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Chronisten der Zwischenwelten

Dokufiktion als Genre. Operationalisierung eines medienwissenschaftlichen Begriffs für die Literaturwissenschaft

Wiegandt, Markus

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 348

2017

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Gibt es einen Ausweg aus der ‚ironic hell‘? Betrachtet man die zeitgenössische Kunstproduktion, möchte man diese Frage bejahen. Es zeichnet sich ein Trend zum Dokumentarischen ab, der der postmodernen Infragestellung von Entitäten und Identitäten eine neue Bezüglichkeit und Lebenswirklichkeit in der Kunst entgegenhält. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Literatur. Ziel der Monographie ist daher die Etablierung und produktive Nutzung des medienwissenschaftlichen Begriffs ‚Dokufiktion‘, der – literaturwissenschaftlich verwendet – die Übergangserscheinungen zwischen Dokumentarliteratur und fiktionaler Literatur erfassen soll. Der systematisch entwickelte Begriff wird im Verlauf des Buches anhand einer Auswahl von Texten erprobt, welche die verschiedenen Möglichkeiten der ‚Dokufiktion‘ verdeutlichen. Drängende Fragen wie die nach der gesellschaftlichen Relevanz und die nach den Zugangsschranken für diese Art von Literatur sollen mit diesem Buch beantwortet werden.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover Cover
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 5
Danksagung 7
Einleitung 9
I Grundlage und Methode der Untersuchung 15
1 Bestimmung des Dokumentbegriffs 16
1.1 Was ist ein Dokument 16
1.2 Dokumentarische Mittel in der Literatur 20
1.3 Probleme im Spannungsfeld von Authentizität und Ästhetizität 24
2 Bestimmung des Fiktionsbegriffs 26
2.1 Was ist Fiktion 26
2.2 Fiktionalität vs. Poetizität 29
2.3 Panfiktionalismus, Autonomismus und Kompositionalismus – Tendenzen der Fiktionstheorie 32
3 Bestimmung des Begriffs ‚Dokufiktion‘ 40
3.1 Einführung des medienwissenschaftlichen Begriffs 41
3.2 Dokufiktion als literaturwissenschaftliche Kategorie 52
3.3 Abgrenzung zur Dokumentarliteratur 64
3.4 Auswahl der Analysebeispiele 70
II Analytischer Teil 77
1 Dokumentarliteratur revisited: Erika Runge: "Bottroper Protokolle", Günter Wallraff: "Unerwünschte Reportagen" 77
1.1 Orientierung an publizistischen Arbeitstechniken 77
1.2 Die "Bottroper Protokolle" – Textgestaltung und dokufiktionaler Gehalt 83
1.3 "13 unerwünschte Reportagen" – Textgestaltung und dokufiktionaler Gehalt 104
2 Große Sammler: Alexander Kluge: "Chronik der Gefühle", Jürgen Teipel: "Verschwende deine Jugend" 139
2.1 Gesellschaftsbilder aus dem Steinbruch der Geschichte – Die Funktion und der Zusammenhang kleinteiliger Prosatexte bei Alexander Kluge 139
2.2 Effekte der Bildverwendung im dokufiktionalen Text 175
2.3 Interviewkompilation oder der sogenannte Doku-Roman bei Jürgen Teipel 184
3 Fiktionalisierte Dokumentation: Rainald Goetz: "Rave", Thomas Meinecke: "Tomboy" 215
3.1 Emphatische Evokation von Zeitgeschichte bei Rainald Goetz 215
3.2 Die Dokumentation wissenschaftlicher Diskurse bei Thomas Meinecke 246
III Resümee und Ausblick 283
Literaturverzeichnis 295
1. Quellen 295
2. Andere Literatur 296
Backcover 318