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Kunst als Sprache - Sprachen der Kunst

Russische Ästhetik und Kunsttheorie der 1920er Jahre in der europäischen Diskussion

Herausgegeben von Nikolaj Plotnikov
Zeitschrift für Ästhetik und Allgemeine Kunstwissenschaft (ZÄK), Sonderheft 12. 2014. 446 Seiten.
978-3-7873-2411-8. E-Book
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Inhalt

  • | Kapitel kaufen Inhaltsverzeichnis3
  • | Kapitel kaufen N. Plotnikov: Einleitung: Die Staatliche Akademie der Kunstwissenschaften in der europäischen ästhetischen Diskussion der 1920er Jahre7
  • | Kapitel kaufen Kunst und Sprache. Kunstphilosophische Positionen29
  • | Kapitel kaufen R. Schmücker: »Kunst ist wie Sprache und Kunst ist nicht wie Sprache«. Versuch über eine kunstphilosophische These31
  • | Kapitel kaufen C. Möckel: Kunst und Sprache als zwei symbolische Formen in den nachgelassenen Schriften Ernst Cassirers46
  • | Kapitel kaufen K. Lüdeking: Kunst und Sprache aus der Sicht von Erwin Panofsky61
  • | Kapitel kaufen M. Siegfried: Das Kunstwerk in Heideggers Denken der zwanziger Jahre. Versuch einer Ortsbestimmung71
  • | Kapitel kaufen B. Collenberg-Plotnikov: »Das Auge liest anders, wenn der Gedanke es lenkt.« Zur Bestimmung des Verhältnisses von Sehen und Wissen bei Edgar Wind92
  • | Kapitel kaufen L. Vinciguerra: »A suggestive indefiniteness of vague«. Peirce und die sinnliche Empfindung111
  • | Kapitel kaufen Die Sprachlichkeit der Kunst als Thema der Ästhetik in Russland und Osteuropa123
  • | Kapitel kaufen R. Grübel: Kunst der Sprache, Kunst als Sprache, Sprache(n) der Kunst. Überlegungen im Ausgang von Diskussionen über das Verhältnis von Sprache und Kunst in den 1920er Jahren bei Gustav Špet und an der GAChN125
  • | Kapitel kaufen A.A. Hansen-Löve: Vom Paradigma zur Serie: Zwischen früher und später Avantgarde147
  • | Kapitel kaufen N. Podzemskaia: Die Kunsttheorie Wassily Kandinskys und die Anfänge der GAChN179
  • | Kapitel kaufen H. Schmid: Jan Mukařovský und Michail Bachtin199
  • | Kapitel kaufen Theoriedebatten an der GAChN im Kontext des deutsch-russischen Ideentransfers223
  • | Kapitel kaufen A. Dobrochotov: Die Rezeption der klassischen deutschen Ästhetik in den Arbeiten und Diskussionen der GAChN225
  • | Kapitel kaufen N. Plotnikov: Kunst als Wissen. Zu Gustav Špets Auseinandersetzung mit Konrad Fiedler247
  • | Kapitel kaufen M.C. Ghidini: Struktur und Persönlichkeit. Die Lebensphilosophie G. Simmels und die GAChN266
  • | Kapitel kaufen I. Čubarov: Die Eigen- und Fremdbedeutung der Produktionskunst in der kunstwissenschaftlichen Diskussion unter den Abwesenden: Pavel Popov, Richard Hamann und Lev Trockij281
  • | Kapitel kaufen Die Sprachen der Künste in den Diskussionen der GAChN297
  • | Kapitel kaufen O. Bobrik: Von der Empirik der angewandten Musikforschung zur Musikwissenschaft: Die Formierung der ersten russischen musiktheoretischen Konzeptionen in den Arbeiten der Musikalischen Sektion der GAChN299
  • | Kapitel kaufen V. Gudkova: Die Semantik der Theaterauff ührung: Die Theatertheorie an der GAChN309
  • | Kapitel kaufen A. Hennig: Das Ding ist ein Wort. Positionen der GAChN im Kontext des avantgardistischen Reismus322
  • | Kapitel kaufen M. Aumüller: Russische Formalismen – OPOJAZ-Formalismus und Kompositionstheorie (Zur Verwendung wissenschaftshistorischer Ordnungsbegriffe)337
  • | Kapitel kaufen M. Venditti: Philosophische Grundlagen der Literaturtheorie an der GAChN349
  • | Kapitel kaufen Anhang367
  • | Kapitel kaufen G. Špet: Probleme der modernen Ästhetik371
  • | Kapitel kaufen G. Špet: Zur Frage nach der Organisation der wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Kunstforschung402
  • | Kapitel kaufen A. Losev: Artikel: ›Kunst‹416
  • | Kapitel kaufen Diskussion des Artikels »Kunst« von A. Losev421
  • | Kapitel kaufen A. Gabričevskij: Philosophie und Kunsttheorie423
  • | Kapitel kaufen Abkürzungsverzeichnis431
  • | Kapitel kaufen Über die Autorinnen und Autoren433
  • | Kapitel kaufen Personenregister441

Beschreibung

Der Band präsentiert das breite Spektrum an Positionen in der west- und osteuropäischen Kunstphilosophie im Zusammenhang mit der Wirkung der Staatlichen Akademie der Kunstwissenschaften in Moskau (GAChN, 1921–1930). Er erschließt damit eines der produktivsten und bislang nur fragmentarisch erforschten Kapitel der Kunsttheorie des 20. Jahrhunderts.

In der Geschichte der Kunsttheorie der Moderne und insbesondere des deutsch-russischen Wissenstransfers bildet die Wirkung der Staatlichen Akademie der Kunstwissenschaften (russ. Abkürzung: GAChN) in Moskau eines der produktivsten und bislang nur fragmentarisch erschlossenen Kapitel. Hervorgegangen aus gemeinsamen Bemühungen von Künstlern (Wassily Kandinsky), Philosophen (Gustav Špet) und Kunstwissenschaftlern, ist die Akademie während ihres kurzen Bestehens (1921–1930) ein Beispiel nicht nur für eine epistemologische, sondern auch institutionelle Innovation: Sie sollte Kunst und Wissenschaft in einer produktiven Symbiose zusammenführen.

Als Forschungsinstitution neuen Typs, die eine Zusammenwirkung von Kunstphilosophie, Kunstwissenschaften, Reflexion auf die Kunstpraxis sowie Kunstpädagogik und Kunstpräsentation praktizieren sollte, verstand die Akademie ihr theoretisches Konzept als Antwort auf eine im europäischen Maßstab diagnostizierte ›Krise der Geisteswissenschaften‹ und als Versuch der Neubestimmung dieser Wissenschaften in der Moderne. Ihre Tätigkeit gehört damit zur Vorgeschichte der aktuellen Diskussionen über die Rolle der Kunst in der ›Wissensgesellschaft‹ sowie über Möglichkeiten und Dimensionen einer wissenschaftlichen Erforschung der Kunst.

Die Debatten an der GAChN über E. Cassirer, G. Simmel, K. Fiedler, R. Hamann, O. Walzel, E. Panofsky u. a. zeugen von einem gemeinsamen deutsch-russischen Diskussionsraum und werfen ein neues Licht auf die europäische Dimension der Kunstforschung in der Zwischenkriegszeit. Die GAChN ist, durch die Umstände ihrer Schließung und die politischen Repressionen gegen ihre Mitglieder, nur eine kurzlebige Institution gewesen; ihre Bedeutung für die von ihr beeinflußte intellektuelle Bewegung kann erst heute aus den Archiven rekonstruiert werden.