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»Ich hoffe, die Literaturgeschichte wird mir zehn Zeilen widmen«

Die Fiktionalisierungen Walther Rathenaus

Said, Laura

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 354

2016

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Studie bietet einen Überblick über Texte, die den ‚Epochenmann‘ Walther Rathenau fiktionalisieren. Untersucht werden gut fünfzig epische und dramatische Werke, die zwischen 1910 und 2012 im deutschsprachigen Raum wie im Ausland erschienen. Sie bezeugen das anhaltende Interesse an diesem Politiker, dessen vielfältige Positionierungen als Wirtschaftsmagnat, als Politiker, als Jude, als Mäzen und Schriftsteller aufgegriffen werden. Immer zeigt sich der 24. Juni 1922 als die maßgebliche Zäsur in der Bewertung seines Schaffens. Kein anderer deutscher Politiker des 20. Jahrhunderts wurde so oft Gegenstand literarischer Darstellungen und spiegelt dabei auch die Politik der jeweiligen Regime wider, zu deren Zeit die Texte entstanden.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 7
Vorwort 5
1 Einleitung 11
1.1 Der sich wandelnde historiographische Blick auf Walther Rathenau 11
1.2 Quellenlage und Forschungsstand zu Walther Rathenau 42
1.3 Rathenaus Person und Biographie als literarischer Stoff 47
1.4 Begründung des Untersuchungskorpus 51
1.5 Methodisches Vorgehen 59
1.6 Rathenau in der Literatur: Textauswahl und Textanordnung 66
2 Die literarischen Darstellungen Rathenaus 71
2.1 „Ein Phänomen wie ein Regenbogen“. Rathenaus Vielseitigkeit im kritischen Werk zeitgenössischer Literaten 72
2.1.1 Frank Wedekind: "In allen Wassern gewaschen" 74
2.1.2 Hugo von Hofmannsthal: "Die Lästigen" 80
2.1.3 Hugo von Hofmannsthal: "Der Schwierige" 86
2.1.4 Mynona: "Graue Magie" 92
2.1.5 Robert Musil: "Der Mann ohne Eigenschaften" 98
2.1.6 Zusammenfassung 104
2.2 Das Jüdische „combiniert mit dem Preußischen“. Die Assimilationsversuche Rathenaus im literarischen Spiegel 105
2.2.1 Carl Hauptmann: "Ismael Friedmann" 108
2.2.2 Carl Sternheim: "Der Snob" 122
2.2.3 Carl Sternheim: "John Pierpont Morgan" 131
2.2.4 Jakob Wassermann: "Etzel Andergast" 140
2.2.5 Jan Christ: "Anna Wentscher" 156
2.2.6 Zusammenfassung 165
2.3 Die Darstellung des „Märtyrers der Weimarer Republik“ 167
2.3.1 Gerd Tolzien: "Rathenau" 168
2.3.2 Arthur Landsberger: "Berlin ohne Juden" 178
2.3.3 Vicki Baum: "Feme. Bußfahrt einer verirrten Jugend" 185
2.3.4 Alfred Neumann: "Der Held. Roman eines politischen Mordes" 195
2.3.5 Horst Behrend: "Hauptmann Tressier" 203
2.3.6 Zusammenfassung 210
2.4 Rathenau aus der Täterperspektive 212
2.4.1. Ernst von Salomon: "Die Geächteten" 213
2.4.2 Friedrich Wilhelm Heinz: "Sprengstoff" 226
2.4.3 Paul Büsch: "Aus dem Roman eines kleinen Bürgers. Erlebnisse nach dem Rathenau-Attentat" 236
2.4.4 Ernst von Salomon: "Der Fragebogen" 240
2.4.5 Zusammenfassung 253
2.5 „Sie könnten das nächste Opfer sein“. Rathenau – ein Fall für die Kommissare 255
2.5.1 Friedrich Karl Kaul: "Mord im Grunewald" 257
2.5.2 Gunnar Kunz: "Organisation C" 265
2.5.3 Peter Bock: "Das schöne Fräulein Li" 271
2.5.4 Wolfgang Brenner: "Stinnes ist tot" 276
2.5.5 Exkurs: Rathenau – eine Hintergrundfigur in den Krimis zur Weimarer Republik 282
2.5.6 Zusammenfassung 287
2.6 Der Mord als Fanal innerhalb der Weimarer Republik 288
2.6.1 Ödon von Horvath: "Sechsunddreißig Stunden" 289
2.6.2 Erich Kästner: "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" 293
2.6.3 Ernst Ottwalt: "Denn sie wissen, was sie tun" 297
2.6.4 Bernhard Diebold: "Das Reich ohne Mitte" 303
2.6.5 Zusammenfassung 308
2.7 „Man muss ihn hassen oder lieben – oder auch zur gleichen Zeit beides“. Rathenau als Parallel- oder Kontrastfigur in Prosatexten 309
2.7.1 Rathenau vs. Robert Walser 311
2.7.1.1 Robert Walser: "Zwei Männer" 312
2.7.1.2 Robert Walser: "Der Räuber" 318
2.7.1.3 Zusammenfassung 324
2.7.2 Rathenau vs. fiktionalisierte realhistorische Figuren 326
2.7.2.1 Ernst Weiß: "Ich, der Augenzeuge" 326
2.7.2.2 Hans Habe: "Ilona" 333
2.7.2.3 Ursula Martin: "Der Hochstapler Wilhelm Stein" 338
2.7.2.4 Sten Nadolny: "Ullsteinroman" 346
2.7.2.5 Harald Fork: "… Der den Schmerz besiegte. Ein Carl-Ludwig-Schleich-Roman" 352
2.7.2.6 Hartmut Zenker: "Die Uhr steht auf fünf" 357
2.7.2.7 Stefan Heym: "Radek" 368
2.7.3 Rathenau vs. fiktive Figuren 376
2.7.3.1 Bernard von Brentano: "Theodor Chindler. Roman einer deutschen Familie" 377
2.7.3.2 Karl-Heinz Hense: "Zwei Schüsse" 385
2.7.4 Zusammenfassung 389
2.8 „Walther Rathenau war mein Freund“: Zur literarischen Darstellung Rathenaus im autobiographischen Werk seiner Freunde 393
2.8.1 Hilde Stieler: "Monika Molander. Die Edelkomparsin von Sanary" 394
2.8.2 Gerhart Hauptmann: "Berliner-Kriegsroman" 401
2.8.3 Gustav Hillard: "Spiel mit der Wirklichkeit. Geschichte eines jungen Mannes in der Gesellschaft des Vorkrieges" 408
2.8.4 Fritz von Unruh: "Kaserne und Sphinx" 419
2.8.5 Rudolf Borchardt: "Frühstück zu acht Gedecken" 430
2.8.6 Zusammenfassung 440
2.9 Rathenau im autobiographischen Werk anderer Zeitgenossen 441
2.9.1 Bodo Uhse: "Söldner und Soldat" 442
2.9.2 Berta Lask: "Stille und Sturm" 446
2.9.3 Hans Werner Richter: "Roman einer Jugend. Spuren im Sand" 450
2.9.4 Zusammenfassung 454
2.10 „Ein guter Deutscher und ein guter Europäer“. Rathenau aus der Perspektive ausländischer Autoren 455
2.10.1 Thomas Pynchon: "Die Enden der Parabel" 456
2.10.2 Guido Morselli: "Das Licht am Ende des Tunnels" 466
2.10.3 Arthur Solmssen: "Berliner Reigen" 481
2.10.4 Zusammenfassung 490
3 Schlusswort 493
Bibliographie 503