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Der Name in der Literatur

Kohlheim, Volker

Herausgeber: Kohlheim, Rosa

Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 393

2019

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Funktionen des Eigennamens sind im literarischen Text grundsätzlich anders gewichtet als im alltagssprachlichen Diskurs: Die literarische Figur oder der literarische Raum werden durch die Namensnennung erst konstituiert. Dabei werden all die im Namen enthaltenen Konnotationen und Assoziationen, Ambiguitäten und Ambivalenzen aktualisiert, die in der alltagssprachlichen Rede möglichst unterdrückt werden. Ausgehend von diesen literatur- und sprachtheoretischen Voraussetzungen wird der literarische Name aus pragmalinguistischer, kognitivistischer, tiefenpsychologischer sowie translationswissenschaftlicher Sicht fokussiert, wobei nicht nur Personennamen, sondern auch Orts- und Straßennamen Beachtung finden. Theoretische, grundsätzliche Kapitel wechseln sich mit konkreten Analysen ab. Hierbei überwiegt zwar die deutschsprachige Literatur, doch werden auch Beispiele aus der angloamerikanischen, französischen, niederländischen, spanischen und italienischen Literatur einbezogen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Umschlag Umschlag
Titel 3
Impressum 4
Vorwort 5
Inhaltsverzeichnis 7
1 Personennamen 13
1.1 Die literarische Figur und ihr Name 13
1.1.1 Einführung 13
1.1.2 Die »Poesiehaftigkeit« des literarischen Namens 15
1.1.3 Der Eigenname in der wirklichen Welt 17
1.1.4 Der Eigenname im System des literarischen Kunstwerks 20
1.1.5 Der Eigenname im Kontext der ästhetischen Grundeinstellung 22
1.1.6 Die Konstituierungsfunktion des literarischen Namens 25
1.1.7 Die produktionsästhetische Perspektive 28
1.1.8 Umkehrung der Pyramide 30
1.1.9 Sekundäre Funktionen des literarischen Namens 32
1.1.9.1 Innersystemische Valeurs 32
1.1.9.2 Außersystemische Valeurs 36
1.1.10 Die rezeptionsästhetische Perspektive: Der literarische Name zwischen Ambivalenz, Ambiguität und Ironie 40
1.1.10.1 Einführung und Begriffsbestimmung 40
1.1.10.2 „The Importance of Being Earnest“: Ambivalenz 43
1.1.10.3 „Felix“, der Glückliche? – Ambiguität 49
1.1.10.4 Ironie 55
1.1.10.5 Die Rolle des Lesers 57
1.1.11 Über Titel 58
1.2 „Exkurs 1“: Der Eigenname bei Jean Paul: seine Funktion, seine Problematik 65
1.2.1 Jean Paul und die Namen 65
1.2.2 Attila Schmelzle: Der gebrochene Name 67
1.2.3 Quintus Fixlein: Der Name als Movens der Handlung 71
1.2.4 Siebenkäs: Die »Ordnung der Namen« 78
1.2.5 Nikolaus Marggraf oder das Verhängnis des Namens 82
1.2.6 Jean Paul und das Paradox des literarischen Namens 90
1.3 „Exkurs 2“: Unsichere Namengebung: Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ 92
1.3.1 Einführung: Erste Sätze 92
1.3.2 Poetische Setzung oder Laborversuch? 94
1.3.3 Eduard syntagmatisch und paradigmatisch 97
1.3.4 »Dilettantischer« Namentausch 100
1.3.5 Sprachskepsis und Figurenkonstitution: Goethes fragwürdige Benennung 101
1.4 „Exkurs 3“: Mehrdeutige Namen in Wilhelm Raabes Roman „Unruhige Gäste“ 103
1.4.1 Raabes ungewöhnlichstes Werk und seine Namen 103
1.4.2 Phöbe Hahnemeyer zwischen Neuem Testament und griechischem Götterhimmel 105
1.4.3 »Weltmann« Veit Frhr. von Bielow-Altrippen – »doomed from the outset« 109
1.4.4 Prudens Hahnemeyer, Pastor wider Willen 112
1.4.5 Volkmar Fuchs, der Ausgestoßene 114
1.4.6 Valerie, die nicht immer Mutige 115
1.4.7 Schluss: »Unruhige Gäste« 116
1.5 „Exkurs 4“: Der literarische Name zur Jahrtausendwende: Die Personennamen in Andreas Maiers Roman „Wäldchestag“ 117
1.5.1 Eine Literatur ohne Namen? 117
1.5.2 Veröffentlicht im Jahr 2000: Andreas Maiers Roman „Wäldchestag“ 119
1.5.3 Die Namen in „Wäldchestag“: Etwas Statistik 121
1.5.4 Sebastian Adomeit, der Sohn Adams 124
1.5.5 Jeanette Adomeit, eine Jeanne d’Arc? 125
1.5.6 Anton Wiesner oder Die Sehnsucht nach Freiheit 126
1.5.7 Die übrigen jungen Leute 128
1.5.8 Resümee und Ausblick: Der literarische Name im 21. Jahrhundert 129
1.6 „Exkurs 5“: Anredeformen in Th. Fontanes Roman „Frau Jenny Treibel“ 130
1.6.1 Einleitung: Anredeformen im historischen Wandel 130
1.6.2 Der Gebrauch des Familiennamens unter Freunden 131
1.6.3 Der Namengebrauch in der Ehe 135
1.7 „Exkurs 6“: Der literarische Name im (Musik-)Theater: Richard Wagner als Beispiel 137
1.7.1 Einführung: Namensnennung im erzählenden Text und im Drama 137
1.7.2 Techniken der Namensnennung bei Richard Wagner 138
1.7.3 Die onymische Ausdrucks- und Appellfunktion 139
1.7.4 Namenspiele 141
1.7.5 Namenvariationen 143
1.7.6 Namenkreationen 144
1.7.7 Die Angemessenheit der Namen 147
1.7.8 Name und Sein 149
1.7.9 Schluss 151
2 Ortsnamen in der Literatur: Die Namen größerer Orte 153
2.1 Die Rolle von Ortsnamen in der Literatur 153
2.1.1 Die Literarische Onomastik und ihre Toponyme 153
2.1.2 Die Konstituierung des fiktionalen Raums 154
2.1.3 Das Problem der proprialen Referenz aus kognitivistischer Sicht 157
2.1.4 Weitere Funktionen literarischer Toponyme: Semantik, Klangsymbolik und Klassifizierung 162
2.1.5 Beunruhigung und Besänftigung 166
2.1.6 »Raumzeit« 172
2.1.7 Pagan, Mandalay und Burma 175
2.2 „Exkurs 1“: Die Konstituierung von Raum durch Eigennamen in Jean Pauls Roman „Siebenkäs“ 175
2.2.1 Einführung und Inhaltsskizze 175
2.2.2 Eine Opposition: Augsburg und Kuhschnappel 177
2.2.3 Kuhschnappel, das engstirnige 179
2.2.4 Baireuth, das weitherzige 181
2.2.5 Vaduz, das jenseitige 184
2.2.6 Individuelle Topografien 186
2.2.7 Reale und fiktionale Toponyme 187
2.2.8 Schluss: Raumgestaltung in Jean Pauls Roman „Siebenkäs“ 188
2.3 „Exkurs 2“: Referenzialisierbare Toponyme in Jean Pauls Reiseerzählungen 189
2.3.1 Jean Pauls Reiseerzählungen 189
2.3.2 Von Hof nach Baireuth 189
2.3.3 Lokalisierung und »Mapping«: Die Reise nach dem Fichtelberg 191
2.3.4 Toponyme als handlungsstrukturierendes Element 194
3 Straßennamen und andere Urbanonyme in der Literatur 197
3.1 Einführung: Ein Straßenname 197
3.2 Eine Differenzierung: Reale und fiktive Urbanonyme 199
3.3 Urbanonyme als mentale Konzepte 201
3.4 Zwiegepaltene Welt: Die Straße und das Fantastische 203
3.5 Die Gasse als Mikrokosmos 205
3.6 Sag mir, wo du wohnst, und ich sag dir, wer du bist: Straßennamen als soziale Marker 209
3.7 Berlin – Dublin – Paris: Das Verschwinden des Referenten in der Moderne 212
3.8 Raum wird Zeit 219
3.9 Exkurs: Die Nähe und die Ferne: Flur-, Straßen- und andere Ortsnamen in Andreas Maiers Roman „Wäldchestag“ 222
3.9.1 „Wäldchestag“ – ein Heimatroman? 222
3.9.2 Namen schaffen den fiktionalen Raum 223
3.9.3 Nähe und Ferne 224
4 Der fremde Name in der Literatur 227
4.1 Der fremde Name in der deutschsprachigen Literatur von Goethe bis Treichel 227
4.1.1 Einführung: Der fremde Name zwischen Abscheu und Faszination 227
4.1.2 Goethe: Mignon 229
4.1.3 E.T.A. Hoffmann: Signor Formica 231
4.1.4 Joseph von Eichendorff: Das Marmorbild 237
4.1.5 Hans-Ulrich Treichel: Mein Sardinien 241
4.1.6 Schluss 248
4.2 Fremdes wird vertraut: Die Funktion von toponymischen Vergleichen in der Reiseliteratur 249
4.2.1 Einführung 249
4.2.2 Die Reisen der Herzogin Auguste von Sachsen-Coburg-Saalfeld 250
4.2.3 Die Reisetagebücher und Briefe über die Italienreisen 1821/22 und 1823/24 254
4.2.4 Die Funktion von toponymischen Vergleichen in den Reisetagebüchern und Briefen 255
4.2.4.1 Die verdeutlichende Funktion 255
4.2.4.2 Die bewertende Funktion 257
4.2.4.3 Die evozierende Funktion 259
4.2.5 Weitere Funktionen von Toponymen 261
4.2.6 Schluss 262
5 Der psychologische Faktor 263
5.1 Warum Isola Bella? Unbewusste Gründe für Jean Pauls Namenwahl 263
5.1.1 Der literarische Name und die Psychoanalyse 263
5.1.2 Jean Pauls »Kardinalroman« „Titan“ und sein Held Albano 266
5.1.3 Isabella, die falsche Mutter 270
5.1.4 Is(ol)a-bella: Der Name unter dem Text 272
5.2 Gradiva, die Geschichte einer onomastischen Obsession 277
5.2.1 Eine archäologische Publikation und ihre Folgen 277
5.2.2 Eine Erzählung und ihre Interpretation 280
5.2.3 Die Bedeutung des Namens 282
5.2.4 Nach Freud: Wege und Abwege der Interpretation 285
5.2.5 Gradiva rediviva 287
5.2.6 Schluss 290
6 Der Name in der Übersetzung: Don Quijote im Wandel der Zeiten 291
6.1 Einführung: Namen und Übersetzung 291
6.2 Don Quijote und sein erster deutscher Übersetzer 293
6.3 Personennamen (und Rocinante) 298
6.4 Toponyme 307
6.5 Schluss 308
Originalzitate 311
Literaturverzeichnis 315
Sach- und Begriffsindex 362
Rückumschlag 372