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Zweifel an der Liebe

Zu Form und Funktion selbstreferentiellen Erzählens im höfischen Roman

Buhr, Christian

Frankfurter Beiträge zur Germanistik, Bd. 57

2018

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Vielen narratologischen Darstellungen gilt literarische Selbstreferentialität als ein wesentliches Kennzeichen neuzeitlicher Dichtung. Im Bereich der Epik wird dann nicht selten behauptet, der ‚Don Quijote‘ sei der allererste Roman, der sich selbst zum Referenzobjekt mache und in diesem Zuge ‚histoire‘ und ‚discours‘ gleichberechtigt nebeneinandertreten lasse. Aufgrund dieses epistemischen Vorbehalts wird jedoch oft übersehen, dass Selbstreferentialität eine grundlegende Möglichkeit jedweden Dichtens darstellt, von der seit Homers ‚Odyssee‘ in verschiedentlicher Weise und in wechselnder Intensität Gebrauch gemacht wurde. Anhand der Analyse exemplarischer mittelhochdeutscher und altfranzösischer Texte erbringt der vorliegende Band den Nachweis, dass auch die höfische Literatur des Mittelalters spezifische Formen selbstreferentiellen Erzählens auszubilden vermochte, und hinterfragt zugleich, warum derartige Phänomene zumeist dort zu beobachten sind, wo von der Liebe gehandelt wird.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Vorrede und Dank 5
Inhalt 7
1 Lust am Text 9
1.1 Textkorpus 25
1.2 Methodik 33
I ‚Close reading‘ 36
II Implizite und explizite Formen 36
III Selbstreferentialität 40
IV Vertikalität und Horizontalität 46
V Zweifel an der Liebe 48
2 Narziss im Blumenidyll (‚Flore und Blanscheflur‘) 53
I Kinderminne 59
II Liebescodes 64
III Umkämpfte Fiktion 69
IV Der Pokal 75
V Märchenschluss 79
3 Muster des Erzählens (‚Aucassin et Nicolette‘) 89
4 Ein Ende finden (‚Tristan und Isolde‘) 95
4.1 Béroul 101
I Reiteratives Erzählen 105
II Memoria 109
III Der fehlende Schluss 113
4.2 Tristan als Narr 119
4.3 Eilhart von Oberg 133
I Autor, Werk und Überlieferung 137
II Liebe als Lebensgeschichte 145
III Liebe und Wahnsinn 153
IV ‚Wie Keheniß vergieng und Tristrand töttlich wunden enpfieng‘ 159
V Schluss 164
4.4 ‚Version courtoise‘ 169
4.4.1 Thomas von Britannien 171
I ‚Desir et voleir‘ 176
II ‚Salle aux images‘ 187
III ‚Tristan le Naim‘ 194
IV Von Anfang und Ende 198
4.4.2 Gottfried von Straßburg 205
I Entdeckung 212
II Abschied 217
III Die Liebe, unendlich? 226
IV Nach der gestundeten Zeit 235
V Die Grenze des Todes 241
5 Im Netz der Dinge (‚Cligès‘) 247
I ‚Tristan retourné‘ 253
II Die Kunst des Erzählens 259
III Der Text und sein Doppel 267
6 Liebe als Spiel (‚Frauendienst‘) 273
I Form 280
II Prolog 285
III Erster Dienst 287
IV Wunschminne und ‚wânwîse‘ 303
V Zweiter Dienst 316
VI Das versäumte Leben 326
7 Resümee und Ausblick 335
Abkürzungsverzeichnis 359
Literaturverzeichnis 361
Forschungsregister 395
Abbildungsnachweise 401
Backcover 402