Menu Expand

Für sich selbst sprechen

Die »dramatischen Romane« des 18. Jahrhunderts

Mevissen, Yulia

Beiträge zur Literaturtheorie und Wissenspoetik, Bd. 16

2020

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Mit verblüffender Selbstverständlichkeit wird in den Debatten des europäischen 18. Jahrhunderts von »dramatischen Romanen« gesprochen. Doch was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung? Welche kulturpolitischen Kämpfe und epistemologischen Umbrüche überschneiden sich hier? Und was kann die Literaturtheorie aus der historischen Diskurslage lernen? Die Studie perspektiviert die seit der Epochenmitte zunehmend auf dem Buchmarkt anzutreffenden Gattungen Brief- und Dialogroman vor dem Horizont ästhetischer Diskussionen zur Eigenlogik von Erzählung und Gespräch, von Erzähler- und Personenrede, von narrativem und dramatischem Modus. Sie zeigt, wie der dramatische Modus sich mit Vorstellungen von Anschaulichkeit, Lebhaftigkeit und anthropologischer Erkenntnis verknüpft und derart an Aufwind gewinnt, dass schließlich die erste Romanpoetik deutscher Sprache dezidiert den Dialog und das Dramatische anempfiehlt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Umschlag Umschlag
Titel 3
Impressum 4
Inhalt 7
I EINLEITUNG: Dramatische Romane 9
II AUFRISS: Gespräche und Erzählung 29
III METHODOLOGIE: Probleme einer ‚narratologiy of drama‘ 51
III.1 Prämissen: ‚Homo narrans und storytelling animal‘ 51
III.2 Bedeutungsverschiebungen der Vermittlungsinstanz 64
III.3 Un-Mittelbarkeit 87
III.4 Onomasiologische Fallstricke: Episches Prinzip und Episierung 98
III.4.1 Hegel: Vermittelnde Einigung von Kunstprinzipien 102
III.4.2 Brecht: Episches Theater 109
III.4.3 Szondi: Hegelianischer Aufbruch der Absolutheit 116
III.4.4 Pfister: Anti-illusionistische Episierung 126
III.5 Modus und Gattung 135
III.5.1 Genettes Modi 136
III.5.2 Redekriterium ‚revisited‘: Platon, Aristoteles und die Lyrik 145
III.6 Resümee 150
IV HISTORISCHE EPISTEMOLOGIE UND ÄSTHETIK I: Bloß nicht erzählen. Dramatische Romane schreiben 153
IV.1 Epistemologie und Form 153
IV.2 Gattungs- und Diskurspolitik I: Tröltschs ‚Nuzen der Schauspiels-Regeln bei den Romanen' 157
IV.2.1 Legitimierung einer ‚Nicht-Gattung‘ 157
IV.2.2 Vom diskursiven ‚Nuzen der Schauspiels-Regeln‘ 168
IV.3 Gattungs- und Diskurspolitik II: ‚Komische Romane‘ 184
IV.3.1 Produktivität begrifflicher Unschärfen: Komisch und komödienhaft 184
IV.3.2 Im Modus des Komischen: Wezels ‚Herrmann und Ulrike‘ 198
IV.4 Hybridwesen: Die Gattungen (nicht) mischen 229
IV.4.1 Goethes Suche nach der reinen und inneren Form 229
IV.4.2 Universalpoetische Hybride 246
IV.5 Wirkung und Erkenntnisfunktion des Selbstsprechens 251
IV.5.1 Von Baumgarten bis Adelung: Anschaulichkeit und Lebhaftigkeit 251
IV.5.2 Moduseffekte: Blanckenburg und seine Vorgänger 264
IV.5.3 Dialogpoetik: Sulzers schildernde Gespräche 297
IV.6 Formexperiment: Hases dramatischer Roman ‚Gustav Aldermann‘ 304
IV.7 Resümee 333
V HISTORISCHE EPISTEMOLOGIE UND ÄSTHETIK II: Für sich selbst sprechen. Interzeption epistolarer ‚Gespräche’ 335
V.1 Briefliche ‚Gespräche‘: Rhetorik der Natürlichkeit und Epistolartopoi 337
V.2 Nicht für die Welt: Adressierte Freunde und nicht-adressierte Leser 351
V.2.1 Die Grenzen des (Brief-)Freundeszirkels 351
V.2.2 Fremde Briefe lesen 362
V.2.3 Exkurs: Curiosität, ‚Spectator‘ und Briefroman 372
V.3 Durch die vierte Wand 394
V.3.1 Als ob gar keiner da wäre: Drama, Malerei, Briefroman 394
V.3.2 Das Innerste des Menschen: Die vierte Wand in Philosophie und Anthropologie 403
V.4 Indices deuten: La Roches ‚Geschichte des Fräuleins von Sternheim‘ 410
V.4.1 (Un-)Willkürliche Zeichen am Körper 411
V.4.2 Physiognomik und Pathognomik des Stils 440
V.5 Resümee 458
VI SCHLUSSWORT 461
VII LITERATUR 473
VII.1 Primärliteratur 473
VII.2 Sekundärliteratur 485
VIII BILDNACHWEISE 517
Rückumschlag Rückumschlag