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Frühneuzeitliche Herrscherfiguren im Wandel

Das französische Drama als Kristallisationspunkt politischer Umbrüche

Schöneborn, Katharina

Studia Romanica, Bd. 178

2013

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Was verbindet Karl den Großen und Elisabeth I., Nero und Nebukadnezar, Julius Cäsar und Alexander? Dem Leser frühneuzeitlicher Texte begegnen sie nicht nur als literarische Figuren, sondern auch als Exempel in politischen und philosophischen Schriften. In Frankreich bringt das frühneuzeitliche Drama nicht nur eine Vielzahl unterschiedlichster Herrschertypen auf die Bühne, es rezipiert zugleich die ideengeschichtlichen Strömungen seiner Zeit. In einer engen Verschränkung beider Felder zeigt die vorliegende Studie die Entwicklung der dramatischen Herrschaftsdarstellung von der vor-absolutistischen Monarchie des 16. Jahrhunderts bis zur Konsolidierung des Absolutismus im 17. Jahrhundert auf. Als literarischer Kristallisationspunkt von Konzepten wie Souveränität, Legitimität und Staatsräson reflektiert das Theater den zeitgenössischen Diskurs in seiner gesamten Komplexität – und entwickelt dabei ganz eigene Perspektiven auf Herrscherfigur, Staat und politisches Handeln.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Dank 5
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung 9
1 Autoren und Werke im politischen Kontext ihrer Zeit 21
1.1 Jacques Grévin und Robert Garnier (1550er-1580er Jahre): Von den ersten französischsprachigen Tragödien bis zu Heinrich IV. 21
1.2 Antoine de Montchrestien und Alexandre Hardy (1590er-1620er Jahre): Von der Jahrhundertwende bis zum "théâtre d’action" 26
1.3 Jean de Rotrou und Jean Racine (1630er-1670er Jahre): Vom Theater Richelieus bis zu Ludwig XIV. 34
2 Legitimität 43
2.1 Das Ausloten legitimatorischer Grenzen: Grévin, Garnier und Montchrestien 48
2.2 Im Spannungsfeld von Säkularisierung und Transzendenz: Hardy, Rotrou und Racine 64
2.3 Die Überlegenheit der Erbmonarchie 81
3 Souveränität 83
3.1 Der Nachhall mittelalterlicher Vertragsgedanken: Grévin und Garnier 89
3.2 Die Erweiterung der herrscherlichen Kompetenzen: Montchrestien und Hardy 103
3.3 Die Erlernbarkeit der Souveränität und das Problem des Privatinteresses: Rotrou und Racine 113
3.4 Auflösung der Reziprozität und Ausdehnung souveräner Befugnisse 129
4 Staatsraison 133
4.1 Die Notwendigkeit des allgemeinen Wohls: Grévin und Garnier 139
4.2 Der Konflikt von Norm und Notwendigkeit: Montchrestien 142
4.3 Die Staatsraison im "théâtre d’action": Hardy 146
4.4 Die Staatsraison als fester Bestandteil des politischen Handelns: Rotrou und Racine 147
4.5 Vom Widerspruch gegen die Norm zur natürlichen Gegebenheit 157
5 Tugend 159
5.1 Die Tugend als Maßstab des Souveräns: Grévin und Garnier 166
5.2 Eine Tugend der Notwendigkeit? Montchrestien 179
5.3 Heldentum und Despotie: Hardy 184
5.4 Die Relativierung der moralischen Normen: Rotrou und Racine 188
5.5 Vertu und virtù 201
6 Conseil/lers 205
6.1 Das Umfeld als beratende Instanz: Grévin und Garnier 211
6.2 Aufwertung der Beraterfigur: Montchrestien und Hardy 219
6.3 Die Stunde der Minister im siebzehnten Jahrhundert: Rotrou und Racine 227
6.4 Administrative Komplexität und personelle Legitimation 238
Der Vorhang zu und alle Fragen offen? 241
Anhang 257
a Kurzzusammenfassungen der untersuchten Dramen 257
Jacques Grévin: Cesar (1558) 257
Robert Garnier: Bradamante (1582) 258
Robert Garnier: Les Juifves (1583) 259
Antoine de Montchrestien: La Reine d’Escosse (1601/1604) 261
Alexandre Hardy: La Mort de Daire (1619) 262
Alexandre Hardy: La Mort d’Alexandre (1621) 263
Jean de Rotrou: Venceslas (1647) 264
Jean de Rotrou: Dom Lope de Cardone (1649) 267
Jean Racine: Britannicus (1669) 269
Jean Racine: Mithridate (1673) 271
b Historische Übersicht 1515-1700 274
c Politische Schriften und ideengeschichtliche Verortung (Auswahl) 279
Bibliografie 281