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Nothing Left to See

Arnold Gehlen on Why Contemporary Art Needs Commentary 

Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 60. Heft 2
DOI: https://doi.org/10.28937/1000106266

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Titelei1
  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen Abstracts5
  • | Kapitel kaufen Abhandlungen11
  • | Kapitel kaufen Emmanuel Alloa: Produktiver Schein - Phänomenotechnik zwischen Ästhetik und Wissenschaft11
  • | Kapitel kaufen Burkhard Liebsch: Nicht normalisierbares Leben - Was Aristoteles’ Politik, Friedrich Schillers »ästhetische Erziehung« und Giorgio Agambens »Lebensformen« miteinander verbindet. Zum Verhältnis von Ästhetik, Sozialphilosophie und Geschichte25
  • | Kapitel kaufen Christian Grüny: Hermeneutik in Bewegung - Meg Stuarts Tanzstück "Built to last" und das Verstehen der Musik49
  • | Kapitel kaufen Thorn-R. Kray: Nothing Left to See - Arnold Gehlen on Why Contemporary Art Needs Commentary67
  • | Kapitel kaufen Ian Verstegen: Britsch’s Lesson - Synthetic Cubism as Gestalt-Perception87
  • | Kapitel kaufen Robert Kirstein: Ficta et Facta - Reflexionen über den Realgehalt der Dinge bei Ovid99
  • | Kapitel kaufen Rahel Villinger: Form und Mimesis - Elemente frühromantischer Kunsttheorie bei Husserl, Benjamin und Adorno119
  • | Kapitel kaufen Kritische Marginale141
  • | Kapitel kaufen Sebastian Lederle: Ars bene indicandi - Rezensionsessay zu Lambert Wiesing: Sehen Lassen – Über die Praxis des Zeigens. Suhrkamp: Frankfurt a. M. 2013141

Beschreibung

Warum ist die Sprache der gegenwärtigen Kunstkritik so gesättigt mit Theorie und klingt zugleich so inhaltlich leer? Ausgehend vom Beispiel einer computergenerierten Künstlerbiographie sucht dieser Beitrag die gestellte Frage zu beanworten, indem er auf die soziologische Ästhetik Arnold Gehlens zurückgreift. Um den Gegenstand des Kunstkommentares richtig zu greifen, diskutiert er nach dem generellen Problemaufriss die Tradition der Ekphrasis, der Übertragung visueller in textuelle Repräsentationsformate, und isoliert dabei drei Entwicklungen – Professionalisierung, Ökonomisierung und Abstraktion – in ihrer Produktionsgeschichte. Mit dem Hinweis auf die ›Krise der Ekphrasis‹, bedingt durch das Erscheinen nicht-repräsentationaler Kunst, wendet sich der Beitrag seinem Kronzeugen Arnold Gehlen zu. Dessen Philosophische Anthropologie wird umrissen und mit den Gedanken aus Zeitbilder (1960) kurzgeschlossen, deren zentrale Hypothese die »Kommentarbedürftigkeit« (insbesondere) der zeitgenössischen Malerei ist. Im Kontext von Gegenwartsdebatten der Kunsttheorie kombiniert der Artikel dieses Konzept Gehlens mit linguistischen Untersuchungen über den heutigen Zustand der Sprache der Kunstkritik und bietet im letzten Abschnitt eine kritische Erklärung und (pessimistische) Diagnose des Kunstkommentars wie man ihn heute in Fachmagazinen, Feuilletons und Vernissagen findet.

Why does the language of art commentary often seem so theoretically sophisticated while jargonistically empty? Introducing the puzzle of a computer generated artistic biography, this essay uses the sociological aesthetics of German theorist Arnold Gehlen to answer this question and account for the ‘algorithmic example.’ Since art commentary deals with the translation of images into words, the first section discusses the tradition of ekphrasis and isolates three developments – professionalization, marketization, abstraction – in its conditions of production. Emphasizing the ‘crisis of ekphrasis,’ set off by non-representational art, the essay continues with its key witness Arnold Gehlen. Adumbrating his approach of ‘philosophical anthropology,’ the article connects (t)his wider circle of thought to his aesthetic theory with the idea of modern and contemporary art’s “Kommentarbedürftigkeit” (need of commentary) in the center. The conclusion uses this concept, combines it with a linguistic argument concerning International Art English, and thus offers a critical explanation for and a pessimistic diagnosis of the language of art commentary today.