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Dramaturgie als Eingedenken

Heiner Müllers Antike zwischen Geschichtsphilosophie und Kulturkritik

Stramaglia, Elena

Beiträge zur Literaturtheorie und Wissenspoetik, Bd. 17

2020

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Heiner Müllers Antikedramen reflektieren nicht nur einen kritischen Umgang mit Aspekten der westlichen Literaturtradition, sondern einen umfassenderen Denkkomplex um Geschichte, Mythos und Kultur. Bei der Gestaltung dieses Horizonts spielt der philosophische Dialog mit Walter Benjamin, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno eine entscheidende Rolle. Die Monographie untersucht, wie diese intertextuelle Reflexion sich mit der Praxis der Antikerezeption verbindet und wie sie in den Dramen in literarisch vielfältiger Methodik dargestellt und problematisiert wird. Neben den theoretischen Prämissen des Dialogs werden dessen Wirkungen in drei Stücken in Augenschein genommen: Philoktet, Ödipus Tyrann und Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten. Anhand der Texte werden die politisch-geschichtliche Tragweite von Müllers Arbeit an Mythos und Tragödie, deren geschichtsphilosophische Prägung sowie ihre kulturkritische Funktion analysiert.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Umschlag Umschlag
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 5
Einleitung: Heiner Müller, Antike und Mythos 7
I Philosophisch-ästhetische Grundlagen 17
1 Heiner Müller und Walter Benjamin (I): Zeit und Geschichtlichkeit, Utopie und Katastrophe 17
1.1 Engelbilder 17
1.2 Benjamins Geschichtsbild: die Thesen ‚Über den Begriff der Geschichte‘ 20
1.3 Müllers Geschichtsauffassung auf der Folie von Benjamins Denken 30
1.4 Geschichtliche Dramaturgie 38
2 Heiner Müller und Walter Benjamin (II): Mythos-Theorien 45
2.1 Mythos, Tragödie und Recht im Frühwerk Walter Benjamins 45
2.2 Mythos-Begriff in Benjamins materialistischen Schriften 53
2.3 Müllers ‚benjaminscher‘ Begriff des Mythos 59
3 Heiner Müller und die Frankfurter Schule 67
3.1 Horkheimers und Adornos ‚Dialektik der Aufklärung‘ 67
3.2 Dialektik der Aufklärung im Denken Heiner Müllers 74
II Dramenanalysen 79
4 ‚Philoktet‘ 79
4.1 Über Heiner Müllers ‚Philoktet‘ 79
4.2 Perspektiven der Interpretation 82
4.3 Politik als Schicksal: von der ‚Durchrationalisierung‘ des Stücks zur sozialistischen Deutung 84
4.4 Vernunft und Natur, Aufklärung und Gesellschaft 91
4.5 Welche Tragik? 97
4.6 ‚Ironie‘ des Mythos 106
4.7 Das Kontinuum aufsprengen: Eingedenken statt Wiederholung 111
5 ‚Ödipus Tyrann‘ 115
5.1 ‚Ödipus‘, kommentiert 115
5.2 »Ich und kein Ende«: Doppelcharakter und Selbstüberhebung des Ödipus 118
5.3 »Tyrann durch Verdienst«: Dialektik der Souveränität 122
5.4 Die ‚süße‘ Selbstblendung und die Trennung von Theorie und Praxis 126
5.5 Menschheitsgeschichtliche Parabel des Ödipus. Benjaminsche Anklänge 131
5.6 Dialektik von Aufklärung und Mythos 133
5.7 Ödipus und Odysseus 137
5.8 Die sozialistische Deutung 142
6 ‚Verkommenes Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten‘ 147
6.1 Medea-Drama, Medea-Dramen 147
6.2 ‚Verkommenes Ufer‘ 148
6.3 ‚Medeamaterial‘ 153
6.4 ‚Landschaft mit Argonauten‘ 163
6.5 Dialektik von Mythos und Aufklärung im Stück 171
6.6 Von der mythischen Zirkularität zur Revolution der Erinnerung. Nach Benjamin 179
6.7 Fragment, Allegorie, Zeitraffer: Müllers »konstruktiver Defaitismus« 189
Antike und Erinnerung. Einige abschließende Überlegungen 203
Bibliografie 209
Primärliteratur – Werke von Heiner Müller 209
Weitere Primärliteratur 214
Sekundärliteratur 219
Rückumschlag Rückumschlag