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Räume erzählen – erzählende Räume

Raumdarstellung als Poetik. Mit einer exemplarischen Analyse des ‚Nibelungenliedes‘

Hammer, Franziska

Beiträge zur älteren Literaturgeschichte

2019

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die germanistische Literaturwissenschaft hat sich im Zuge des ‚spatial turn‘ äußerst produktiv mit dem Raum als Interpretament literarischer Texte auseinandergesetzt. Um den Raum als Analysekategorie im Bereich der Mediävistik weiter zu fundieren, erscheint es lohnend, die literaturwissenschaftliche Raumforschung in der Auswertung und Weiterentwicklung der Vorarbeiten auf eine solide theoretische und methodische Basis zu stellen, um von dort aus ein möglichst breit anwendbares Interpretationsinstrumentarium für die Analyse der Raumdarstellung in mittelalterlicher Erzählliteratur zu entwickeln. Welche neuen Perspektiven eine raumbezogene Interpretation auf die mittelhochdeutsche Erzählliteratur eröffnen kann, demonstriert eine exemplarische Analyse des ‚Nibelungenliedes‘. Hierbei erweist sich die Raumdarstellung im Sinne eines alternativen Kohärenzmusters als Modus eines (synchronen) Erzählens, welches den Untergang der nibelungischen Welt auf geographischer, topographischer und kommunikativer Ebene begründet, einleitet, betreibt und schließlich auch zeigt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Umschlag Umschlag
Titel 3
Impressum 4
Vorwort 5
Inhaltverzeichnis 7
1. Raum als Interpretament 9
2. Theoretische Grundlagen 13
2.1 Semantik des Raumes - Raumsemantiken 14
2.1.1 Wort- und Begriffsgeschichte von ,Raum' 14
2.1.2 Verwendungsweisen um 1200 17
2.2 Raumgeschichte als Diskursanalyse 23
2.2.1 Kosmologischer und physikalisch-empirischer Diskurs 25
2.2.2 Theologischer Diskurs 36
2.2.3 Kartographischer Diskurs 43
2.2.4 Symbolischer Diskurs 49
2.2.5 Phänomenologischer Diskurs 54
2.2.6 Soziologischer Diskurs 57
2.2.7 Diskursive Interferenzen 62
2.2.8 Literarischer (Gegen-)Diskurs 64
2.2.9 Diskursive Anleihen des Spatial Turn 67
2.3 Theoretische Ansätze einer literaturwissenschaftlichen Raumforschung 69
2.4 Methodik: Konzepte, Kategorien und Modelle 78
2.4.1 Literarische Räume und Räume der Literatur 78
2.4.2 Spatialisierung der Narratologie 80
2.4.3 Ansätze zur Methodologisierung der Analyse literarischer Räumlichkeit 82
2.4.4 Historisierung der Narratologie des Raumes 93
2.5 Forschungsstand der literaturwissenschaftlichen Mediävistik 99
2.6 Raumtypologie und Verfahren der Analyse 123
3. Raumdarstellung und Raumkonstruktion im „Nibelungenlied“ 131
3.1 Geographische Räume 131
3.1.1 Die Geschichtlichkeit realgeographischer Raumdarstellung: Schichten, Sedimente, Einlagerungen 131
3.1.2 Phantastische Geographien: realitätsanaloge und mythenanaloge Raumkonstruktionen 144
3.1.3 Übergänge: Reisen als Vertextungsstrategie fiktiver Geographie 158
3.2 Topographische Räume 178
3.2.1 Meere und Flüsse 178
3.2.3 Haus und Hof 194
3.3 Kommunikationsräume 213
3.3.1 Räume der Öffentlichkeit 213
3.3.2 Räume der Intimität 240
3.3.3 Innenräume 264
4. Zusammenfassung: Raumdynamiken im „Nibelungenlied“ 289
5. Methodische Reflexion und Ausblick 295
6. Literaturverzeichnis 299
Rückumschlag 316