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Heidegger und die christliche Tradition

Annäherungen an ein schwieriges Thema

Blaue Reihe. 2007. 288 Seiten.
978-3-7873-2048-6. E-Book
ODER

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Vorwort5
  • | Kapitel kaufen Inhalt7
  • | Kapitel kaufen Norbert Fischer / Friedrich-Wilhelm von Herrmann: Die christliche Botschaft und das Denken Heideggers – Durchblick durch das Thema9
  • | Kapitel kaufen Friedrich-Wilhelm von Herrmann: Faktische Lebenserfahrung und urchristliche Religiosität – Heideggers phänomenologische Auslegung Paulinischer Briefe21
  • | Kapitel kaufen Martina Roesner: Logos und Anfang – Zur Johanneischen Dimension in Heideggers Denken33
  • | Kapitel kaufen Norbert Fischer: Selbstsein und Gottsuche – Zur Aufgabe des Denkens in Augustins ›Confessiones‹ und Martin Heideggers ›Sein und Zeit‹55
  • | Kapitel kaufen Johannes Schaber OSB: Heideggers frühes Bemühen um eine ›Flüssigmachung der Scholastik‹ und seine Zuwendung zu Johannes Duns Scotus91
  • | Kapitel kaufen Jean Greisch: »Warum denn das Warum?« – Heidegger und Meister Eckhart: Von der Phänomenologie zum Ereignisdenken129
  • | Kapitel kaufen Karl Kardinal Lehmann: »Sagen, was Sache ist«: der Blick auf die Wahrheit der Existenz – Heideggers Beziehung zu Luther149
  • | Kapitel kaufen Otto Pöggeler: Heideggers Weg von Luther zu Hölderlin167
  • | Kapitel kaufen Albert Raffelt: Heidegger und Pascal – eine verwischte Spur189
  • | Kapitel kaufen Paola-Ludovika Coriando: Sprachen des Heiligen. Heidegger und Hölderlin207
  • | Kapitel kaufen Joachim Ringleben: Freiheit und Angst – Heidegger zwischen Schelling und Kierkegaard219
  • | Kapitel kaufen Ulrich Fülleborn: Dichten und Denken: Bemerkungen zu Rilke und Heidegger245
  • | Kapitel kaufen Siglen und Hinweise zur Zitation265
  • | Kapitel kaufen Literaturverzeichnis267
  • | Kapitel kaufen Personenregister285

Beschreibung

Heideggers abfällige Bemerkungen zur christlichen Theologie, auch zur 'pseudotheologischen Luft' an der Nachkriegsuniversität, die ihm sehr zu schaffen mache, lassen die pointierte Deutung von Heideggers unausgesprochenen Absichten bedenkenswert erscheinen: »Indem er [Heidegger] sich gegen das kirchliche System der Heilssicherung wandte, glaubte er vielleicht selber noch 'christlicher' zu sein als die offizielle Theologie« (Jean Grondin).

Hans-Georg Gadamer sah hinter Heideggers Versuch der Destruktion der abendländischen Philosophie »das alte, wohlbezeugte Anliegen Heideggers an der originären christlichen Botschaft«.

Heideggers Beziehung zum christlichen Glauben war – nach der anfangs klaren Zustimmung – in seiner mittleren Zeit gestört und in seinen späteren Jahren schwankend und zwiespältig geworden. Aber das tiefe Interesse an der Aneignung der christlichen Tradition ist aus seinen Schriften und Vorlesungen, aus Briefen, Seminarprotokollen und Berichten belegt. Das 2006 veranstaltete Mainzer Symposion zum 30sten Todestag Heideggers galt der Erörterung seiner Beziehung zur christlichen Überlieferung an ausgewählten Stationen seines Denkwegs.

Heidegger selbst hat die Frage nach seiner 'Herkunft' aus dem Christlichen ausdrücklich bejaht. Neu publizierte Texte in der 'Ausgabe letzter Hand' förderten bisher unbeachtete Perspektiven ans Licht, die zu einem klareren Bild führen. Bereits in seiner frühen Vorlesung Phänomenologie der Anschauung und des Ausdrucks (1920) verkündete Heidegger programmatisch: »Es besteht die Notwendigkeit einer prinzipiellen Auseinandersetzung mit der griechischen Philosophie und der Verunstaltung der christlichen Existenz durch sie. Die wahrhafte Idee der christlichen Philosophie; christlich keine Etikette für eine schlechte und epigonenhafte griechische. Der Weg zu einer ursprünglichen christlichen – griechentumfreien – Theologie«.

Der Band nimmt Heideggers Stellung zu den Autoren in den Blick, die für seinen Rekurs auf das christliche Erbe besonders wichtig waren.

Hinweis des Verlages. Herrmann Heidegger hat den Verlag aufgefordert, zu dem Beitrag von Otto Pöggeler auf Seite 183 klarzustellen, dass Martin Heidegger seine politische Haltung zu keiner Zeit zu dem Entschluß geführt habe, "aus dem Leben zu scheiden". Diese Behauptung sei unseriös und nicht zu begründen. Wir kommen dem Wunsch von Herrmann Heidegger hiermit nach.