
BUCH
Wissenszuschreibungen in der Interaktion
Eine gesprächsanalytische Untersuchung impliziter und expliziter Formen der Zuschreibung von Wissen
OraLingua, Bd. 12
2016
Zusätzliche Informationen
Bibliografische Daten
Abstract
Interagierenden steht zur Anzeige und Aushandlung geteilten Wissens (‚common ground‘) eine Vielzahl sprachlich-kommunikativer Formen zur Verfügung. Am Beispiel der Modalpartikel ‚ja‘ und des mentalen Verbs ‚wissen‘ befasst sich die Studie mit Momenten in der Interaktion, in denen Interagierende einander erkennbar Wissen zuschreiben. Vorkommen dieser beiden Formen in drei Gesprächstypen werden konversationsanalytisch und interaktional-linguistisch untersucht. Dabei werden einerseits funktionale, argumentative, rhetorische, sequenzielle und beteiligtenbezogene Aspekte der einzelsprachlichen Praktiken herausgearbeitet und andererseits allgemeine Schlüsse zur interaktiv-sozialen Relevanz von Wissenszuschreibungen in der Interaktion gezogen, insbesondere in Hinblick auf die Anzeige und Aushandlung wissensmäßiger Rechte und Pflichten von Interagierenden. Die Studie zeigt, inwiefern es methodisch möglich und erkenntnisträchtig ist, einen mentalen Gegenstand wie Wissen konversationsanalytisch zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
Zwischenüberschrift | Seite | Aktion | Preis |
---|---|---|---|
Cover | C | ||
Titel | III | ||
Impressum | IV | ||
Inhaltsverzeichnis | V | ||
Danksagung | IX | ||
1 Einleitung | 1 | ||
1.1 Hinleitung und Gegenstand der Arbeit | 1 | ||
1.2 Forschungskontext | 2 | ||
1.3 Fragestellung, Methode und Ziel | 3 | ||
1.4 Aufbau der Arbeit | 5 | ||
2 Grundlegende Annahmen über geteiltes Wissen: Wissen als Voraussetzung von Interaktion | 9 | ||
2.1 Reziprozität der Perspektiven und Theory of Mind | 9 | ||
2.1.1 Reziprozität der Perspektiven soziologisch | 9 | ||
2.1.2 Theory of Mind | 10 | ||
2.1.3 Fazit zur Theory of Mind und der Reziprozität der Perspektiven | 11 | ||
2.2 Common ground | 11 | ||
2.2.1 Der Begriff des common ground und seine Unterkategorien | 12 | ||
2.2.2 Die Sicherheit von Annahmen über einen common ground | 14 | ||
2.3 Weltwissen, Alltags- und Allgemeinwissen | 16 | ||
2.4 Inferenzen, bridging und Präsuppositionsakkommodation | 18 | ||
2.5 Zwischenfazit: Die Eignung der bisher diskutierten Dimensionen von Wissen für eine interaktionale Analyse | 19 | ||
3 Epistemologische und methodologische Überlegungen zur Untersuchung mentaler Entitäten in Sprache-in-Interaktion | 23 | ||
3.1 Konversations- und Gesprächsanalyse: Interaktion als geordnetes soziales Handeln | 23 | ||
3.1.1 Natürlichkeitsprinzip | 24 | ||
3.1.2 display-These | 25 | ||
3.1.3 Interaktionale Linguistik | 26 | ||
3.2 Untersuchung von kognitiven Phänomenen in der Interaktion: Epistemologische Überlegungen und Einordnung in den Forschungsstand | 27 | ||
3.2.1 Epistemologische Überlegungen zur Untersuchung mentaler Konstrukte in der Interaktion | 27 | ||
3.2.2 Einordnung in den Forschungsstand | 29 | ||
4 Sprachliche und interaktive Praktiken der Anzeige und Aushandlung von geteiltem Wissen | 33 | ||
4.1 Recipient design – Die Äußerungsgestaltung auf einen Partner hin | 33 | ||
4.1.1 Sprachliche Praktiken des Adressatenzuschnitts | 34 | ||
4.2 Geteiltes Wissen qua Interaktionssituation | 36 | ||
4.2.1 Räumliche Kopräsenz | 37 | ||
4.2.2 Interaktionale Kopräsenz: discourse record und grounding | 38 | ||
4.3 Epistemische Positionierung: Sprachliche Verfahren und soziale Dimensionen | 40 | ||
4.3.1 Epistemic stance | 41 | ||
4.3.2 Epistemic status und die Aushandlung von epistemic stance | 45 | ||
5 Methodische Anlage, Ziele und Datengrundlage | 57 | ||
5.1 Methodische Anlage und Ziele | 57 | ||
5.1.1 Der Ausgangspunkt der Analyse und analyseleitende Fragen | 57 | ||
5.1.2 Die sequenzielle Einbettung von Äußerungen | 58 | ||
5.1.3 Die Rekonstruktion der Bezugskontexte von Wissenszuschreibungen | 59 | ||
5.2 Datengrundlage der Untersuchung | 61 | ||
5.2.1 Begründung der Datenauswahl | 61 | ||
5.2.2 Das Untersuchungskorpus | 62 | ||
5.2.3 Kollektionserstellung | 64 | ||
5.2.4 Die drei Gesprächstypen des Untersuchungskorpus | 65 | ||
6 Wissenszuschreibungen mit der Modalpartikel ja | 81 | ||
6.1 Modalpartikeln und geteiltes Wissen | 81 | ||
6.2 Forschungsüberblick zur Modalpartikel ja | 84 | ||
6.2.1 Stellung der Modalpartikel ja | 85 | ||
6.2.2 Bedeutungen der Modalpartikel ja | 85 | ||
6.3 Bedeutungsmodell für die Modalpartikel ja | 88 | ||
6.4 Sequenzielle Analyse der Modalpartikel ja | 90 | ||
6.4.1 Tatsächlicher Bezugskontext rekonstruierbar | 90 | ||
6.4.2 Epistemische Sprecherpositionierung | 100 | ||
6.4.3 Argumentative Funktionen der Modalpartikel ja | 112 | ||
6.4.4 Äußerungen über Sprecherereignisse | 121 | ||
6.4.5 Die Folgebehandlung von ja-Segmenten | 123 | ||
6.5 Fazit zur Modalpartikel ja | 129 | ||
7 Explizite Wissenszuschreibungen mit dem Verb wissen | 133 | ||
7.1 Semantik und Grammatik von wissen | 134 | ||
7.1.1 Bedeutungsbeschreibungen zu wissen | 134 | ||
7.1.2 Interaktionale Untersuchungen zum Verb wissen | 136 | ||
7.1.3 Datengrundlage | 137 | ||
7.2 Sequenzielle Analyse der expliziten Zuschreibungen mit wissen | 138 | ||
7.2.1 Wissenszuschreibungen mit du weißt / Sie wissen und ihr wisst / Sie wissen | 138 | ||
7.2.2 Wissenszuschreibungen an einen Anwesenden in der dritten Person Singular | 176 | ||
7.2.3 Fazit zu Wissenszuschreibungen an einen spezifizierten Adressaten | 178 | ||
7.2.4 Wissenszuschreibungen mit wir und man | 181 | ||
7.3 Fazit zu expliziten Wissenszuschreibungen mit wissen | 194 | ||
8 Theoretische Schlussbetrachtung | 197 | ||
8.1 Die Funktionen expliziter und impliziter Wissenszuschreibungen | 197 | ||
8.2 Die Konstitutivität von Wissen für die interaktive Praktik der Wissenszuschreibung | 201 | ||
8.3 Wissenszuschreibungen, Informativitätsprinzip und Partnerperspektive | 204 | ||
8.4 Fazit und Ausblick | 210 | ||
9 Literatur | 213 | ||
Anhang | 227 | ||
I Verwendete Transkriptionskonventionen nach GAT 2 (Selting et al. 2009) | 227 | ||
II Verzeichnis der Transkripte und ihrer Entsprechungen in der Datenbank Gesprochenes Deutsch | 229 | ||
II.1 Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 | 229 | ||
II.2 Alltagsgespräche unter Studenten | 232 | ||
II.3 Prüfungsgespräche an der Hochschule | 234 |