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Kunst als reflexive Form und als reflektierende Bewegung


Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 55. Heft 2
DOI: https://doi.org/10.28937/1000106163

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Titelei1
  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen Abstracts5
  • | Kapitel kaufen Abhandlungen11
  • | Kapitel kaufen Bernd Dollinger und Bettina Hünersdorf: Graffiti als Version und Subversion - Praxen kultureller Re-Regulierung und die Möglichkeit von Graffitiforschung11
  • | Kapitel kaufen Leander Scholz: Freiheit, Gleichheit, Sinnlichkeit - Jacques Rancière, Hegel und die holländische Malerei27
  • | Kapitel kaufen Jörg Zimmer: Der Spiegel der ›Meninas‹. Vélazquez und das Problem der Kunst41
  • | Kapitel kaufen Schwerpunktthema: Reflexivität in den Künsten61
  • | Kapitel kaufen Georg W. Bertram: Autonomie als Selbstbezüglichkeit - Zur Reflexivität in den Künsten63
  • | Kapitel kaufen Brigitte Hilmer: Kunst als reflexive Form und als reflektierende Bewegung75
  • | Kapitel kaufen Oliver Jahraus: Der fatale Blick in den Spiegel - Zum Zusammenhang von Medialität und Reflexivität87
  • | Kapitel kaufen Simone Mahrenholz: Piktoriale Reflexivität - (Nach-)Denken über Bilder als Denken in Bildern101
  • | Kapitel kaufen Frank Ruda: Radikale Reflexion - Phänomenologie der Kunst bei Merleau-Ponty115
  • | Kapitel kaufen Arno Schubbach: Selbstbezügliches Schwarz? Zur Reflexivität von Bildern127
  • | Kapitel kaufen Matthias Vogel: Musik als Medium der Reflexion?141
  • | Kapitel kaufen Besprechungen153
  • | Kapitel kaufen Sebastian Egenhofer: Abstraktion – Kapitalismus – Subjektivität. Die Wahrheitsfunktion des Werks in der Moderne, München: Fink 2008, 444 S., 255 teils farbige Abb. (Johann Frederik Hartle)153
  • | Kapitel kaufen Ralf Simon: Der poetische Text als Bildkritik, München: Fink 2009, 319 S. (Joachim Harst)159

Beschreibung

Kunst kann dann als reflexiv interpretiert werden, wenn Reflexivität nicht auf propositionalen Gehalt oder sogar sprachliche Artikulation angewiesen ist. Reflexion tritt auf in den Modi der Selbstbeziehung des Lebendigen, des Überlegens und der Selbstreferenz im Symbolischen. Kunst ist ein Reflexionsmedium, das diese Modi beansprucht und miteinander verflicht. Eine spezifisch ästhetische Reflexivität ist von und nach Kant nach dem Vorbild der transzendentalen Reflexion und in Konkurrenz zu ihr etabliert worden. Sie läßt sich als Reflexivität des ästhetischen Urteils, als emphatisches Gemachtsein, als Rückwendung auf Wahrnehmungsvollzüge oder als Begriffsreflexion verstehen. Dabei wird die Unterscheidung von Anschauung und Verstand in deren Zusammenspiel oder Abspaltung vorausgesetzt. Von der Analogie zur transzendentalen Reflexion löst sich aber erst ein Verständnis von ästhetischer Reflexivität, das von den drei Modi und ihrer Verflechtung ausgeht.

Reflexivity does not presuppose linguistic articulation or even propositional content. If it did, art could not be called reflexive. Reflexivity can be found in the self-contact of the living, in mental reflection or in symbolic self-reference. Art is a medium which claims these different modes of reflexivity and intertwines them. Aesthetic reflexivity as such has been established by Kant and his epigones, following the model of transcendetal reflection. Thus it could be specified as the reflexive structure of aesthetic judgement, or as an emphasis on a work’s being created, or as a reference to perception itself in the process of perceiving, or as a way of reflecting concepts. Aesthetic reflexivity can only be detached from the model of transcendental reflection, if it is seen as oriented towards the interaction among the three modes of reflection mentioned above, leaving aside the difference, interplay or competition between perception and conceptual capacities.