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Raum – Fokalisation – Polyphonie

Narratologische Analysen dramatischer Darstellungsformen an Textbeispielen von Heinrich von Kleist

Port, Ariane

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 367

2018

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Seit Jahrhunderten beschäftigen sich Gelehrte mit den Darstellungsformen literarischer Texte. Sie überlegen, wie der Modus des Dramatischen beziehungsweise des Erzählenden zu beschreiben und zu benennen ist. Die Studie knüpft an diese Diskussion an, indem sie dramatische Texte vor diesem Hintergrund genauer untersucht. Gegenstand der Forschungsarbeit ist die Frage, was einen Text als einen dramatischen Text auszeichnet: Welche Merkmale sind grundlegend der dramatischen Darstellungsform zuzuordnen? Und wie kann man sie konziser von narrativen Merkmalen unterscheiden? Exemplarisch wird dies anhand von Dramen von Heinrich von Kleist diskutiert und mit Hilfe strukturaler Analysemethoden herausgearbeitet. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Textanalysen wird mit Fokus auf die Kategorien „Raum“, „Fokalisation“ und „Stimme“ ein Beschreibungsmodell für dramatische Texte entworfen, das deren Darstellungsform strukturell präziser fassen und benennen kann.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover Cover
Titel 3
Impressum 4
Inhalt 5
Danksagung 9
1 Einleitung 11
1.1 Zielsetzung der Arbeit 15
1.2 Methodische Vorüberlegungen 17
1.3 Zum Textkorpus 26
2 Positionierung des Themas innerhalb der Forschungsliteratur 31
2.1 Zur transgenerischen Forschung 32
2.2 Raumkonzepte in aktuellen Forschungsarbeiten 37
2.3 Stimme und Dialogizität 44
3 Bewegung im Raum – Bewegung im Text: Theoretische Grundlagen 49
3.1 Narratologische Modelle 49
3.1.1 Verortung und Fokalisation: Genettes Kategorien Modus und Stimme 53
3.1.2 Polyphonie und Narratologie 61
3.1.3 Zur Konstruktion von Stimme(n) im Text: Beispielanalyse „Der Findling“ 67
3.2 Text und Raum 81
3.2.1 Dynamisierung des Raumes: Beispielanalyse Das Erdbeben in Chili 82
3.2.2 Zwischenfazit 100
3.2.3 Zwischen Statik und Dynamik: Raum in dramatischen/theatralen Texten 103
4 Analysen 109
4.1 Verortung im Bühnenraum: Dynamische Raumstrukturen in „Amphitryon“ und „Prinz Friedrich von Homburg“ 109
4.1.1 Seitenwechsel und doppelte Verortung: Zur dynamischen Strukturierung des Bühnenraumes in „Amphitryon“ 110
4.1.1.1 Verortung in erzählten Räumen 113
4.1.1.2 Verortung im Bühnenraum 119
4.1.2 „Wo ist der Prinz von Homburg?“ – Parallele Räume, parallele Handlungen: Zur Standortbestimmung in „Prinz Friedrich von Homburg“ 129
4.1.2.1 Interne und externe Fokalisation in der Anfangssequenz 135
4.1.2.2 Parallelisierung von Räumen 139
4.1.2.3 Bewegungsrichtungen und Verortungen im Geschehen 144
4.1.3 Zwischenfazit 150
4.2 Verortung in imaginären Räumen: Zur Konstruktion von Texträumen in „Der zerbrochne Krug“ und „Das Käthchen von Heilbronn oder die Feuerprobe“ 153
4.2.1 Hybride Orte: Formen der Transpositionierung in „Der zerbrochne Krug“ 154
4.2.1.1 Bild und Text: Der Kupferstich in der „Vorrede“ 156
4.2.1.2 Positionierungen im Text: Die Figurenrepliken 159
4.2.1.3 Konstruktionsverfahren im Text: Positionierung an hybriden Orten 166
4.2.2 „Jung’! Wer hat dir das gesagt? So sprich.“ – Rede- und Stimmenvielfalt in „Das Käthchen von Heilbronn“ oder die Frage nach der Basis einer Erzählung 172
4.2.2.1 Stimmenvielfalt und Orientierung vor dem Femegericht 181
4.2.2.2 drinnen/draußen: Standpunkte im Geschehen 188
4.2.2.3 Positionierung in unsichtbaren Räumen 198
4.2.3 Zwischenfazit 210
4.3 Verortung und Perspektive: Fokale Instanzen in „Die Familie Schroffenstein“ und „Penthesilea“ 213
4.3.1 „Denn nicht wirst Du verlangen, / Daß ich mit Deinen Augen sehen soll.“ – Zur Struktur monologischer Dialoge in „Die Familie Schroffenstein“ 213
4.3.1.1 Monologische Dialoge 219
4.3.1.2 „[…] ich war / Im eigentlichsten Sinn nicht gegenwärtig.“ Aussagen im Text 223
4.3.1.3 Von monologisch zu dialogisch – Dynamiken im Text 232
4.3.2 „Das ganze Amazonenheer zerstreut“ – Räumliche (Des-)Orientierung in „Penthesilea“ 243
4.3.2.1 „Im blut’gen Feld der Schlacht“: Standorte im Geschehen 247
4.3.2.2 „Auf uns den Lauf!“: Bewegung und Stillstand im Geschehen 259
4.3.3 Zwischenfazit 267
5 Modell zur Beschreibung von polyphonen Strukturen in Dramen 271
5.1 Zusammenfassung der geleisteten Dramentextanalysen 272
5.1.1 Die Art und Weise der figuralen Verortung 273
5.1.2 Die Bündelung sprachlich formulierter Blickwinkel auf das Geschehen (Polyphonie) 274
5.1.3 Die Relation zwischen dem Handlungsraum der Figuren und ihrem Wahrnehmungsraum (Fokalisation) 275
5.2 Strukturelle Grundlagen zur Erstellung des Beschreibungsmodells 277
5.3 Das Beschreibungsmodell 278
5.4 Abschließende Textbeispiele 284
6 Schlussbetrachtung 289
Verwendete Literatur, Verzeichnisse 291