Menu Expand

Schriftsinn und Epochalität

Zur historischen Prägnanz allegorischer und symbolischer Sinnstiftung

Herausgeber: Huss, Bernhard | Nelting, David

Germanisch-Romanische Monatsschrift. Beihefte, Bd. 81

2017

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Frage nach dem „geistigen Sinn des Wortes“ (Ohly) bezeichnet das vielleicht tiefgreifendste hermeneutische Problem, das sich mit dem mittelalterlichen Denken verbindet. ‚Spirituelle‘ Bedeutungsebenen von Texten konstituierten sich über zunächst philosophische und philologische Verfahren, die rhetorischen Rastern unterzogen und vom Christentum neu gedacht und modifiziert wurden. Von Belang waren dabei insbesondere das Symbol als Zeichen einer (meist) ‚urwüchsigen‘ Transparenz und die Allegorie als Figur semiotischer Vielschichtigkeit. Deren Implikate ziehen sich indes weit über das Mittelalter hinaus in die Vormoderne hinein und werden in der Moderne kritisch hinterfragt. Anhand konkreter Fallstudien beleuchtet der vorliegende Band die je epochale Relevanz und historische Spezifität von Allegorie und Symbol. Die Bandbreite reicht von Autoren wie Alanus ab Insulis über Frauenlob, Petrarca, Conrad Celtis, Ronsard, Tasso, Marino und Angelus Silesius bis hin zu Baudelaire und Vittorini.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover Cover
Titel 3
Impressum 4
Inhaltsverzeichnis 5
Bernhard Huss/David Nelting: Zur Einführung: Schriftsinn und Epochalität 9
Andreas Kablitz: Die doppelte Ontologisierung der Allegorie in der westlichen Kultur 19
Jan-Dirk Müller: Amalars Messallegorese: Allegorie und Theatralität 87
Beate Kellner: Allegorien der Natur bei Alanus ab Insulis – mit einem Ausblick auf die volkssprachliche Rezeption 113
Susanne Köbele: Evidenz und Auslegung. Effekte bildlogischer Synchronisierung in Frauenlobs "Kreuzleich" 145
Bernhard Huss: Diskurs und Substanz in Petrarcas "Trionfi" 187
Franz Penzenstadler: Mythologie und Allegorie in der französischen Renaissance (Maurice Scève, Pontus de Tyard, Pierre de Ronsard) 227
Klaus W. Hempfer: Interpretationstheoretische Implikationen der Epenallegorese des 16. Jahrhunderts 253
Claudia Wiener: Elegische Astrologie. Sterndeutung in den "Amores" des Conrad Celtis 271
Friedrich Vollhardt: ‚Coincidentia oppositorum‘. Entstehung und Verbreitung einer Denkfigur in der Literatur der Frühen Neuzeit (Valentin Weigel, Angelus Silesius) 297
Maria Moog-Grünewald: Nicht Symbol, nicht Allegorie, sondern Bild: Anmerkungen zu einer philosophisch begründeten Bildwissenschaft 321
Marc Föcking: Endspiele des Allegorischen in Torquato Tassos "Gerusalemme liberata" und Giovan Battista Marinos "Adone" 343
Johann N. Schmidt: Metaphern als ‚ignes fatui‘ in Swifts Satiren 367
Florian Mehltretter: Zu den okkulten Quellen des Symboldenkens im französischen Illuminismus 375
David Nelting: Allegorismus und Realismus in Elio Vittorinis "Conversazione in Sicilia" 391
Back-Cover Back-Cover