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Wiederkehr und Antithese

Zyklische Komposition in der Lyrik Ingeborg Bachmanns

Graf, Daniel

Probleme der Dichtung, Bd. 44

2013

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Bereits seit den siebziger Jahren betont die Forschung Ingeborg Bachmanns besondere Vorliebe für zyklische Komposition. Bezogen auf die Lyrik, fragt die vorliegende Arbeit erstmals eingehend nach den Gründen für diese Affinität, indem sie detaillierte Textlektüren, zyklustheoretische Gesichtspunkte, textgenetische Aspekte und den Blick auf Bachmanns Strategien der Leserlenkung zueinander in Beziehung setzt. Dabei meint der zugrunde gelegte Zyklusbegriff weniger ein Formprinzip, als vielmehr ein kombinatorisches Verfahren, das Einzeltexte in ein diskursives Verhältnis setzt. Bachmanns Gedichtzyklen sind Spannungsgefüge aus Kontrasten und widerstreitenden Impulsen, die jenseits von Harmonisierungszwängen einen Sprachprozess permanenter Neu- und Umakzentuierung inszenieren. Damit wird der Zyklus für Bachmann zum Modus der (poetologischen) Selbstverständigung und zum prädestinierten Diskussionsort ethisch-ästhetischer Konfliktfragen vor dem zeithistorischen Hintergrund nach 1945.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhaltsverzeichnis 5
Wieder und wider: Für eine Re-Lektüre von Bachmanns Gedichtzyklen 7
1 Wahlverwandtschaft? Zyklisches Schreiben und Bachmanns Poetik 15
1.1 Sukzession und Konstellation: Zur Prozessualität lyrischer Zyklen 15
1.2 Sehgänge. Bachmanns Poetologie und ihre Affinität zum Zyklus 23
2 Polaritäten. Von den Jugendgedichten zur "Gestundeten Zeit" 33
2.1 Zyklus? Sammlung? Kompilationsformen in den Jugendgedichten 33
2.2 Aufbruch, Dunkles zu sagen: Der Zyklus"Ausfahrt" 51
2.3 Zwischen Schweigen und Verstummen: "Psalm" 74
3 Ausrufung der großen Form? Die Zyklen des zweiten Gedichtbands 89
3.1 Auszüge "Von einem Land, einem Fluß und den Seen" 89
3.2 Zeugen sein. Ausbruch und Geschichte in den "Liedern von einer Insel" 102
3.3 Liebe und andere Teufelskreise: "Lieder auf der Flucht" 120
3.4 Die "Anrufung" als Hyperzyklus? 146
4 Die Kunst zu gehen: Die "Kursbuch"-Gedichte als ›Gangarten‹-Zyklus 155
4.1 Inszenierte Abrechnung: Bachmanns Selbstdeutung zwischen Bekenntnis und Legende 155
4.2 Implosion der Worte: "Keine Delikatessen" 162
4.3 Sich verschreiben: "Enigma" und die Programmatik des Irrtums 178
4.4 Zum Fluss der Rede: "Prag Jänner 64" 199
4.5 Die Coda vom Meer: Bachmanns "Böhmen"-Gedicht als Schlusspunkt 213
4.6 Veredelte Aporie: Der "Kursbuch"-Zyklus im Werkkontext 227
Zusammenfassung 237
Literaturverzeichnis 241
Dank 261