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Der Drache in der mittelalterlichen Literatur Europas

Rebschloe, Timo

Beiträge zur älteren Literaturgeschichte

2014

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Der Drache ist eine beliebte Figur der Literatur – von der Antike bis heute. Er ist aber anscheinend auch ein Stereotyp: Er verkörpert bis heute das Böse, das Chaotische, das lebensfeindliche Prinzip und sogar den Teufel. Diese Arbeit fragt, welche Rolle speziell der mittelalterlichen Literatur bei der Deutung des Drachen zukommt. Unter Berücksichtigung verschiedener Quellen aus dem christlichen, dem naturkundlichen und dem volkssprachlich-literarischen Kontext werden die Drachengestalten des Mittelalters in dieser Monographie umfassend und systematisch untersucht. Prominente Drachenfiguren wie die Widersacher der Helden Beowulf, Siegfried, Wigalois oder etwa St. Georg werden neben Kreaturen aus naturkundlichen Kompendien, etwa von Albertus Magnus oder Konrad Gesner, gestellt und hinsichtlich ihrer Erscheinung, ihrer Natur und Bedeutung befragt. Auf diese Weise ergibt sich ein facettenreiches Bild, dessen Festlegung nicht allein durch die oben benannten negativen Attribute erfolgen kann.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
INHALT 7
ABKÜRZUNGEN 11
I EINLEITUNG 13
1 Drachen im wissenschaftlichen Diskurs 13
1.1 Drachen, Europa, Literatur und das Mittelalter im Allgemeinen 15
1.2 Der Drache als Motiv des Mythos 18
2 Drachen im Mittelalter im Besonderen – das Konzept dieser Arbeit 20
II DIE UR- UND FRÜHGESCHICHTE DES DRACHEN 27
1 Die ersten Drachen der Literatur – der Ursprung eines Mythos 30
Exkurs: Drache und Schlange 31
1.1 Ein ägyptischer Schöpfungsmythos 33
1.2 Der Mythos von Tiamat und Marduk und das Gilgamesch-Epos 35
2 Der Drache und der ‚böse Blick‘ 37
3 Der Drache kommt nach Europa – die griechische Mythologie 41
4 Kein Wort zum (ost-)asiatischen Drachen? 48
5 Der Drache im psychoanalytischen Diskurs – ein Archetyp? 50
III DER DRACHE IN DEN DISKURSEN DES MITTELALTERS 55
IV DIE CHRISTLICHE TRADITION 57
Exkurs: Ein kurzer Blick auf die Teufelsfigur 57
1 Die Bibel 60
1.1 Das Alte Testament 61
Exkurs: Der Leviathan 65
1.2 Das Neue Testament 68
2 Heilige Drachenkämpfer 71
2.1 Die vermeintlich typische Begegnung von Drachen und Heiligen 72
2.2 Eher untypische Begegnungen von Drachen und Heiligen 76
2.3 Heiligenlegenden – Untersuchung exemplarischer Texte 79
3 Die christliche Kunst 84
4 Die Physiologus-Tradition – allegorische Tierdeutungen 88
5 ZWISCHENFAZIT: Perspektiven christlicher Texte auf den Drachen 96
V DIE (NATUR-)WISSENSCHAFTLICHE TRADITION 101
Exkurs: Astronomie, Astrologie und Alchemie 101
Exkurs: Drachen als Alltagsrealität 105
Exkurs: Das Kalokagathie-Ideal 107
1 Naturkundliche Quellen aus dem Mittelalter 109
1.1 Isidor von Sevilla: Etymologiae 110
1.2 Hildegard von Bingen: Physica 114
1.3 Albertus Magnus: De animalibus 116
1.4 Konrad von Megenberg: Das Buch der Natur 120
2 Reiseberichte als naturkundliche Quellen 124
3 Naturkunde in der frühen Neuzeit 129
3.1 Konrad Gesner: Historia animalium 129
3.2 Die Dekonstruktion des Mythos? 139
3.2.1 Sir Thomas Browne: Pseudodoxia Epidemica 139
3.2.2 Johann Jacob Scheuchzer 141
4 ZWISCHENFAZIT: Perspektiven der Naturkunde auf den Drachen 144
VI DIE VOLKSSPRACHLICHE LITERATUR 149
Exkurs: Chronik und Literatur? Die Weltchronik 150
Exkurs: Die Kindheit der Helden 154
1 Der Drache in der Heldenepik 156
1.1 Das Beowulf-Epos 158
1.2 Der Nibelungenstoff 171
1.2.1 Der Nibelungenstoff in Edda, Völsunga- und Thidrekssaga 173
VII FAZIT: DRACHEN IN DER LITERATUR DES MITTELALTERS 361
VIII JENSEITS DES MITTELALTERLICHEN EUROPAS 367
1 Der ostasiatische Drache 367
2 Der Drache der modernen Literatur 371
Exkurs: J.R.R. Tolkien und der Einfluss seiner Drachenfiguren 373
2.1 Moderne Drachen als Erben antiker und mittelalterlicher Tradition 378
IX SCHLUSSBEMERKUNGEN 381
X LITERATURVERZEICHNIS 391
1 Quellentexte 391
2 Fachliteratur 396
2.1 Lexikonartikel 408
3 Internetquellen 411
4 Filme (Auswahl) 412
5 Abbildungsverzeichnis 413
XI ANHÄNGE 417
1 Übersicht 417
1.1 Anhang A 418
1.2 Anhang B 424
1.3 Anhang C 425
1.4 Anhang D 426
1.5 Anhang E 428