
BUCH
Gedächtnis-Fiktionen
Mediale Erinnerungsfiguren und literarischer Eigensinn in britischen Romanen zum Zweiten Weltkrieg
Anglistische Forschungen, Bd. 454
2016
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Bibliografische Daten
Abstract
‚Gedächtnis-Fiktionen‘ versteht sich als Beitrag zur Mediengeschichte des britischen Romans. Die Studie fragt, wie sich Romantexte und -poetiken seit 1945 nicht nur zu den umstürzenden Gewaltereignissen, sondern auch zu den weiterklingenden Medien- und Mobilisierungsdiskursen des Zweiten Weltkriegs verhalten haben. Unter anderem werden Texte von Elizabeth Bowen, George Orwell, J. G. Ballard, W. G. Sebald und A. L. Kennedy in ihren mediengeschichtlichen Kontexten diskutiert. Wie verhandeln solche Romane totale Mobilisierung und totale Gewalt? Wie positionieren sie sich zu emphatischen Konzeptionen massenmedialer Wirkmächtigkeit? Welche Bedeutung wird Konzepten von Gedächtnis und Sinnlichkeit, Kollektivität und Eigensinn zugeschrieben? Entlang dieser Fragen spannt ‚Gedächtnis-Fiktionen‘ einen Bogen, der von den mediatorischen Diskursen der Kriegszeit über die dissoziative Rhetorik des Nachkriegsromans bis zu den Vermittlungsfiguren einer multimedialen ,Erinnerungskultur‘ reicht.
Inhaltsverzeichnis
Zwischenüberschrift | Seite | Aktion | Preis |
---|---|---|---|
Cover | C | ||
Titel | 3 | ||
Impressum | 4 | ||
Vorspann | 5 | ||
Inhalt | 7 | ||
Danksagung | 9 | ||
Einleitung | 11 | ||
Mythen totaler Mediation – Ausgangs- und Abstoßungspunkte | 13 | ||
Der britische Roman im Zweiten Weltkrieg und der Zweite Weltkrieg im britischen Roman – Forschungsstand | 19 | ||
Gedächtnis-Fiktionen: Ansatz und Gang der Untersuchung | 29 | ||
Vermittlung des Unvermittelbaren – Dialektische und dialogische Fassungen des Romans | 33 | ||
A. Kriegskultur: Mobilisierung – Medien – Literatur | 39 | ||
1 Mobilisierung als Mediation | 41 | ||
1.1 „The greatest civilian army ever to be assembled“ – Mobilisierung | 42 | ||
1.2 „The staggering power of broadcasting“ – Mediation | 51 | ||
1.3 „We have the pie“ – Figuren der Mediation | 63 | ||
2 Literatur und Kriegskultur | 73 | ||
2.1 „Herr Hitler and English literature“ – Literatur als integrales Gegenüber | 73 | ||
2.2 A Canterbury Tale – Literarische Demobilisierung im Kriegskino | 81 | ||
B. Gegenkultur: Erzählerische Demobilisierung im Roman der Nachkriegszeit | 89 | ||
3 Nachkrieg und Roman | 91 | ||
3.1 „Not actively fighting, we aren’t at peace“ – Erschöpfung und permanente Mobilisierung | 93 | ||
3.2 „Unamenable to Coercion“ – Poetologien des Nachkriegs | 98 | ||
3.3 „Calling the great bluff of the novel“ – Vom Scheitern der Mediation | 106 | ||
4 Mediation und Dissoziation bei Woolf und Orwell | 121 | ||
4.1 „Thinking against the current“? – Woolf und Orwell in der Kriegskultur | 122 | ||
4.2 „A minority of one”? – Nineteen Eighty-Four | 143 | ||
5 Überbietung medialisierter Sinnlichkeit – Bowens The Heat of the Day | 165 | ||
5.1 „Merging“ und „resistance writing“ | 168 | ||
5.2 „Forever dissolved“ – Eigensinnlichkeit und Gemeinsinn | 173 | ||
5.3 „Break-down of projection“ – Das Feld des Romans | 187 | ||
6 Vermittlungen des Eigensinns | 197 | ||
6.1 „Caught in this dreary interminable war“ – Radikale Dissoziation | 197 | ||
6.2 Zerstörung als Ermöglichung – Waughs Sword of Honour | 205 | ||
6.3 Repräsentative Marginalität – Mannings Fortunes of War und das Ende der Nachkriegszeit | 212 | ||
C. Erinnerungskultur: Neuverhandlung der Figurenim Roman der Gegenwart | 223 | ||
7 Paradigmen der Erinnerungskultur | 225 | ||
7.1 „Trapped in a convent run by crazy nuns“ – Generationenwechsel | 228 | ||
7.2 „Spoiling the vintage World War II tale“ – Öffnungsstrategien | 232 | ||
7.3 „Does anybody here remember Vera Lynn?“ – Terminale Affirmation | 240 | ||
7.4 „Representational projects“ – Der erinnerungskulturelle Raum der Uneigentlichkeit | 246 | ||
8 Im Reich totaler Imagination – J. G. Ballard | 257 | ||
8.1 „Therapeutic exercise“ – Die Exappropriation der Erinnerungskultur | 258 | ||
8.2 „War had never touched their imaginations“ – Die Logik des Lagers | 269 | ||
8.3 „Aircraft“ – Entfesselung der Figur | 282 | ||
9 Übersetzungen des Zivilisationsbruchs | 295 | ||
9.1 „A vastly different inheritance“ – Großbritannien und die transnationale Erinnerung des Holocaust | 299 | ||
9.2 „The world is going to start making sense“ – Translation als Substitution (Amis, Fry und Harris) | 308 | ||
9.3 „Die Idee eines Netzwerks“ – Translation als Investigation (Faulks, McEwan und Sebald) | 327 | ||
Re-Assemblage: A. L. Kennedys Day und die Romanliteratur zum Zweiten Weltkrieg | 361 | ||
Literatur und Materialien | 385 | ||
Chronologie zentraler Erzähltexte und Filme | 411 |