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Lehrreiche Trugbilder

Senecas Tragödien und die Rhetorik des Sehens

Kirichenko, Alexander

Bibliothek der klassischen Altertumswissenschaften, Neue Folge, 2. Reihe, Bd. 142

2013

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die moderne Rezeption der Tragödien Senecas wird von den Oppositionen zwischen Rhetorik und Theater und zwischen Philosophie und Literatur dominiert. Die vorliegende Studie hat zum Ziel, dieses dualistische Denken zu überwinden. Das gelingt vor allem durch eine Analyse der rhetorischen Mechanismen, die dazu dienen, den visuell überwältigenden Effekt der senecanischen Rhetorik in einen kognitiven Prozess zu transformieren. Senecas Rhetorik des Sehens wird anschließend sowohl im Kontext der kaiserzeitlichen visuellen Ästhetik als auch innerhalb von Senecas philosophischem Oeuvre betrachtet. Als Folge entsteht ein differenzierteres Porträt des ‚Seneca tragicus‘, dessen Rhetorik zutiefst theatralisch ist, dessen dramatische Dynamik durch die statische Rhetorik ihre Kraft überhaupt erst entfalten kann, der literarische Anspielungen zu philosophischen Zwecken verwendet und gerade in seinen philosophischsten Momenten vor allem ein Dichter bleibt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhaltsverzeichnis VII
Vorwort IX
Einleitung 1
Teil I: Ekphrasis und Metatheater 17
1. Das Leben als Heldentat: "Hercules Furens" 17
2. "Imago mortis: Phaedra" 35
3. Ein Blick "de profundis: Agamemnon" 61
4. Der Tod als Spektakel: "Troades" 79
5. Der blanke Horror: "Medea" 101
6. Das innere Monster: "Oedipus" 119
7. Die Entfesselung eines Überbietungskünstlers: "Thyest" 147
Teil II: Schock und Erkenntnis 169
8. "Mirabile visu:" Das Staunen in der kaiserzeitlichen visuellen Ästhetik 169
9. Lehrreiche Trugbilder: Philosophie und Theater in Senecas Œuvre 207
10. „Du musst dein Leben ändern“: Der Chor und das tragische Spektakel 249
Bibliographie 281
Index locorum 295