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Affektenlehre und amor Dei intellectualis

Die Rezeption Spinozas im Deutschen Idealismus, in der Frühromantik und in der Gegenwart

Herausgegeben von Violetta Waibel
2012. Unter Mitwirkung von Max Brinnich und Peter Gaitsch. 356 Seiten.
978-3-7873-2286-2. E-Book
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Inhalt

  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis5
  • | Kapitel kaufen Zitierweise und Siglen7
  • | Kapitel kaufen K.P. Liessmann: Geleitwort. Der tote Hund9
  • | Kapitel kaufen V.L. Waibel: Einleitung13
  • | Kapitel kaufen K. Cramer: Schleiermacher, Jacobi, Goethe und Spinoza33
  • | Kapitel kaufen I. Spuren der Rezeption: Spinozas Trieb- und Affektenlehre im Deutschen Idealismus und in der Romantik47
  • | Kapitel kaufen U. Renz: Zum Verhältnis von Fühlen und Erkennen bei Spinoza49
  • | Kapitel kaufen J. Kneller: Novalis’ nüchterne Rezeption der spinozistischen ›Gott-Trunkenheit‹62
  • | Kapitel kaufen J. Zovko: Hegels Würdigung von Spinozas Affektenlehre77
  • | Kapitel kaufen II. Spuren der Rezeption: Spinozas Trieb- und Affektenlehre im 19. und 20. Jahrhundert89
  • | Kapitel kaufen P. Giampieri-Deutsch: Der »Philosoph der Psychoanalyse«? Zu den Verwandtschaften zwischen Spinoza und Freud91
  • | Kapitel kaufen H. Riefenthaler: Spinoza und Sartre über Existenz, Willensfreiheit und Affekte121
  • | Kapitel kaufen U. Kadi: Affekt und Körper: Zu Jacques Lacans Spinoza-Lektüre146
  • | Kapitel kaufen A. Böhler: Deleuze in Spinoza – Spinoza in Deleuze. Wissen wir, was das Medium »Körper« kann?167
  • | Kapitel kaufen III. Spinozas dritte Erkenntnisart: Von der Liebe zu Gott zur intellektuellen Anschauung187
  • | Kapitel kaufen W. Bartuschat: Zur Rolle der dritten Erkenntnisart in Spinozas Konzeption der Ethica189
  • | Kapitel kaufen V.L. Waibel: Philosophieren als Weg des Denkens. Anmerkungen zu Spinoza und Fichte mit einem Exkurs zu Hölderlin200
  • | Kapitel kaufen A. Arndt: »Enthüllung der Substanz«. Hegels Begriff und Spinozas dritte Erkenntnisart231
  • | Kapitel kaufen U. Barth: Was heißt ›Anschauung des Universiums‹? Beobachtungen zum Verhältnis von Schleiermacher und Spinoza243
  • | Kapitel kaufen IV. Spinoza und die Debatten um den Spinozismus267
  • | Kapitel kaufen K. Ameriks: »ob die bloß scheinbare Person möglich ist«. Spinoza, Kant, Jacobi und Schleiermacher269
  • | Kapitel kaufen T. Kisser: Auf der Suche nach dem Anfang des Endlichen. Schellings Auseinandersetzung mit Spinoza286
  • | Kapitel kaufen B. Frischmann / E. Millán: Zu Friedrich Schlegels Auseinandersetzung mit Spinoza und dem Spinozismus317
  • | Kapitel kaufen R. Wiehl: Nietzsches Anti-Platonismus und Spinoza333
  • | Kapitel kaufen Über die Autorinnen und Autoren351

Beschreibung

Wichtige Aspekte der Spinoza-Rezeption sind lange Zeit im Hintergrund geblieben. Spinoza galt seit dem öffentlich gemachten Bekenntnis des Aufklärers Lessing zum Hen kai Pan als Vertreter einer Substanzenontologie für Atheisten. Friedrich Heinrich Jacobi war es, der 1785 und 1789 eine breite Debatte um Pantheismus, Atheismus, letztbegründende Prinzipien der Metaphysik, ferner um Freiheit und Notwendigkeit auslöste. Spinozas Trieb- und Affektenlehre blieb in der Forschung weitgehend unbeachtet.

Weniger lautstark als im ausgehenden 18. Jahrhundert, aber durchaus wirksam, ist Spinoza im 20. und 21. Jahrhundert durch Denker wie Gilles Deleuze oder den Neurologen Antonio Damasio erneut in den Fokus der Aufmerksamkeit geraten. Diesmal ist es Spinozas vormals wenig beachtete Affektenlehre, die für Theorien vom ganzen, nicht bloß vom einseitig rationalen Menschen Interesse weckte.

Galt das Interesse der Aufklärung der Rationalität des Denkens, die gegen Aberglauben und Irreführungen der Vernunft ins Recht zu setzen war, so wenden sich das 20. und das 21. Jahrhundert der Entdeckung der Intelligenz und Rationalität der Gefühle zu – zuerst in der Psychologie, bald auch in der Philosophie.

Der Band nimmt das neue Interesse an Spinoza zum Anlass zu untersuchen, ob und inwieweit im Deutschen Idealismus, in der Romantik und im 19. Jahrhundert bis heute der andere Spinoza, der Spinoza einer bemerkenswerten Trieb- und Affektenlehre sowie des amor Dei intellectualis, wahrgenommen wurde. Die Beiträge zu Spinoza selbst, zu Jacobi, Kant, Fichte, Schelling, Hegel, Hardenberg/Novalis, Friedrich Schlegel, Schleiermacher, schließlich zu Nietzsche, Freud, Sartre, Lacan, Deleuze zeigen, dass dieser andere Spinoza durchaus in der einen oder anderen Weise gesehen wurde.

Mit Beiträgen von Karl Ameriks, Andreas Arndt, Ulrich Barth, Wolfgang Bartuschat, Arno Böhler, Konrad Cramer, Bärbel Frischmann, Patrizia Giampieri-Deutsch, Ulrike Kadi, Thomas Kisser, Jane Kneller, Konrad P. Liessmann, Elizabeth Millán, Ursula Renz, Helma Riefenthaler, Violetta L. Waibel, Reiner Wiehl und Jure Zovko.