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»Der Augen Blödigkeit«

Sinnestäuschungen, Trugwahrnehmung und visuelle Epistemologie im 18. Jahrhundert

Herausgeber: Dueck, Evelyn | Vuillemin, Nathalie

Beiträge zur Literaturtheorie und Wissenspoetik, Bd. 4

2016

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Ob als literarisches Bild, epistemologische Metapher oder Studienobjekt, die visuelle Wahrnehmung nimmt eine herausragende Stellung in den literarischen und theoretischen Schriften des europäischen 18. Jahrhunderts ein. Sie dient zumeist als Sinnbild für den aufklärerischen Zugang zur Welt, der rationalistischen ›Licht- und Augenideologie‹ (Mergenthaler), welche vor allem das Selbstverständnis der aufklärerischen AutorInnen prägt. Der vorliegende Band zeigt, dass es jedoch zu kurz gegriffen wäre, würde man das 18. Jahrhundert und selbst die Aufklärung im engeren Sinne pauschal als das Jahrhundert des rationalistischen Blicks charakterisieren. Die Komplexität des zeitgenössischen Umgangs mit dem Sehsinn wird hier in ihrem Kern anhand der Thematisierung und Inszenierung von Sinnestäuschungen und Trugwahrnehmungen in literarischen und wissenschaftlichen Texten des 18. Jahrhunderts beleuchtet.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 5
Evelyn DUECK (Halle/Neuchâtel), Sinnestäuschungen und Trugwahrnehmungen: eine Einleitung 9
Claire JAQUIER (Neuchâtel), La description au défi des fleurs 39
Manuel MÜHLBACHER (München), Illusion d’optique et dévoiement du langage dans la Lettre sur les aveugles de Diderot 53
Monika SCHMITZ-EMANS (Bochum), Kipp- und Vexierbilder: Hogarth und Lichtenberg 69
Cécile LAMBERT (Paris), Qu’importe l’illusion, pourvu qu’on ait le plaisir ! Aspects du discours de La Mettrie sur la vision humaine 91
Lucas GIOSSI (Fribourg), La fable microscopique. Modélisation poétique de la physique cartésienne 103
Julia BOHNENGEL (Saarbrücken), Von lesenden Bauern, geblendeten Maulwürfen und gelangweilten Sultanen. Brillen-Diskurse des 18. Jahrhunderts 117
Erika THOMALLA (Berlin), Kosmische Kurzsichtigkeit. Visualität und Fiktion in der Astronomie des 18. Jahrhunderts 137
Sabine HAUPT (Fribourg), Das Fernrohr als ,unsichtbares Organ‘. Zur Allianz von Technik und Körper in der europäischen Literatur um 1800 153
Christoph GSCHWIND (Fribourg), „diesseit und jenseit den Lampen“ – poetologische Illusionskonzepte und ihre epistemologischen Implikationen in der Aufklärung und Romantik 173
Thomas BOYKEN (Tübingen), Dämmerungen, Trunkenheiten und Träume. Das Sehen und seine Funktion in E.T.A. Hoffmanns Erzählungen 187
Dirk UHLMANN (Münster), Kein Schatten, kein Spiegelbild. Defizitäre Sichtbarkeit bei Adelbert von Chamisso und E.T.A. Hoffmann 201
Sonja KLEIN (Düsseldorf), Verpasste Augen-Blicke. Werther lernt sehen oder Goethes Briefe aus der Schweiz 217
Ulrike SCHIEFELBEIN (Weimar), Trügerische Schaulust als Figuration ästhetischer Diskurse der Aufklärung in C.M. Wielands Geschichte des Agathon (1766/67) 231
Sabine EICKENRODT (Bratislava), Der „elysische Wahnsinn“. Perspektiven letzter (Augen-) Blicke in Jean Pauls Hesperus 245
Autorenverzeichnis 269