
BUCH
Ars Romana
List und Improvisation in der augusteischen Literatur
Bibliothek der klassischen Altertumswissenschaften, Neue Folge, 2. Reihe, Bd. 122
2012
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Abstract
Die Vorstellung, dass 'fides' der Maßstab politischer Ethik zu sein habe, wird von vielen römischen Autoren transportiert. Der Historiker Livius bezeichnet daher die List als die am „wenigsten römische Kunst“, 'ars minime Romana'. Doch die Kultur der Römer, die sich an so vielen Werten zu orientieren scheint, hat möglicherweise gerade deswegen einen gesteigerten Bedarf an listigen Handlungsoptionen entwickelt. Der List eignet das Potenzial, Regeln zu unterlaufen, ohne sie preiszugeben, und genau dadurch ist sie für die Römer so wertvoll. Besonders die jungen Männer haben in Rom die Lizenz listig zu handeln und können mit dieser Lizenz den römischen Staat aus mancher politischen Verlegenheit befreien. In der vorliegenden Studie wird das Motiv der List vor allem in der augusteischen Literatur untersucht: der Geschichtsschreibung, der Liebeselegie und dem Epos. 'Virtus' und 'dolus': der alte Dualismus erscheint so in immer neuen Varianten und wird zum Teil in überraschender Weise aktualisiert: im Krieg, in der Liebe und schließlich sogar im Rahmen eines kosmischen Weltverständnisses. (Der Autor ist Preisträger des „Heidelberger Förderpreises für klassisch-philologische Theoriebildung“ 2007)
Inhaltsverzeichnis
Zwischenüberschrift | Seite | Aktion | Preis |
---|---|---|---|
Vorwort | 7 | ||
Inhaltsverzeichnis | 9 | ||
1 Einleitung | 11 | ||
1.1 Die List im Rahmen der Forschufng zu den römischen Werten | 11 | ||
1.2 Definitionen der List | 19 | ||
1.3 Die Performativität der List | 25 | ||
1.4 Römische Listfeindlichkeit als Gattungsphänomen | 37 | ||
1.5 Methodik und Gliederung | 65 | ||
2 Eine kleine Geschichte der Liste | 75 | ||
2.1 Romulus | 76 | ||
2.2 Numa Pompilius | 85 | ||
2.3 Tullus Hostilius und Ancus Marcius | 88 | ||
2.4 Die etruskischen Könige | 98 | ||
2.5 Tarquinius Superbus | 100 | ||
2.6 Das Ende des Königtums | 110 | ||
2.7 Das erste Jahr der Republik | 111 | ||
2.8 Das zweite Jahr der Republik | 115 | ||
3 Die List und die Erfordernisse einer neuen Außenpolitik | 123 | ||
3.1 Der livianische Bericht und die historische Entwicklung | 123 | ||
3.2 Caudium | 134 | ||
3.3 Das Vorbild Hannibal | 153 | ||
3.4 Résumé | 177 | ||
4 Die Griechisch-Römische Komödie | 183 | ||
4.1 Die Freude am Bösen | 183 | ||
4.2 Väter und Söhne, List und Verantwortung | 193 | ||
4.3 Muliebre consilium: Die List der Frauen | 224 | ||
5 Quis fallere possit amantem? Die elegische List | 233 | ||
5.1 Die List bei Vergil | 233 | ||
5.2 Aeneas als amator perfidus | 238 | ||
5.3 Auf der Suche nach der verlorenen List: Die Liebeselegiker | 249 | ||
5.4 Zwischenergebnis | 285 | ||
6 Die List und die Stimme: Metamorphosen | 289 | ||
6.1 Fatum und Metamorphose | 289 | ||
6.2 Metis und Metamorphose | 297 | ||
6.3 Metamorphosen der List | 303 | ||
6.4 Das elegische Weltbild der Metamorphosen | 313 | ||
6.5 List und Ordnung | 319 | ||
6.6 Natürlicher Wandel - menschliche Ordnung | 321 | ||
6.7 Natur und Perversion | 323 | ||
6.8 Tereus und Procne: Intrigen gegen die Stimme | 327 | ||
6.9 Die geordnete Natur: Stimme als Mittlerin von List und Gewalt | 350 | ||
6.10 Gewalt und Ordnung, List und Wandel | 354 | ||
6.11 Hercules: Der offensive Herrscher | 355 | ||
6.12 Aeneas: Der Gründer auf der Flucht | 366 | ||
7 Literaturverzeichnis | 371 |