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Satire und Postmoderne – unvereinbare Gegensätze?

Aktualisierungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten des Satirebegriffs im Kontext des postmodernen Romans

Heuer, Claudia

Anglistische Forschungen, Bd. 439

2014

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Kann man nach der Postmoderne noch satirische Romane schreiben? Immerhin ist die traditionelle Haltung von Satiren ihrem Gegenstand gegenüber – seine eindeutige Verurteilung – vor dem Hintergrund des ontologisch-epistemologischen Zweifels der Postmoderne kaum mehr haltbar. Gleichzeitig ähneln sich postmoderne und traditionell satirische Romane hinsichtlich ihrer Gestaltungsmittel, lassen sich doch die Instrumente des satirischen ‚Arsenals‘, insbesondere ihre Ironie und ihre parodistischen Techniken, fast ausnahmslos auch als Charakteristika des postmodernen Romans auffassen. Hieraus wurde entweder gefolgert, satirisches Schreiben sei unter postmodernen Bedingungen nicht länger möglich oder die Postmoderne wurde zu einer „satirischen Ära“ erklärt. Die Arbeit kritisiert solche Ansätze und untersucht stattdessen die veränderte Funktion satirischer Mittel. So versucht sie Verallgemeinerungen zu vermeiden, die der Komplexität von zeitgenössischen satirischen Texten nicht gerecht werden.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhalt 5
1 Einleitung 9
1.1 Satire und Postmoderne – unvereinbare Gegensätze? 9
1.2 Satire im zeitgenössischen Kriminalroman? 21
1.3 Zum Aufbau einer satirischen Provokation 28
2 Satirizing the Satirist? Zur Struktur der satirischen Kommunikation 31
2.1 Die drei Pole der satirischen Kommunikation 33
2.2 Satirische Aggression und moralische Autorität 35
2.3 Der satirische Sprecher als unzuverlässiger Erzähler 36
2.3.1 Zum Begriff des unzuverlässigen Erzählens 37
2.3.2 Satirisch-rhetorische Unzuverlässigkeit 40
2.4 Unzuverlässiges Erzählen und postmoderne Subjektivität 42
2.5 Fallen für den Leser: Christopher Brookmyre 44
2.6 Die Weisheit des Wurms: blinde Flecken in Irvine Welshs Filth 57
2.7 The Difference Satire Makes in Will Selfs My Idea of Fun 69
2.8 Mehrdimensionale Unzuverlässigkeit in Bret Easton Ellis’ American Psycho 77
2.9 Der voll verantwortliche Leser – Zwischenergebnis 91
3 Mittel der satirischen Reduktion 93
3.1 Postmoderne Ironie als Hindernis in der Satirerezeption? 93
3.1.1 Die Postmoderne als ‚ironische Ära’ 94
3.1.2 Antiphrasische und ambige Ironien 96
3.1.3 Ironie als Diskurshoheit 99
3.1.4 Postmoderne Ironie 101
3.1.5 Interaktion von Ironien 107
3.2 Satirischer Humor zwischen Tendenz und Harmlosigkeit 109
3.3 Das satirisch Groteske und die Umwertung der Werte 114
3.4 Navigationen im unsicheren semantischen Gravitationsfeld: Diskurskontrolle durch Ironie, Humor und Groteske? 120
3.4.1 Tragische Ironie und humorfreie Groteske in Filth 120
3.4.2 My Idea of Fun als Grenzgang der satirischen Reduktion 124
3.4.3 Im Spannungsfeld von Affirmation und Kritik: Der Schrecken von American Psycho 138
3.4.4 Brookmyres fragwürdige Ironiker und andere Unzulänglichkeiten 145
3.5 Semantische Unschärfen – Zwischenergebnis 154
4 Intertextuelle Strategien als Lösung postmoderner Probleme? 157
4.1 Zum Begriff der Intertextualität 158
4.1.1 Intertextualität als Textbezug 159
4.1.2 Intertextualität und Wirklichkeitszugriff 160
4.1.3 Die satirische Ausgestaltung von Intertextualität als Wirklichkeitszugriff 162
4.1.4 Satirische Intertextualität auf unterschiedlichen diegetischen Ebenen 164
4.2 Von Aktualisierungen und Abgrenzung: intertextuelle Strategien 166
4.2.1 Filth als Anti-Detektivroman 166
4.2.2 My Idea of Fun als metafiktionales Experiment 170
4.2.3 American Psycho im intertextuellen Netzwerk 175
4.2.4 Christopher Brookmyres affirmative Nicht-Affirmation 183
4.3 Intertextualität als Schlüssel zu postmodernen Satiren – Zwischenergebnis 192
5 Satirische Wirklichkeiten 193
5.1 Zur Struktur des satirischen Wirklichkeitsbezugs 194
5.1.1 Satirischer Realitätsbezug als amimetischer Verweis 194
5.1.2 Ästhetische Funktion des satirischen Realitätsbezugs 195
5.1.3 Im Spannungsfeld von Realitätsbezug und Verzerrung 197
5.2 Realismus in der crisis of representation 199
5.2.1 Begriffsklärung crisis of representation 200
5.2.2 Crisis of representation als epistemologisches und ontologisches Problem 201
5.2.3 Crisis of representation als semiotisches Problem 204
5.3 Kontrastmittel literarischer Realismus 205
5.3.1 Hyperrealismus 207
5.3.2 Magischer Realismus 208
5.4 Texte aus der Krise 209
5.4.1 Magisch realistische Elemente in Filth 211
5.4.2 Die Wirklichkeit als Spiel in My Idea of Fun 214
5.4.3 Wahn im Überfluss der Zeichen: Die Wirklichkeit von Patrick Bateman 220
5.4.4 Christopher Brookmyre und das Ausloten semiotischer Möglichkeiten 230
5.5 Zwischen fabulation und Rückübertragung – Zwischenergebnis 239
6 Schlussbetrachtungen 241
Literaturverzeichnis 245
Quellen 245
Sekundärliteratur 246