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Die Illusion der Formlosigkeit

Zur Kritik gegenwärtiger "Entkunstung" der Künste

Zurück zum Heft: Zeitschrift für kritische Theorie, Heft 12
DOI: 10.28937/9783866748712_3

Inhalt

Beschreibung

In der Gegenwartskunst geben zwar viele Multimedia-Künstler die radikal moderne »Idee der Formlosigkeit« auf, arbeiten aber weiter am modernen »Ideal der Formentgrenzung«. Ulrich Müller macht in seiner »Kritik gegenwärtiger >Entkunstung< der Künste« den Gegensatz von besonderer, unwiederholbarer Einzelform und universaler Kollektivform als Angelpunkt der neuzeitlichen Ästhetik erkennbar. Deren Antinomie und Dialektik, so Müllers Beobachtung, treten zurzeit in eine neue, heikle Phase: Die elektronischen Simulationsmedien etablieren einerseits neue universalistische Gattungsformen, gegen die souveräne Kunstwerke keine Chance haben. Andererseits ratifiziert die Entmaterialisierung des elektronischen Raumes aber auch die Auflö­sung gestalthafter, dauerhafter Kunstwerke ebenso wie deren Geschichtlichkeit. Und genau das ist eine Konsequenz der Formauflösung, die die Moderne betrieb.