Mehr Ansichten

Sind wir Bürger zweier Welten?

Freiheit und moralische Verantwortung im transzendentalen Idealismus

Kant-Forschungen 20. 2013. 398 Seiten.
978-3-7873-2285-5. E-Book
ODER

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis5
  • | Kapitel kaufen M. Brandhorst / A. Hahmann / B. Ludwig: Einleitung7
  • | Kapitel kaufen D.H. Heidemann: Über Kants These: »Denn, sind Erscheinungen Dinge an sich selbst, so ist Freiheit nicht zu retten«35
  • | Kapitel kaufen J. Bojanowski: Ist Kant ein Kompatibilist?59
  • | Kapitel kaufen T. Rosefeldt: Kants Kompatibilismus77
  • | Kapitel kaufen D. Schönecker: Kants Grundlegung über den bösen Willen. Eine kommentarische Interpretation von GMS III, 457.25–458.5111
  • | Kapitel kaufen A. Hahmann: Ist »Freiheit die Wahrheit der Notwendigkeit«? Das Ding an sich als Grund der Erscheinung bei Kant135
  • | Kapitel kaufen B. Ludwig: Was weiß ich vom Ich? Kants Lehre vom Faktum der reinen praktischen Vernunft, seine Neufassung der Paralogismen und die verborgenen Fortschritte der Kritischen Metaphysik im Jahre 1786155
  • | Kapitel kaufen H.F. Klemme: Spontaneität und Selbsterkenntnis. Kant über die ursprüngliche Einheit von Natur und Freiheit im Aktus des ›Ich denke‹ (1785-1787)195
  • | Kapitel kaufen G. Keil: Kann man nichtzeitliche Verursachung verstehen? Kausalitätstheoretische Anmerkungen zu Kants Freiheitsantinomie223
  • | Kapitel kaufen K.R. Westphal: Die positive Verteidigung Kants der Urteils- und Handlungsfreiheit, und zwar ohne transzendentalen Idealismus259
  • | Kapitel kaufen M. Brandhorst: Woran scheitert Kants Theorie der Freiheit?279
  • | Kapitel kaufen R. Brandt: »Sei ein rechtlicher Mensch (honeste vive)« – wie das?311
  • | Kapitel kaufen S. Brauer: Alternative zu Kant? Freiheit nach Hegel in den Grundlinien zur Philosophie des Rechts361
  • | Kapitel kaufen Zu den Autoren383
  • | Kapitel kaufen Stellenregister387
  • | Kapitel kaufen Personenregister395

Beschreibung

Es ist schwierig, Kant in der Frage der Willensfreiheit eine der heute üblichen philosophischen Sichtweisen zuzuordnen. Mithilfe des »transzendentalen Idealismus« meint Kant im Ergebnis die Vereinbarkeit von Freiheit und Naturnotwendigkeit begründen zu können. Zugleich hält er an einem Verständnis von Freiheit fest, demzufolge Freiheit »absolute Spontaneität« verlangt und deshalb nicht im Naturnotwendigen aufgehen kann. Seine Antwort verweist mit der Unterscheidung von »Ding an sich« und »Erscheinung« auf zwei verschiedene »Welten« oder »Standpunkte«, von denen aus unser Handeln beschrieben werden kann – einerseits als absolut frei, andererseits als naturnotwendig.

Wie wichtig Kant gerade dieses Ergebnis seiner Kritik war, wurde von ihm wiederholt unterstrichen und in der Vorrede zur zweiten Auflage der Kritik der reinen Vernunft sogar zum eigentlichen Ziel des kritischen Projekts erhoben. Doch obwohl die kantische Philosophie sich einer verbreiteten Anerkennung erfreut, sind heutzutage die wenigsten bereit, Freiheit in einer Welt der »Dinge an sich« zu verorten. Die Gründe dafür liegen zum Teil in einer Neigung zum philosophischen Naturalismus, zum Teil in einem veränderten Verständnis von Freiheit, vor allem aber in einer grundsätzlichen Skepsis im Hinblick auf ehrgeizige metaphysische Theorien.

Der vorliegende Band diskutiert Kants Freiheitstheorie in exegetischer und systematischer Hinsicht. Die Autoren stellen unter anderem folgende Fragen: Was genau hat Kant mit der Unterscheidung von »Ding an sich« und »Erscheinung« im Sinn? Wie soll sie die Möglichkeit transzendentaler Freiheit sichern? Gelingt das, wenn man die Unterscheidung akzeptiert? Ist der transzendentale Idealismus überhaupt eine kohärente Theorie? Was bleibt von Kants Freiheitstheorie und seiner Metaphysik des transzendentalen Idealismus?