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Ästhetische Emotion

Formen und Figurationen zur Zeit des Umbruchs der Medien und Gattungen (1880–1939)

Herausgeber: Knaller, Susanne | Rieger, Rita

Germanisch-Romanische Monatsschrift. Beihefte, Bd. 73

2016

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Der interdisziplinär konzipierte Sammelband nähert sich den ästhetischen Emotionsparadigmen um 1900 aus unterschiedlichen Perspektiven. Dabei wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass eine der Besonderheiten dieser Zeit ein noch zu wenig von der Forschung zur Kenntnis genommener ›emotional turn‹ ist, der eine nachhaltige Revision von Gefühlsprogrammatiken bedingt. Veränderte Wissens- und Wissenschaftssysteme, die spezifische Evolution technischer Medien und die durch die Avantgarden angestoßenen Entgrenzungsbewegungen von Kunst und Leben wirken auf Kunstformen, literarische Emotionalisierungstechniken sowie Rezeptionsmodi zurück. Anhand von literarischen, programmatischen und theoretischen Texten analysieren die einzelnen Beiträge Realitätsstatus, Handlungsmacht und die kognitiven, moralisch-ethischen und ästhetischen Funktionen von Emotionen für Philosophie, Literatur, Kunst und Film.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 5
Susanne KNALLER und Rita RIEGER, Ästhetische Emotion. Modelle und Paradigmen in Zeiten des Umbruchs der Künste und Wissenschaften. Eine Einleitung 7
1 Theoretisierung ästhetischer Emotion 23
Nicola GESS, Poetiken des Staunens im frühen 20. Jahrhundert: Brecht, Šklovskij und Benjamin, ihre Theorien der Verfremdung und ein Ausgangspunkt bei Descartes 25
Günther A. HÖFLER, »In allem ästhetischen Verhalten spüren wir uns in besonderem Grade lebendig« – Zu Aspekten von Johannes Volkelts Ästhetik des Tragischen und seiner Gefühlstheorie 57
Harro MÜLLER, Lust und Schrecken: Beobachtungen zu Friedrich Nietzsches Die Geburt der Tragödie 75
Jörg PAULUS, Gefühlsphänomenologie und Affekthandwerk: Emotionalität in philologischen Programmschriften der 1920er Jahre 93
Hans-Georg POTT, Zur philosophischen Anthropologie der Gefühle 115
2 Emotion als Movens und Medium des Schreibens 131
Renate STAUF, »Du bist über mein Herz geschritten«: Das Schreiben der Liebe bei Karl Kraus und Sidonie Nádherný von Borutin 133
Toni THOLEN, Essayismus des Gefühls: Anmerkungen zum Liebe Schreiben bei Musil und Kafka 161
Susanne KNALLER, Die Lust am Recht. Emotion, Recht und Literatur um 1900 179
Rita RIEGER, Gegen die Langeweile: Tanz und Sprachhandlungen in Paul Valérys L’Âme et la Danse 201
Mandy BECKER, Im Wartesaal: Zu einer epochenspezifischen Stimmung der Weimarer Republik 219
3 Zur Reziprozität von Kunstformen, technischen Medien und Emotion 249
Hermann KAPPELHOFF und Matthias GROTKOPP, Das Kino und die ästhetische Refiguration gesellschaftlicher Austauschprozesse: Medienästhetische Neuordnungen des Verhältnisses von Affektivität und sozialer Lebenswelt bei Eisenstein und Vertov 251
Sabine FLACH, »Die Welt, das sind unsere Empfindungen, sie besteht aus unseren Empfindungen«. Fühlen, Wahrnehmen, Denken – Avantgarde als Laboratorium der Wahrnehmung 275
Elisabeth FRITZ, La volonté de chance: Schockierende Bilder in der Zeitschrift Documents und das Erkenntnispotenzial des Zufalls 299
Anke HENNIG, Die Kinoidee Osip Briks und das ›emotionale Szenarium‹ 327
Beiträgerinnen und Beiträger 349
Auswahlbibliografie 355
Register 365