
BUCH
Poetische Berge
Alpinismus und Literatur nach 2000
Beiträge zur neueren Literaturgeschichte [Dritte Folge], Bd. 405
2019
Zusätzliche Informationen
Bibliografische Daten
Abstract
Gegenwärtig führen hohe Berge in den Kulturen des Alpinismus, in Film und Fernsehen, in den Bildenden Künsten, der Fotografie, in zahlreichen Zeitschriften und Magazinen und nicht zuletzt in der deutschsprachigen Literatur ein produktives Eigenleben. Das Buch analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Alpinismus und Literatur, welches das Phantasma Berg hervorbringt und in dem kein Part als vorgängig gelten kann. Es untersucht zahlreiche Texte der Gegenwartsliteratur von Peter Handke, Felicitas Hoppe, Elfriede Jelinek, Christian Kracht, Brigitte Kronauer, Christoph Ransmayr bis Philipp Schönthaler und erfasst damit einen bisher wenig bekannten Aspekt der neueren deutschen Literaturgeschichte. Das Hochgebirge erweist sich als poetisches Terrain und Gegenstand vielfältiger kultureller Besitznahmen, welche die vermeintlich rohe Natur als Göttersitz, Ort des Übergangs von Immanenz und Transzendenz, des Fremden und des Eigenen, des Globalen wie des Lokalen erscheinen lassen.
Inhaltsverzeichnis
Zwischenüberschrift | Seite | Aktion | Preis |
---|---|---|---|
Umschlag | Umschlag | ||
Titel | 3 | ||
Impressum | 4 | ||
Dank | 5 | ||
Inhalt | 7 | ||
I Ein Kiosk am Matterhorn | 11 | ||
II Wen(n) der Berg ruft: alpine Ideologeme der Höhe | 31 | ||
II.1 „Einen deutschen Erstbesteiger bringen“: Philipp Stölzls ‚Nordwand‘ und das nationalsozialistische Erbe der alpinen Ästhetik | 31 | ||
II.2 Trauerarbeit um die „Toten der Berge“: Elfriede Jelineks Drama ‚In den Alpen‘ | 36 | ||
II.2.1 Berge als Täter? | 40 | ||
II.2.2 „Wir haben schon viele humorvolle Bergbücher geschrieben“: Alpine Ideologeme der Höhe | 47 | ||
II.2.3 Maduschka-Bezüge: Alpinismus der Zwischenkriegszeit | 49 | ||
II.2.4 Celan-Bezüge und ein literaturhistorischer Exkurs in alpinem Setting | 55 | ||
II.2.5 Trauerarbeit um die „Toten der Berge“ | 60 | ||
III Erstbesteigungen: Poetologische und ideologiebildende Implikationen der Erstmaligkeit | 67 | ||
III.1 ‚Achttausend drunter und drüber‘: der Himalaya in der Imagination westlicher Reisender | 67 | ||
III.2 „[E]in Berg höher als der Mount Everest“: zur Poetik des Hochgebirges in Christoph Ransmayrs ‚Fliegendem Berg‘ | 73 | ||
III.2.1 „[A] mountain that flies“: die Ordnung der erzählten Welt | 78 | ||
III.2.2 „[Ein] weißer Fleck, der keine Spuren trug“: Erstbesteigung als Übertretung | 82 | ||
III.2.3 „[D]ieses spurenlose Weiß“: das Phantasma der Erstmaligkeit | 88 | ||
III.2.4 Seilschaften: Reinhold Messners ‚Nackter Berg‘ als textueller „Vorläufer“ | 91 | ||
III.2.5 „Die Ersteigung eines Berges, / der flog, festhalten“: Autorschaft und Inspiration im Zeichen des fliegenden Berges | 95 | ||
IV ‚Der beste Platz der Welt‘: Berge als Chiffren anderer Welten | 101 | ||
IV.1 Alpine Gegenwelten: literarische Traditionen seit der Moderne | 105 | ||
IV.2 „Dort oben müsste man wohnen“: Berge und Bergimaginationen in den Romanen Christian Krachts | 108 | ||
IV.2.1 „Erzählen da oben an dem Bergsee“: ‚Faserlands‘ alpine Idylle | 112 | ||
IV.2.2 „Nothing is true, everything is permitted“: ‚1979‘ und die Verheißungen des Mount Kailasch | 118 | ||
IV.2.3 „Nur Bücher gab es nicht“: ‚Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten‘ und die Utopien des Archivs | 127 | ||
V Peak Performance: Bergsteigen als Metapher nachmoderner Lebensführung | 139 | ||
V.1 Von der Berghaltung als Lebensform: ‚Nach oben ist das Leben offen‘ | 146 | ||
V.1.1 Ein Sportheim als pädagogische Provinz | 148 | ||
V.1.2 ‚Living high – training high‘ | 152 | ||
V.1.3 Kältelehren | 155 | ||
V.2 Rock-Stars: die ‚Huberbuam‘ | 158 | ||
V.3 Visuelle Obsessionen: ‚Am Limit‘ | 162 | ||
V.4 Mühen des Wegs | 167 | ||
VI Nachgänge: Alpine Selbst- und Lebensbeschreibungen zwischen literarischem und reisejournalistischem Schreiben | 171 | ||
VI.1 Abdruck und Spur: Raumpraktiken des Alpinismus als autografische Handlungen | 171 | ||
VI.2 Im Grenzgebiet: Autobiografische Schreibverfahren im alpinen Diskurs | 178 | ||
VI.3 „Den Pickel mit der Feder zu vertauschen“: Annemarie Schwarzenbachs Biografie des Schweizer Bergsteigers Lorenz Saladin und ihre zeitgenössische Rezeption | 184 | ||
VI.3.1 (Re-)Lektüren eines Lebens „für die Berge“ | 184 | ||
VI.3.2 Lorenz Saladin als biografisches Objekt | 189 | ||
VI.3.3 Anfang und Ende | 194 | ||
VI.3.4 Ein Porträt des Bergsteigers als Künstler | 198 | ||
VII Alp(t)räume: Topografien der Gefährdung | 203 | ||
VII.1 Abgänge, Stürze, Seilrisse: Bemerkungen zu Diskursivierung und Ästhetik des Bergunfalls | 205 | ||
VII.2 ‚In der Todeszone‘: Reinhold Messners Inszenierungen als Überlebender | 214 | ||
VII.3 „[I]m sacht grollenden Reich der Abtragung“: Zur Poetik der Bergnot in Brigitte Kronauers Erzählung ‚Im Gebirg‘’ | 217 | ||
VII.3.1 Krisen des Wandernden: Gedächtnis, Erinnerung, Identitätsbildung | 222 | ||
VII.3.2 Drei Unglücke: Wer spricht? | 225 | ||
VII.3.3 „Wie das wechselt!“: Die alpine Landschaft als Figuration des Katastrophischen | 227 | ||
VII.3.4 Die „andere[n] Gesetze“ der Erzählung | 229 | ||
VIII ‚EisTau‘: die Inversion der Berglandschaft | 233 | ||
VIII.1 Die Rede über die Zerstörung der Alpen | 237 | ||
VIII.2 Alpine Innenräume: Armin Linkes ‚Alpi‘ | 244 | ||
VIII.3 Das verblassende Schrift-Bild der Berge: Peter Handkes ‚Bildverlust oder Durch die Sierra de Gredos‘ | 248 | ||
IX Das Formen der Berge: zur Ästhetikdes Alpinen in der Nachmoderne | 265 | ||
IX.1 Poetische Berge | 267 | ||
IX.2 Über Berge schreiben | 270 | ||
IX.3 Ausblick: „Ausgerüstet[e] Erkenntnis“ und die „Essenz“ des Mont Aiguille – montane Metaphern in Bruno Latours ‚Existenzweisen‘ | 272 | ||
Literaturverzeichnis | 279 | ||
Abbildungsverzeichnis | 307 | ||
Rückumschlag | Rückumschlag |