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Mythos und Mythisches im Erzählen Cees Nootebooms

Scholz, Christina

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 344

2016

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Cees Nooteboom entfaltet in ‚Der Umweg nach Santiago‘, ‚Die folgende Geschichte‘, ‚Allerseelen‘ und ‚Paradies verloren‘ ein mythisch reflektiertes Erzählen, das Themen, Motive und Stoffe der griechischen, römischen, biblischen und australischen Mythologie aufnimmt und variiert. Die Studie geht den Formen des Mythos und des Mythischen in Nootebooms Erzählen nach und arbeitet dessen mythische Strukturen heraus: Sie zeigen sich in Erzähl- und Erinnerungsproblematiken, die an menschlichen und geschichtlichen Verlust- und Brucherfahrungen entstehen. In der Auseinandersetzung damit entwickelt Nooteboom durch die Verknüpfung eines modern-linearen und eines mythisch-geschlossenen Erzählens eine erzählerische Spannung. Die daraus entstehende Doppelbödigkeit stellt die Untersuchung als konstitutiv für Nootebooms Erzählweise heraus.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Danksagung 7
Inhaltsverzeichnis 9
1 Einleitung 13
2 Mythos und Mythisches in der Literatur der Gegenwart 31
2.1 Bedeutsamkeit 52
2.2 Mythisches Denken 61
2.3 Ästhetik des Formalmythischen 66
3 Mythos und Mythisches im Erzählwerk Cees Nootebooms 75
3.1 ‚Mythen sind Vorbilder 80
3.2 Doppelbödigkeit des Erzählens 91
3.3 Erzählen als Vermittlung 98
4 Werkanalysen 109
4.1 ‚jeder Name ein Lockruf und eine Erinnerung’: "Der Umweg nach Santiago" 109
4.1.1 ‚Welt der Wahlmöglichkeiten und Entscheidungen’: Umweg als narrative Technik 111
4.1.2 ‚mnemotechnische Tradition’: Erinnerung und Raum 115
4.2 Mythische Geschlossenheit des Erzählens: "Die folgende Geschichte" 128
4.2.1 Doppelte Erzählstruktur 130
4.2.1.1 Mythologisierungen der Figuren 135
4.2.1.2 ‚Wir sind Nachkömmlinge’: Hybris, Schuld und Strafe als Erzählmotive 139
4.2.2 Topographien des Erinnerns und Vergessens 146
4.2.3 Erzählen als Ordnungsversuch 155
4.2.3.1 Das Erzählen vom Tode her als die Entwicklung des Erzählers 164
4.2.3.2 Erzählen als Sorge um sich 177
4.2.4 Wandlungsmodelle: Thetis, Phaethon, Phaidon 188
4.2.5 Fazit: "Die folgende Geschichte" als mythische Erzählung 200
4.3 Mythisches und das Erzählen von Mythen in "Allerseelen" 203
4.3.1 Odysseus: ‚eine alte Geschichte’ 206
4.3.2 Der Orpheus-Eurydike-Mythos als Erinnerungsmodell 228
4.3.3 Von Schwellenräumen und Raumschwellen 234
4.3.3.1 Hadesfahrten: Topographien der Unterwelt 244
4.3.3.2 Schatten: Fremdheit und die Wiederkehr der Toten 251
4.3.4 ‚Welt der Erscheinungen 257
4.3.4.1 Augenblickserfahrung als Epiphanie 257
4.3.4.2 ‚Namen geben’ 262
4.3.5 "Berlin 1989|2009" – "die Berliner Notizen I" und "III" 266
4.3.6 ‚die Weltgeschichte durchkauen’: Erzählen als Geschichtsbewusstsein 277
4.3.7 Die Instanz des Chores 287
4.3.8 ‚mehr mit Lebenden als mit Toten zu tun’: Tod und Gedenken 303
4.3.8.1 Auferstehung 303
4.3.8.2 "Allerseelen" 308
4.3.9 Fazit: Mythos und Erzählen in "Allerseelen" 312
4.4 Mythos, Erzählen und Literatur in "Paradies verloren" 316
4.4.1 ‚die Welt meine Wüste machen’: mythologische und biblische Motive 319
4.4.2 Traumzeit und Traumpfade: Erzählen, Zeit und Raum 330
4.4.3 Die Medialität der Engel 333
4.4.4 Der epische Rhapsode und seine Muse 338
5 Resümee 347
6 Literaturverzeichnis 363