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Schwein und Zeit. Tiere, Politik, Revolte

Nautilus Flugschrift

Amir, Fahim

Nautilus Flugschrift

2022

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Ausgezeichnet mit dem Karl-Marx-Preis 2018 "Bei Tieren wird die Linke rechts", postuliert Fahim Amir und holt zum Gegenschlag aus. Kritik an Umweltzerstörung oder industrieller Tierhaltung basiert meist auf konservativen Ideen einer "unberührten Natur" oder auf der ökokapitalistischen Sorge um nachhaltiges Ressourcenmanagement. Gegen die Romantisierung der Natur setzt Amir Politik statt Ethik. Statt Tiere kulturpessimistisch zu bloßen Opfern zu erklären, wird ihre Geschichte aus einer Perspektive der Kämpfe erzählt: Wie renitente Schweine maßgeblich die Entwicklung der modernen Fabrik bestimmt haben. Wie unbeherrschte Ansammlungen von Menschen und Tieren sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Zähmung New Yorks widersetzten. Wie Singvögel in der Stadt sich dank hoher Östrogenspiegel im Abwasser dopen und das Nikotin von Zigarettenstummeln zur Parasitenabwehr in ihren Nestern nutzen. Die Geschichte malariöser Moskitos und der Versuche ihrer Bekämpfung wirft ein stroboskophaftes Licht auf neokoloniale Beziehungen zwischen medizinischen und politischen Fieberschüben. Es gibt kein Zurück in die vermeintlich reine Natur – neue urbane Ökologien sind jedoch eine Chance für neue Konzepte des Miteinanders und Gegeneinanders. Nicht um moralische Selbsterhöhung oder marktförmige Imaginationen gesellschaftlicher Reform durch korrekten Konsum geht es hier, sondern um utopische Momente, die die Gegenwart zum Stottern bringen.Fahim Amir lebt als Philosoph und Autor in Wien. Amir lehrte an Universitäten und Kunsthochschulen in Europa und Lateinamerika; er beschäftigt sich mit den Übergängen von NaturKulturen und Urbanismus, Kunst und Utopie, kolonialer Historizität und Modernismus. Amir war u.a. Kurator des Live Art Festivals »Occupy Species« Hamburg, 2013), der Kunstausstellung »Salon Klimbim« Wien, 2014) und des Symposiums für Neue Musik »Excess. Forum for Philosophy and Art« (Internationale Ferienkurse Darmstadt, 2016). Er arbeitete mit Künstler*innen wie Chicks on Speed, Deichkind, Ted Gaier und Rocko Schamoni. Amir war u.a. Mitherausgeber von »Transcultural Modernisms« (Sternberg Press, 2013) und schrieb das Nachwort zur deutschen Übersetzung von Donna Haraways »Manifest für Gefährten« (Merve, 2016). »Schwein und Zeit« wurde mit dem österreichischen Karl Marx Preis geehrt, stand auf der Sachbuch-Bestenliste von Deutschlandfunk Kultur, ZDF und Die Zeit und wurde von Goethe-Institut und Frankfurter Buchmesse zu einem des besten Bücher des Jahres 2019 gewählt. Es ist ins Englische (Between the Lines, 2020) und Persische (Elm, 2021) übersetzt worden und erscheint 2022 in französischer Übersetzung (Editions Divergences). Auszüge des Buches wurden 2021 am Wiener Burgtheater aufgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover U1
Inhaltsverzeichnis 3
Vorwort zur zweiten Auflage 5
Einleitung 11
Mit der Kraft der Taube: Auf alles scheißen 35
Die schweinische Multitude: New York / Paris / London 53
Renitente Schweine und die Geburt der Fabrik 75
Neoliberale Bienen, Soli-Moskitos und Anarcho-Termiten 101
Andere Ökologien: Berghain, Östrogene und Vogelnester 129
Politik statt Moral 151
Anmerkungen 170
Anmerkungen zum Vorwort 171
Anmerkungen zur Einleitung 171
Anmerkungen zu Mit der Kraft der Taube 173
Anmerkungen zu Die schweinische Multitude 176
Anmerkungen zu Renitente Schweine und die Geburt der Fabrik 178
Anmerkungne zu Neoliberale Bienen, Soli-Moskitos und Anarcho-Termiten 183
Anmerkungne zu Andere Ökologien 190
Anmerkungen zu Politik statt Moral 193
Literatur 197