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Sensibilität der Gegenwart

Wahrnehmung, Ethik und politische Sensibilisierung im Kontext westlicher Gewaltgeschichte

Herausgegeben von Burkhard Liebsch
Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft (ZÄK), Sonderheft 17. 2018. 435 Seiten.
978-3-7873-3548-0. E-Book
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Der Band geht den Veränderungen und Grenzen ästhetischer, ethischer und politischer Sensibilität vor dem Hintergrund der Gewalterfahrungen des 20. und 21. Jahrhunderts nach.

Inhalt

  • | Kapitel kaufen CoverI
  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen Vorwort7
  • | Kapitel kaufen Burkhard Liebsch: Ästhetisch, ethisch und politisch sensibilisierte Vernunft? Einleitung in historischer Perspektive13
  • | Kapitel kaufen Zur Vorgeschichte >Moderner< Sensibilität. Sklaverei - Kolonialismus - Aufklärung39
  • | Kapitel kaufen Iris Därmann "Stealing away". Trauer und suizidiale Melancholie im transatlantischen Sklavenhandel41
  • | Kapitel kaufen Karin Harrasser: Riskante Praktiken der Bekehrung. Die musikalische Kolonisierung der Sinne61
  • | Kapitel kaufen Silke Segler-Meßner: Dekolonisierung(en): Verhandlung von Gewalt und Gemeinschaft in Jaz und Big shoot von Koffi Kwahulé83
  • | Kapitel kaufen Ruth Sonderegger: Kants Ästhetik im Kontext des kolonial gestützen Kapitalismus. Ein Fragment zur Entstehung der philosophischen Ästhetik als Sensibilisierungsprojekt109
  • | Kapitel kaufen Strittige Theoretisierungen >nach< Nietzsche127
  • | Kapitel kaufen Werner Stegmaier: Wie ist philosophische Sensibilität möglich? Anhaltspunkte in Nietzsches Gedicht Sils-Maria129
  • | Kapitel kaufen Katja Diefenbach: Über das Un/Sinnliche. Ereignis- und Zeitbegriffe in Deleuzes und Badious Ontologien unendlicher Mannigfaltigkeit151
  • | Kapitel kaufen Dieter Mersch: Affekt und Gabe. Zwei konkurrierende Paradigmen177
  • | Kapitel kaufen Andrew Haas: The Ambiguity of a Kiss195
  • | Kapitel kaufen Erik Vogt: Zu Mario Perniolas Durchquerung der sensologischen Gesellschaft213
  • | Kapitel kaufen Sinnlich-politische Sensibilität und die Sensibilität des Politischen233
  • | Kapitel kaufen Kathrin Busch: Ästhetik des Fleisches. Sensibilität bei Claire Denis & Jean-Luc Nancy 235
  • | Kapitel kaufen Christian Grüny: Der sensibelste aller Sinne. Das Hören als Hoffnungsträger 253
  • | Kapitel kaufen Lisz Hirn: Zur politischen Stimmlichkeit. Ästhetische Perspektiven aus der Dialogphilosophie Martin Bubers281
  • | Kapitel kaufen Bernhard H. F. Taureck: Sensibilität, Verständigung, Politik. Überlegungen über moderne Sensibilität und Sophokles' Antigone291
  • | Kapitel kaufen Ludger Schwarte: Radikale Sensibilität. Cornelius Castoriadis und die Begründung der Demokratie 305
  • | Kapitel kaufen Hans-Martin Schönherr-Mann: Die Wiederkehr von Weimar? Linke Sensibilität gegenüber rechtspopulistischer Politik323
  • | Kapitel kaufen An Grenzen politischer Sensibilität. Kunst, Politik, Gewalt343
  • | Kapitel kaufen Maud Meyzaud: Kafka pfeift auf den Ursprung des Kunstwerks. Über Josefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse345
  • | Kapitel kaufen Brigitte Bargetz: Sensibilität und Sentimentalität. Überlegungen zu einer politischen Grammatik der Gefühle359
  • | Kapitel kaufen Andreas Oberprantacher: Von der Kunst, nicht so visualisiert zu werden. Interferenzen an der Grenze (der Sensibilität)377
  • | Kapitel kaufen Burkhard Liebsch: Sensibilität und Gewalt heute. Wahrnehmung, Ethik und politische Sensibilisierung397
  • | Kapitel kaufen Namenregister423
  • | Kapitel kaufen Zu den Autorinnen und Autoren431

Beschreibung

»Unsere heutige Sensibilität« lässt ›uns‹ angeblich den Säuglingsmord ebenso verabscheuen wie die Folter, den Genozid und jegliche Diskriminierung. Haben wir es tatsächlich mit einem »tief greifenden Wandel der Sensibilität« zu tun, den man mit Richard Rorty besonders dem sogenannten Westen zugutehalten dürfte? Oder ist beides zu bezweifeln? Der Band "Sensibilität der Gegenwart" lotet ausgehend von Rückblicken auf die Geschichte des Kolonialismus Spielräume vor allem ästhetischer, ethischer und politischer Sensibilität, deren theoretische Deutungen und Grenzen aus. Dabei wendet er sich gegen eine selbstgerechte Inanspruchnahme menschlicher Sensibilität für sich selbst und wirft die Frage auf, ob sie vom Anderen her zu denken ist, für das bzw. für den man vielfältig sensibilisiert wird, ohne eine fertig ausgebildete Sensibilität von Natur aus mitzubringen. In einem interdisziplinären Diskurs geht es darum, zu erkunden, wie sich menschliche Subjektivität als vielfältig sensibilisierbare zwischen aisthesiologischen Registern der Wahrnehmung, Ethik und politisch motivierten Praktiken der Sensibilisierung heute darstellt. Als außerordentlich sensible (und insofern niemals normalisierbare) scheint sie in ethischer und politischer Hinsicht höchstes Lob zu verdienen, zugleich aber auch absolute Überforderung zu riskieren. Das zeigt sich nirgends deutlicher als dort, wo Gewalt und Sensibilität aufeinander treffen. Mit Beiträgen von Brigitte Bargetz, Kathrin Busch, Iris Därmann, Katja Diefenbach, Christian Grüny, Andrew Haas, Karin Harasser, Lisz Hirn, Burkhard Liebsch, Dieter Mersch, Maud Meyzaud, Andreas Oberprantacher, Hans-Martin Schönherr-Mann, Ludger Schwarte, Silke Segler-Meßner, Ruth Sonderegger, Werner Stegmaier, Bernhard H. F. Taureck und Erik Vogt.