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Form und Mimesis

Elemente frühromantischer Kunsttheorie bei Husserl, Benjamin und Adorno 

Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 60. Heft 2
DOI: https://doi.org/10.28937/1000106269

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Titelei1
  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen Abstracts5
  • | Kapitel kaufen Abhandlungen11
  • | Kapitel kaufen Emmanuel Alloa: Produktiver Schein - Phänomenotechnik zwischen Ästhetik und Wissenschaft11
  • | Kapitel kaufen Burkhard Liebsch: Nicht normalisierbares Leben - Was Aristoteles’ Politik, Friedrich Schillers »ästhetische Erziehung« und Giorgio Agambens »Lebensformen« miteinander verbindet. Zum Verhältnis von Ästhetik, Sozialphilosophie und Geschichte25
  • | Kapitel kaufen Christian Grüny: Hermeneutik in Bewegung - Meg Stuarts Tanzstück "Built to last" und das Verstehen der Musik49
  • | Kapitel kaufen Thorn-R. Kray: Nothing Left to See - Arnold Gehlen on Why Contemporary Art Needs Commentary67
  • | Kapitel kaufen Ian Verstegen: Britsch’s Lesson - Synthetic Cubism as Gestalt-Perception87
  • | Kapitel kaufen Robert Kirstein: Ficta et Facta - Reflexionen über den Realgehalt der Dinge bei Ovid99
  • | Kapitel kaufen Rahel Villinger: Form und Mimesis - Elemente frühromantischer Kunsttheorie bei Husserl, Benjamin und Adorno119
  • | Kapitel kaufen Kritische Marginale141
  • | Kapitel kaufen Sebastian Lederle: Ars bene indicandi - Rezensionsessay zu Lambert Wiesing: Sehen Lassen – Über die Praxis des Zeigens. Suhrkamp: Frankfurt a. M. 2013141

Beschreibung

Der Aufsatz diskutiert einen Begriff ästhetischer Form als werkimmanente Reflexion bei Benjamin und Adorno (Abschnitt I). Anhand der Eröffnungspassage von Novalis’ Hymnen an die Nacht wird dieser Begriff, der selbst frühromantischer Provenienz ist, exemplarisch verdeutlicht. Dabei zeigt sich, dass ästhetische Formcum-Reflexion an eine spezifische Ähnlichkeitsbeziehung oder Mimesis gebunden ist (Abschnitt II). Mittels Ressourcen der Husserlschen Theorie des ästhetischen Bildbewusstseins lässt sich dieses Verhältnis von Mimesis und Form genauer fassen (Abschnitt III). Demnach konvergiert die Reflexion der Form mit einer mimetischen Bewegung zwischen dem Dargestellten und dem (sich) Darstellenden in einem Bild (Abschnitt IV). Der Aufsatz macht so eine vernachlässigte Entwicklungslinie frühromantischen Formdenkens im 20. Jahrhundert sichtbar, dessen Paradigma einer Korrelation von Form und Mimesis Bildwissenschaft wie Ästhetik transdisziplinär prägt.

The article discusses a notion of form as reflection in Benjamin and Adorno that can be traced back to early German Romanticism. A reading of Novalis’s Hymns to the Night exemplifies the notion and shows that form-as-reflection amounts to a mimetic relation between Dargestelltem and Darstellendem in a work of art. It is further argued that Husserl’s theory of the image, too, discusses this relation and allows to clarify the account of form in Benjamin and Adorno. The article thus reveals a neglected development of a romantic paradigm of form in 20th century image theory and aesthetics.