 v. Chr. geboren. Als Gelehrter und Redner genießt der Sophist Georgias hohes Ansehen und soll nicht nur das außerordentlich hohes Alter von 109 Jahren erreicht, sondern mit seiner Tätigkeit als Rhetor auch großen Reichtum erworben haben.
Die große Wirkung seiner Reden auf die Zeitgenossen ist u.a. durch den platonischen Dialog Gorgias belegt. Von ihm selbst überliefert ist das rhetorisches Lehrstück Lob der Helena, sowie die Abhandlung Über das Nicht-Seiende oder über die Natur. Diese ist in ihrer Deutung umstritten und gilt in ihrer parodistischen Ausrichtung den einen als „nihilistische Brandschrift“, den anderen als Parodie auf das Lehrgedicht Über das Seiende des Parmenides. Die vertretenen Thesen sind, daß 1. nichts existiert, 2. selbst wenn etwas existierte, es nicht erkennbar wäre und 3. selbst wenn etwas erkennbar wäre, es nicht mitgeteilt werden könnte.
Gorgias hat entscheidend zur Entwicklung einer rhetorischen Kunstprosa beigetragen, indem er auch für die Prosa eine poetische Ausdrucksweise fordert und die bewußte Anwendung bestimmter stilistischer Schmuckmittel („gorgianische Figuren“) verlangt.

Alle Titel

1 Artikel

pro Seite

Aufsteigende Sortierung einstellen
  1. Reden, Fragmente und Testimonien

    Herausgegeben von Buchheim, Thomas
    Philosophische Bibliothek 404. 2012.
    E-Book
    978-3-7873-3223-6

1 Artikel

pro Seite

Aufsteigende Sortierung einstellen