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Gewalt und Grazie

Heinrich von Kleists Poetik der Gegensätzlichkeit

Görner, Rüdiger

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 292

2012

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Diese Studie versucht, die Ästhetik des Gegensätzlichen in Kleists Werk als eines seiner zentralen Phänome in den Blickpunkt zu rücken und zu zeigen, wie Kleists Werke sich auch als poetische Entsprechungen zu Adam Müllers philosophischer Konzeption des Gegensatzes verstehen lassen. Dabei finden die Briefe Kleists, aber auch seine journalistischen Arbeiten und die oft übergangene Lyrik besondere Beachtung. Deutlicher als in anderen Studien zu Kleist soll hier auch die ironisch-parodistische Seite in seinem Schaffen berücksichtigt werden. Strukturiert ist diese Arbeit als eine Abfolge von Untersuchungen zu Konstellationen, die dieses Werk überwölben und durchdringen, zu motivisch-ästhetischen, meist konträren Werkpaarungen und für Kleist erheblichen Gattungsreflexionen, angeordnet in drei Teilen, die auch als ‚Akte’ einer intellektuellen Inszenierung gelesen werden können, ein Aspekt, der Kleists souveränen Sinn für szenisch-dramatische Wirkungen symbolisch spiegeln soll.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titelei 1
Inhalt 7
Kleistisches Proszenium: Gewalt, Kalkül und Grazie verstehen 9
Erster Teil / Akt: Ästhetische Konstellationen 25
I „Der einsame Mittelpunkt im einsamen Kreis“: Zur Geometrie von Kleists Ästhetik 25
II Ästhetische Psychologie der Gewalt und Grazie bei Kant, Schiller und Adam Müller 39
Exkurs I: Gegenwelt Idylle oder Mit den Grazien Staat machen. Christoph Martin Wielands Aufhebung der Gegensätze durch ästhetische Politik 56
Exkurs II: Kleists britische Gegenwelt 66
III Die Macht der Sprachkunst 76
Zweiter Teil / Akt: Dramatische Gegensätzlichkeiten 93
IV Macht des Unbewussten contra staatstragende Gewalt: Marquise von O… und Prinz von Homburg 93
V Mythische Gewalten – Naturgewalten – Macht der Triebe: Die Familie Schroffenstein, Das Erdbeben in Chili und Der Findling 114
VI Tragische Gewalt – Poetische Grazie: Penthesilea und Käthchen von Heilbronn 129
VII Willensmacht – Machtwille: Die Herrmannsschlacht und Robert Guiskard 143
Dritter Teil / Akt: Komisch-tragische Auflösungen 153
VIII Erzählte Gewalten: Die Verlobung in St. Domingo – Der Zweikampf – Die Heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik 153
IX Macht der Zeichen – Fragile Deutungen: Der zerbrochne Krug – Amphitryon 174
X Gesetz und Gewaltmonopol in der Kunst: Der Fall des Michael Kohlhaas 188
XI Der verkörperte Gegensatz und Formen der Selbstdarstellung in Kleists Briefen 196
XII Subjektivität und ‚Gemeinschaft‘. Kleists Journalismus: Was gilt es in diesem Kriege? Satiren und andere Stilfragen 207
XIII Lyrik der Gegensätze: Gewalt und Grazie im Gedicht 235
Satyrspiel oder Das Gegensätzliche als Idylle: Der Schrecken im Bade 251
Bibliographie 257
Personenverzeichnis 275
Werkverzeichnis 281