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Entwürfe des Glücks und des guten Lebens in englischen Romanen vom 18. zum 20. Jahrhundert

Röder, Katrin

Anglistische Forschungen, Bd. 452

2015

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Monografie analysiert literarische Darstellungen von Glück und dem guten Leben aus den Perspektiven der Ethik und Hermeneutik der Existenz. Untersucht werden die Verhandlung unterschiedlicher Diskurse und Konzeptionen von Glück und dem guten Leben (v.a. des utilitaristischen Glücksstrebens, der Selbstsorge und der Eudämonie, aber auch religiöser, spiritueller und folkloristischer Konzeptionen von Glück) in englischen Romanen im Kontext von Geschlechterdifferenz und Postkolonialismus. Glück erscheint hierbei nicht als feststehende Konzeption, vielmehr basiert seine Darstellung auf hermeneutischen Praktiken des Erzählens, Deutens und Bewertens von Lebensgeschichten, die kontingente Sinnzusammenhänge zwischen Ereignissen der Handlung sowie vorläufige, kontingente Bewertungen von Ereignissen, Erfahrungen, Lebensweisen, Bedürfnissen, Weltanschauungen und gesellschaftlichen Strukturen erzeugen und Leser zur eigenen Bewertung und Deutung literarischer Lebensgeschichten anregen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhaltsverzeichnis 5
Dank 9
1 Einleitung 11
1.1 Untersuchungsgegenstand, Forschungsstand und Zielsetzung 11
1.2 Glück und Subjektbildung 22
1.3 Theoretischer Ansatz und Fragestellung 28
1.4 Glück und literarisches Erzählen 39
1.5 Literarische Darstellungsformen des Glücks 42
1.6 Kriterien der Primärtextauswahl 45
2 Begriffsbestimmung und Konzeptionen von Glück 47
2.1 Etymologie 47
2.2 Glück und Freude 48
2.3 Schicksal, Fortuna, Vorsehung 50
2.4 Glück im Christentum und im Islam 56
2.5 Glück im Märchen 59
2.6 Glücksstreben und Utilitarismus 60
2.7 Eudämonie und Selbstsorge 68
2.8 Glück als unverfügbare Erfahrung und Augenblicksglück 78
3 Utilitaristisches Glücksstreben und religiöse Askese in Daniel Defoes Crusoe-Romanen (1719, 1720) 83
3.1 Defoes Crusoe-Romane in der Kritik 83
3.2 Defoes Crusoe-Romane im Kontext eines Paradigmenwechsels der Glückskonzeptionen 86
3.3 Profitstreben, Abenteuerlust und das Glück der „middle station of life“ 88
3.4 Bekehrung, religiöse Askese und Koloniegründung 92
3.5 Glückliches Landleben, Rastlosigkeit und erneuter Aufbruch 102
3.6 Freude und kulturelle Differenz 105
3.7 Missionarische Tätigkeit 108
3.8 Der Niedergang der Inselkolonie und rastloses Profitstreben 109
3.9 Fremdenhass und die Abwesenheit von Glück 114
3.10 Utilitaristisches Glücksstreben und das Glück der Kontemplation 115
4 Zur Wahl des guten Lebens in Samuel Johnsons Rasselas (1759) 119
4.1 Rasselas in der Kritik 119
4.2 Zur Bedeutung der Wahl der Lebensform 121
4.3 Das glückliche Tal 124
4.4 Begehren und Glücksuche 126
4.5 Glück ohne Ende 133
5 Alternative Formen von Glück in Charlotte Brontës Jane Eyre (1847) 137
5.1 Kontext und Kritik 137
5.2 Leseglück: Beschäftigung mit der Natur, anderen Lebewesen und anderen Orten 144
5.3 Freiheit, Glück in der Natur, Selbstbestimmung und Glücksstreben 147
5.4 Liebe im Spannungsfeld von Gleichheit und Ungleichheit 158
5.5 Selbstsorge 165
5.6 Glück als Sorge 176
6 Neue Formen des guten Lebens in Virginia Woolfs The Years (1937) 185
6.1 Kontext und Kritik 185
6.2 Leben als Fassade im Spätviktorianismus 188
6.3 „[F]lowers, fields in the heart of London“: Philanthropie, Stadtverschönerung und Selbstsorge 191
6.4 Zur Vielfalt der Lebensweisen und Konzeptionen von Glück zu Beginn des 20. Jahrhunderts 195
6.5 Neue Lebensformen, Gesellschaftsentwürfe und Formen des Selbst 198
6.6 Nostalgische, elitäre und konservative Konzeptionen von Glück 215
6.7 Beziehungen und Verknüpfungen zwischen unterschiedlichen Lebensweisen und Konzeptionen von Glück 216
7 Zur Ethik der kulturellen Hybridität in Salman Rushdies The Satanic Verses (1988) 219
7.1 Glück in postkolonialen Romanen 219
7.2 Subjektbildung im Kontext von Migration und Globalisierung 222
7.3 Absolutes Glück 231
7.3.1 Glück als erfüllter Augenblick 233
7.3.2 Saladin und die Wunderlampe 234
7.3.3 Ekstase und Transzendenz 237
7.3.4 Bedürfnisbefriedigung 240
7.3.5 Erlösung 241
7.3.6 Der Gottesstaat 244
7.3.7 Das „self-made man’s paradise“ des Neoliberalismus 245
7.4 Hybride Formen von Glück 247
7.5 Politische Bewegungen auf der Grundlage einer Ethik der kulturellen Hybridität 256
8 Schlussbetrachtungen 261
9 Bibliografie 265