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Die Ethik des satirischen Schreibens

Karl Kraus, Hermann Broch und Robert Musil

Häusler, Maximilian

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 342

2015

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Erfahrung des Ersten Weltkriegs führt bei vielen Autoren zu einer literarischen Auseinandersetzung mit Fragen der Moral. Karl Kraus, Hermann Broch und Robert Musil setzen hierfür gezielt satirische Verfahrens- bzw. Schreibweisen ein. In poetologischen Essays entwickeln sie unterschiedliche Satirebegriffe, die mit der heutigen Lehrmeinung zum Satirischen kaum vereinbar sind. Auch ihre jeweiligen Hauptwerke sind von diesen spezifischen Satirekonzepten geprägt: Kraus’ Weltkriegsdrama ‚Die letzten Tage der Menschheit‘ von der „Sprachsatire“, Brochs Romantrilogie ‚Die Schlafwandler‘ von der „Absolut-Satire“ und Musils Roman ‚Der Mann ohne Eigenschaften‘ von seinem „sozial-utopischen Humor“. In der erstmaligen Verbindung der Forschung zum Satirischen einerseits und der zu den Formen und Möglichkeiten literarischer Ethik andererseits wird untersucht, wie mittels satirischen Schreibens ethische Reflexion über moralische Vorstellungen funktionieren kann, ohne moralisierend zu belehren.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 7
Danksagung 5
1 Literarische Ethik und satirisches Schreiben 9
2 Karl Kraus: Der Satiriker als Moralist 25
2.1 Die Sprachsatire 27
2.2 Literaturanalyse: Die letzten Tage der Menschheit 43
2.2.1 Die Zitat-Satire zwischen Faktizität und Fiktion 43
2.2.2 Der Nörgler als Stimme und Paradigma des Satirikers 52
2.2.3 Der Niedergang der Kultur als »tragischer Karneval« 72
2.3 Moral als Gegenstand satirischen Schreibens 85
3 Hermann Broch: Satire als ethische Kunst 93
3.1 Wertezerfall und ethische Kunst 95
3.2 Die Absolut-Satire 106
3.3 Literaturanalyse: Die Schlafwandler 117
3.3.1 Intendierte Unentscheidbarkeit als ethische Offenheit 117
3.3.2 Die satirischen Techniken 122
3.3.3 Romantik, Anarchie und Sachlichkeit als Angriffsziele 137
3.4 Die Absolut-Satire als ethische Kunst und literarische Ethik 153
4 Robert Musil: Ethik und satirisches Schreiben 159
4.1 Der Dichter als Ethiker 160
4.2 Der sozial-utopische Humor 167
4.3 Literaturanalyse: Der Mann ohne Eigenschaften 180
4.3.1 Die satirische »Zersetzung der Gefühls- und Denkformeln« 182
4.3.2 Humor gegen alles – zur Figuren-Satire 199
4.3.3 Die Parallelaktion als Satire der Ethik 207
4.4 Satirisches Schreiben als Vorbereitung einer neuen Moral 222
5 Satirische Ethik 229
Literatur- und Abkürzungsverzeichnis 237