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Informationsmanagement im gesprochenen Deutsch

Eine diskurspragmatische Untersuchung syntaktischer Strukturen in Alltagsgesprächen

Proske, Nadine

OraLingua, Bd. 5

2016

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Studie untersucht die syntaktischen und lexikalischen Mittel, die verwendet werden, um die in der Spontansprache bevorzugte Verteilung von Information herzustellen. Quantitativ wird die von Du Bois als ‚Preferred Argument Structure‘ beschriebene Beschränkung von Teilsätzen auf einen neuen Referenten, der zudem in transitiven Sätzen in der Regel nicht als Subjekt erscheint, fürs Deutsche bestätigt und präzisiert. Qualitativ wird gezeigt, welche unterschiedlichen Funktionen bei der Ein- und Weiterführung von Referenten hochfrequente, semantisch unspezifische Verben (z.B. ‚haben‘ und ‚machen‘) übernehmen. Theoretisch wird vor dem Hintergrund gebrauchsbasierter Ansätze wie der Konstruktionsgrammatik die Möglichkeit der Integration diskurspragmatischer Tendenzen ins sprachliche Wissen diskutiert.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel III
Impressum IV
Inhalt V
Danksagung IX
Einleitung 1
1 Informationsmanagement in spontan gesprochener Sprache: theoretische Grundlagen 7
1.1 Forschungsstand: Informationsstruktur und Informationsmanagement 7
1.1.1 Begriffsklärung und Abgrenzung: Information, Wissen, Aktivierung 7
1.1.2 Einordnung in das Forschungsfeld der Informationsstruktur 9
1.1.3 Die drei Informationsflussmerkmale 11
1.1.3.1 Informationsstatus 11
1.1.3.2 Identifizierbarkeit 17
1.1.3.3 Weiterführung und Weiterführbarkeit 18
1.1.3.4 Interaktion der Merkmale und Korrelation mit Kernstatus der Argumente 21
1.2 Ansätze zur Beschreibung und theoretischen Erfassung diskurspragmatischer Tendenzen 23
1.2.1 Preferred Argument Structure 23
1.2.1.1 Allgemeines 23
1.2.1.2 Die vier Tendenzen im Einzelnen 24
1.2.1.3 Sprachund Genreunterschiede 27
1.2.1.4 Die flexible S-Relation 33
1.2.1.5 Nichtkernargumente 34
1.2.2 Alternativer Ansatz zur Informationsverteilung: Chafes Modell 36
1.3 Informationsmanagement im Deutschen 37
1.4 Vorgreifender Überblick über die Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen 39
2 Die Korpusanalyse: Datenerhebung und -aufbereitung, Klassifikationskriterien, Auswertung und Ergebnisse 43
2.1 Datenerhebung und aufbereitung, Klassifikationskriterien 44
2.1.1 Das Korpus 44
2.1.2 Transkription und Korpusaufbereitung 47
2.1.2.1 Transkriptionssystem und Relevanz der Segmentierung in Intonationseinheiten 47
2.1.2.2 Intonationseinheiten 49
2.1.2.3 Weitere Transkriptionskonventionen 51
2.1.2.4 Korpusaufbereitung 51
2.1.2.5 Klassifikationskriterien für die untersuchten Merkmale 52
2.1.2.6 Zusammensetzung des Korpus 57
2.2 Ergebnisse der Korpusanalyse 59
2.2.1 Zusammenhang von Informationsstatus und syntaktischer Relation 59
2.2.2 Ergebnisse zum Informationsstatus 60
2.2.3 Ergebnisse zur Realisierungsform 66
2.2.4 Zwischenfazit 71
2.2.5 Menge der neuen und lexikalischen Argumente in Kernrelation pro Teilsatz 71
2.2.6 Ausnahmen zu den beobachteten diskurspragmatischen Tendenzen 75
2.2.6.1 Ausnahmen zur Tendenz zur Vermeidung von neuen A-Argumenten 76
2.2.6.2 Ausnahmen zur Tendenz zur Vermeidung von mehr als einem neuen Kernargument pro Teilsatz 84
2.2.6.3 Ausnahmen zu den Tendenzen auf der Ebene der Realisierungsform 88
2.2.7 Ergebnisse für Subtypen von S 91
2.2.8 Unterschiede der einzelnen Gespräche im Korpus 93
2.2.9 Fazit zur quantitativen Analyse der syntaktischen Relationen 94
2.2.10 Die häufigsten Verben 95
3 Kopulasätze 103
3.1 Forschungsstand 104
3.2 Quantitative Ergebnisse 107
3.2.1 Korpusanalyse 107
3.2.2 Häufigkeit der unterschiedlichen formalen Typen 107
3.2.3 Informationsstatus 112
3.3 Qualitative Betrachtung einiger sehr häufiger fester Fügungen 114
3.3.1 Die Demonstrativpronomen "der", "die" und "das" und die Sonderrolle der Form "das" 114
3.3.2 "Das ist" – die einzelnen Typen nach Referenz des Subjekts 118
3.3.2.1 Das verweist auf einen Referenten 121
3.3.2.2 Das verweist auf einen Sachverhalt 125
3.3.2.3 Das ist nicht referenziell 126
3.3.2.4 Fließender Übergang zwischen "das" als Verweis auf einen Sachverhalt und nicht referenziellem Gebrauch von "das" sowie zwischen anaphorischer und kataphorischer Interpretation 129
3.3.2.5 "Das ist" – Fazit 135
3.3.3 "Da ist" – eine verfestigte Fügung zur Einführung von Referenten 136
3.4 Fazit 141
4 Präpositionalobjekte und Präpositionalobjektverben 145
4.1 Forschungsstand 146
4.1.1 Die syntaktische Relation Präpositionalobjekt 146
4.1.2 Syntaktische und semantische Kriterien zur Identifikation von Präpositionalobjekten 146
4.1.3 Informationsstrukturelle Merkmale von Präpositionalobjekten 150
4.2 Informationsstatus und Realisierungsform 151
4.3 Häufige Präpositionalobjektverben und verfestigte Fügungen 157
4.3.1 Häufigkeit 157
4.3.2 Präpositionalobjektverben mit Komplementsatz und verfestigte Fügungen 159
4.3.2.1 "Es geht darum" 160
4.3.2.2 "Es kommt drauf an" 162
4.4 Fazit 166
5 Semantisch unspezifische transitive Verben: Was die Objektleerstellen der häufigsten Vollverben "haben" und "machen" leisten 169
5.1 "Haben" 169
5.1.1 Forschungsstand und Wörterbuchbedeutungen 169
5.1.2 Diskursprofil 173
5.1.3 Verwendungsweisen im Korpus 174
5.1.3.1 Kernbedeutung ‚besitzen‘? 174
5.1.3.2 Blasse Bedeutung ‚Y (Objekt) existiert und steht in irgendeiner Relation zu X (Subjekt)‘ 175
5.1.3.3 Dreistellige Variante 179
5.1.3.4 Nur Existenz angebende Variante 182
5.1.3.5 Kopulaähnliche Verwendung – Kombination mit nicht referenziellem Objekt 188
5.1.3.6 Weitere anhand des Korpus zu identifizierende Varianten 192
5.1.4 Fazit zu "haben" 193
5.2 "Machen" 193
5.2.1 Wörterbuchbedeutungen 193
5.2.2 Diskursprofil 195
5.2.3 Verwendungsweisen im Korpus 195
5.2.3.1 Kernbedeutung ‚durch Handlung entstehen lassen‘? 196
5.2.3.2 Blasse Bedeutung ‚etwas ausführen‘ 197
5.2.3.3 Kopulaähnliche Verwendung – Kombination mit einem nicht referenziellen Objekt sowie idiomatische Wendungen mit "machen" 202
5.2.3.4 Die "das-machen"-Fügung 203
5.2.4 Fazit zu "machen" 210
5.3 Zusammenfassung zu den Diskursprofilen von "haben" und "machen" 210
5.4 Theoretische Diskussion 211
5.4.1 Fragestellungen 211
5.4.2 "Haben" und "machen" als Funktionsverben? 213
5.4.3 Besonders blasse Varianten als eigenständige Lexeme 215
5.4.3.1 "Haben" mit nicht referenziellem A-Argument 215
5.4.3.2 "Machen" mit auf Sachverhalt verweisendem O-Argument 218
5.5 Fazit 221
6 Strategien des Informationsmanagements 225
6.1 Einführung von Referenten 226
6.1.1 Transitive Strategien 226
6.1.2 Intransitive Strategien 228
6.1.3 Nicht valenzgebundene Strategien 229
6.2 Weiterführung von Referenten 238
6.2.1 Transitive Strategien 239
6.2.2 Intransitive Strategien 240
6 3 Schlussfolgerungen und Implikationen 241
7 Theoretische Schlussfolgerungen 245
7.1 Sprachliches Wissen 247
7.1.1 Informationsmanagement und Informationsstatus als Motivationen für Konventionalisierungen 251
7.1.1.1 Unspezifische Verben und feste Fügungen bei der Einund Weiterführung 252
7.1.1.2 Spezialisierung von syntaktischen Relationen auf die Einoder Weiterführung 253
7.1.2 Repräsentation der Tendenzen zum Informationsstatus 254
7.1.3 Diskurspragmatisches Wissen als Bestandteil des sprachlichen Wissens 257
7.1.4 Kontextabhängigkeit – Vagheit 263
7.1.5 Redundante Speicherung und Einheitenbildung 265
7.1.6 Rolle der Häufigkeit 269
7.1.7 Ein Modell der gebrauchsbasierten Erfassung der Valenz 272
7.1.8 Zusammenfassung zum sprachlichen Wissen 277
7.2 Grammatiktheorie 278
7.2.1 Theorie der gesprochenen Sprache 278
7.2.2 Abgleich der Ergebnisse mit einem Grammatikmodell 280
7.2.2.1 Grundzüge der Konstruktionsgrammatik 280
7.2.2.2 Probleme mit der Konstruktionsgrammatik 282
7.2.2.3 Vorschläge zu einem dynamischeren Konstruktionsbegriff 295
7.2.3 Zusammenfassung zur Grammatiktheorie 299
7.3 Methodische Schlussfolgerungen 300
7.4 Ausblick 303
8 Transkriptionskonventionen 307
9 Literatur 309