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Produktiver Schein

Phänomenotechnik zwischen Ästhetik und Wissenschaft 

Zurück zum Heft: Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft Band 60. Heft 2
DOI: https://doi.org/10.28937/1000106263

Inhalt

  • | Kapitel kaufen Titelei1
  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen Abstracts5
  • | Kapitel kaufen Abhandlungen11
  • | Kapitel kaufen Emmanuel Alloa: Produktiver Schein - Phänomenotechnik zwischen Ästhetik und Wissenschaft11
  • | Kapitel kaufen Burkhard Liebsch: Nicht normalisierbares Leben - Was Aristoteles’ Politik, Friedrich Schillers »ästhetische Erziehung« und Giorgio Agambens »Lebensformen« miteinander verbindet. Zum Verhältnis von Ästhetik, Sozialphilosophie und Geschichte25
  • | Kapitel kaufen Christian Grüny: Hermeneutik in Bewegung - Meg Stuarts Tanzstück "Built to last" und das Verstehen der Musik49
  • | Kapitel kaufen Thorn-R. Kray: Nothing Left to See - Arnold Gehlen on Why Contemporary Art Needs Commentary67
  • | Kapitel kaufen Ian Verstegen: Britsch’s Lesson - Synthetic Cubism as Gestalt-Perception87
  • | Kapitel kaufen Robert Kirstein: Ficta et Facta - Reflexionen über den Realgehalt der Dinge bei Ovid99
  • | Kapitel kaufen Rahel Villinger: Form und Mimesis - Elemente frühromantischer Kunsttheorie bei Husserl, Benjamin und Adorno119
  • | Kapitel kaufen Kritische Marginale141
  • | Kapitel kaufen Sebastian Lederle: Ars bene indicandi - Rezensionsessay zu Lambert Wiesing: Sehen Lassen – Über die Praxis des Zeigens. Suhrkamp: Frankfurt a. M. 2013141

Beschreibung

Der Begriff der Phänomenotechnik, den Gaston Bachelard in den 1930er Jahren einführte, erfreut sich in der neueren Wissenschaftsforschung großer Beliebtheit, welche damit auf die technische und sozial vermittelte Dimension wissenschaftlicher Tatsachen hinweist. Im Zuge der allgegenwärtigen Rückkehr zu ›realistischen‹ Wirklichkeitsauffassungen wurde das Konzept der Phänomenotechnik mehrheitlich als ›konstruktivisches‹ Relikt verworfen. Der Beitrag schlägt eine alternative Lesart des Konzepts vor, in der es anstelle der These von der Konstruiertheit aller wissenschaftlicher Tatsachen um die spezifische Verbindung von Phänomenalität und Technizität geht: Was heißt es, davon auszugehen, dass dasjenige, was erscheint, nicht einfach gegeben ist, sondern immer erst zur Sichtbarkeit gebracht werden muss? Anstelle einer Technikauffassung, die Technik bloß auf Entlastung und auf die Fähigkeit des ›Übersehens‹ zurückführt (›Anästhesie‹ des Mediums), wird für eine Technikauffassung plädiert, die der eigentümlich hervorbringenden, aisthetisierenden Leistung des Technischen Rechnung trägt. Abschließend werden die Parameter einer noch zu schreibenden ›Techno-Ästhetik‹ benannt.

The notion of ‘phenomenotechnique’ which Gaston Bachelard introduced in the 1930’s has enjoyed popularity among historians of science who used it in order to insist upon the technical and social mediateness of scientific facts. In the wake of the current triumphal return to epistemological ‘realism,’ the idea of phenomenotechnique has been dismissed as an alleged relic of ‘constructivism.’ The article advocates for a different reading of ‘phenomenotechnique,’ which, rather than insisting on the fabrication of the scientific fact, highlights the intrinsic connection of phenomenality and technicality. Phenomena are not simply given, they must be brought to visibility. While philosophies of technique have mostly stressed that technicity consists in overlooking the process (the ‘anesthesia’ of the medium), the paper argues for a conception of technicity that makes space for its productive, aestheticizing capacity. Finally, the article gestures towards parameters of what a ‘techno-aesthetics’ could look like.