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Geordnete Spontaneität

Lyrische Subjektivität bei Achim von Arnim

Jost-Fritz, Jan Oliver

Germanisch-Romanische Monatsschrift. Beihefte, Bd. 63

2014

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Lyrik Achim von Arnims ist immer noch das Stiefkind der sonst recht regen Diskussion um Arnim im Besonderen und die Romantik im Allgemeinen. Seine Abwesenheit im Kanon romantischer Lyrik, eine nicht immer glücklich verlaufene Editionsgeschichte, aber auch der bisweilen etwas spröde Charakter vieler Gedichte selbst standen einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem thematisch und formal vielfältigen Werk lange im Wege. Dabei zeigt ein Blick gerade auf die Eigenheiten von Arnims Œuvre, dass er auch im Bereich der Lyrik als eine Hauptgestalt der deutschen Romantik gelten kann. Statt ein Medium subjektiven Selbstausdrucks zu sein, ist Arnims Lyrik eine Art Entdeckungsreise zum Grund des Ichs selbst, zu einem Grund, der phänomenologisch erkundet wird. Es ist diese Phänomenologie des Ichs, die in der vorliegenden Untersuchung an einer Auswahl von Arnims poetologischen Schriften und einer Auswahl aus den Gedichten herausgearbeitet wird und die Arnims Lyrik an die Seite romantischer Lyriker wie Novalis, Tieck, Brentano oder Eichendorff stellt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhaltsverzeichnis 5
Anmerkung 7
1 Arnims Lyrik: Umrisse einer Poetik 9
1.1 Subjekt und Subjektlosigkeit. Diskussionsansätze zu Arnims Lyrik 9
1.1.1 Subjektivität als Perspektive 9
1.1.2 „Bei Arnim’s Gedichten komme ich auch auf besondere Gedanken 12
1.1.3 Poetik zwischen Herz und Hirn 18
1.2 Arnims romantische Sprachtheorie 24
1.2.1 Hypothese der Spontaneität als Fluchtpunkt der Arnimschen Poetologie 24
1.2.2 Lyrische Sprache zwischen Musik und Gedanke 31
1.2.3 Empfindung und Artikulation. Zum Verhältnis von Gefühl und Gestaltung 36
1.3 Poetik zwischen Spontaneität und Arbeit 43
1.3.1 Spontaneität als (Sprach-)Witz 43
1.3.2 Arbeit und ihre Bedeutung im Kontext der Poetologie Arnims 53
1.4 Poetische Form und Diskursivität des Gedichts 62
2 Selbstbehauptung und Transzendenz 73
2.1 Rausch und Subjektlosigkeit 73
2.2 Metaphern und poetische Kontrolle 81
3 Psychologie, Subjektivität und Erlösung 93
3.1 Die Tiefe des Subjekts 93
3.1.1 Romanze und Subjektivität 93
3.1.2 Das „leere Herz“ und die Einbildungskraft 96
3.1.3 Nachtrauschen 102
3.1.4 Das Unbewusste und seine Diskursivierung 107
3.2 Die Rose 110
3.2.1 Arnims ästhetische Geographie 110
3.2.2 Triebnatur und atmosphärischer Raum 115
3.2.3 Individuationsversuch und Triebnatur 121
3.2.4 Verweigerte Erlösung 130
3.3 Verwirklichte Erlösung in Der Rheinfall 134
3.3.1 Selbstbestimmung als Erlösungsvoraussetzung 134
3.3.2 Die Metaphorik des Wohnens und des Übergangs 138
3.3.3 Die verwirklichte Erlösung 143
4 Bildung und Apotheose. Arnims Sonette 145
4.1 Arnims Künstlerroman in Sonetten 145
4.1.1 Einleitung 145
4.1.2 Das Formzitat als Konstruktionsprinzip: Sonett und Künstlerroman 147
4.1.3 Die Parodie des Epos 155
4.2 Der Heidelberger Literaturstreit 159
4.2.1 J. H. Voß’ Kritik romantischer Re-Mystifizierung der Aufklärung 159
4.2.2 Formation der klassischen Position bei Vo 174
4.2.3 Voß’ Sonett-Polemik 177
4.3 Mythologie der Subjektivität 182
4.3.1 Inspiration und Emotionspoetik 182
4.3.2 Die ‚bacchischen’ Sonette 189
4.3.3 Nihilismus und Selbstdestruktion 212
4.4 Autonomie und Apotheose 220
4.4.1 Bildungsidee und Liebe 220
4.4.2 Die Neue Mythologie der Subjektivität 224
5 Subjektkonstitution zwischen Himmel und Erde 229
5.1 Metaphysik des Schwebens 229
5.2 Himmel und Erde 231
5.3 Aufforderung und Subjektivität 239
6 Zusammenfassung 247
7 Verwendete Literatur 251
7.1 Quellen 251
7.2 Forschungsliteratur 256
7.3 Abbildungen 267