Mehr Ansichten

Ficta et Facta

Reflexionen über den Realgehalt der Dinge bei Ovid 

Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 60. Heft 2
DOI: https://doi.org/10.28937/1000106268

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Titelei1
  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen Abstracts5
  • | Kapitel kaufen Abhandlungen11
  • | Kapitel kaufen Emmanuel Alloa: Produktiver Schein - Phänomenotechnik zwischen Ästhetik und Wissenschaft11
  • | Kapitel kaufen Burkhard Liebsch: Nicht normalisierbares Leben - Was Aristoteles’ Politik, Friedrich Schillers »ästhetische Erziehung« und Giorgio Agambens »Lebensformen« miteinander verbindet. Zum Verhältnis von Ästhetik, Sozialphilosophie und Geschichte25
  • | Kapitel kaufen Christian Grüny: Hermeneutik in Bewegung - Meg Stuarts Tanzstück "Built to last" und das Verstehen der Musik49
  • | Kapitel kaufen Thorn-R. Kray: Nothing Left to See - Arnold Gehlen on Why Contemporary Art Needs Commentary67
  • | Kapitel kaufen Ian Verstegen: Britsch’s Lesson - Synthetic Cubism as Gestalt-Perception87
  • | Kapitel kaufen Robert Kirstein: Ficta et Facta - Reflexionen über den Realgehalt der Dinge bei Ovid99
  • | Kapitel kaufen Rahel Villinger: Form und Mimesis - Elemente frühromantischer Kunsttheorie bei Husserl, Benjamin und Adorno119
  • | Kapitel kaufen Kritische Marginale141
  • | Kapitel kaufen Sebastian Lederle: Ars bene indicandi - Rezensionsessay zu Lambert Wiesing: Sehen Lassen – Über die Praxis des Zeigens. Suhrkamp: Frankfurt a. M. 2013141

Beschreibung

Die Ontologie fiktiver Objekte in fiktionalen Texten gehört zu den am meisten diskutierten Problemstellungen einer allgemeinen Fiktionalitätstheorie. Der Beitrag geht von Überlegungen Rudolf Hallers zum Realgehalt fiktiver Gegenstände aus und verbindet diese mit dem Modell der Possible Worlds Theory (PWT). Eine besondere Stärke dieser Theorie liegt darin, dass sie nicht allein zur Analyse der borders of fiction, die zwischen Realund Textwelt liegen, beiträgt, sondern insbesondere eine exaktere Differenzierung innerhalb der Textwelt selbst erlaubt, indem sie fragt, was auf Ebene einer Textual actual world (TAW) möglich, unmöglich und notwendig ist. Auf diese Weise lassen sich die Wunschwelten einzelner Figuren und ihre Konfrontation mit dem, was innerhalb einer Textwelt ›tatsächlich‹ aktualisiert wird, näher beschreiben und, wie im Fall von Ovids Exilgedichten Tristia, das literarische Spiel mit den unterschiedlichen Ebenen von Fiktivität analysieren.

The ontology of fictional objects in fictional literary texts is one of the most debated issues of a general theory of fiction. This contribution starts out from considerations by Rudolf Haller, connecting them with the model of the Possible Worlds Theory (PWT). A particular strength of this theory is that it does not only analyse the borders of fiction, which lie between the real and the text world, but that it offers in particular a more accurate differentiation within the text world itself by drawing attention to the issue of what is possible, impossible and necessary within a Textual actual world (TAW). In this way, for example, the ‘Wunschwelt’ of individual characters and their confrontation with what will be possible or actual within a particular text world, can be described in detail and, as in the case of Ovid’s exile poems Tristia, the literary play with different levels of fictitiousness can be analysed.