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Der lunatische Roman und die Poetik der Ambivalenz

Narratologische Untersuchungen zum Romanwerk Ermanno Cavazzonis

Adam, Viktoria

Studia Romanica, Bd. 184

2014

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Der in Bologna lebende Schriftsteller Ermanno Cavazzoni (*1947) gehört der Autorengruppe der ‚voci delle pianure‘ um Gianni Celati an und zählt zu den originellsten Stimmen der zeitgenössischen italienischen Literatur. Seine lunatischen Romane inszenieren virtuos das anthropologische Phänomen des Wahnsinns und die Kraft der menschlichen Phantasie. In diesem Spannungsfeld avanciert der Mond als Inbegriff des Lunatischen zum Symbol für die Unbeständigkeit des Schicksals, für die Wankelmütigkeit des Menschen, für Wahn, Sinn und Kunst. Zur Verdeutlichung dieser lunatischen Themen sind Cavazzonis Romane als enigmatische Text-Labyrinthe konzipiert, die das Prinzip der Ambivalenz zu ihrem künstlerischen Programm erheben. Die vorliegende Studie ist die erste Monographie zu den Romanen Cavazzonis und stellt deren Poetik und Ästhetik anhand narratologischer Interpretationen dar. Gleichzeitig wird die Bedeutung des Autors in der europäischen und italienischen Literaturgeschichte erhellt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
INHALTSVERZEICHNIS 5
I Einleitung 9
I.1 Ermanno Cavazzoni und die Autoren des „filone narrativo emiliano“ 17
I.1.1 Gianni Celatis Minimalismus – ein Paradigmenwechsel der italienischen Narrativik 19
I.1.2 Die Autoren des „filone narrativo emiliano“ und ihre Poetik des „semplice“ 22
I.1.3 Ermanno Cavazzoni als Einzelstimme im polyphonen Konzert der „voci delle pianure“: Ein Forschungsüberblick 29
I.2 Methodik 47
I.3 Terminologie 49
I.4 Gliederung 52
II WEGWEISER, WARNUNG UND WIDMUNG. DIE FIKTIONALEN VORWORTE 55
III GRENZGÄNGER ZWISCHEN REALITÄT UND FIKTION. CHARAKTERISTIKA UND CHARAKTERISIERUNG DER PROTAGONISTEN 67
III.1 Die Namen(-losigkeit) der Protagonisten 69
III.2 Zahnschmerzen und Schlaflosigkeit: Die körperlichen Leiden der Protagonisten 75
III.3 Der Wahnsinn der Protagonisten 78
III.3.1 „rivelazione“ und „ispirazione“: Wahnsinn als Enthüllung verborgener Wirklichkeiten 78
III.3.2 „smania“ und „superbia“: Die Suche nach Wissen als fixe Idee 86
III.3.3 „truffa“ und „credenze diffuse“: Subversive Kosmogonien als wahnsinnige Inszenierungen des Welttheaters 91
III.3.4 „storia naturale“ und „irrazionalità“: Wahnsinn als subjektiv-subversive Wissenschaftlichkeit 100
III.4 Schlussbemerkung 107
IV DER WAHNSINN DER PROTAGONISTEN IM SPIEGEL DER ANDEREN. DIE FIGURENKONSTELLATIONEN 109
IV.1 Männliche Adjuvanten und Opponente 110
IV.1.1 Ständige Begleiter 110
IV.1.2 Okkasionelle Bekannte 128
IV.1.3 Fazit 140
IV.2 Die Frauenfiguren: Metamorphosen des Weiblichen im Spiegel männliche Wahrnehmung 142
IV.2.1 Erste Annäherungen an das ewig Weibliche 142
IV.2.2 Trügerische Momente des Eros. Die scheiternden Liebesbeziehungen der Protagonisten 148
IV.2.3 Imaginierte erotische Begegnungen 158
IV.2.4 Fazit 162
IV.3 Schlussbemerkung 164
V REALE UND IRREALE ORTE DES WAHNSINNS. DIE RAUMKONZEPTION 167
V.1 Die Schauplätze 168
V.1.1 Die „pianura“: Initialer und transitorischer Schauplatz 168
V.1.2 Wohnräume, Aufenthaltsräume und Durchgangsräume 170
V.1.3 Heterotopien als Schauplätze 174
V.2 Subjektive Raumwahrnehmung 179
V.2.1 Der ,locus terribilisʻ als Raum des Wahnsinns 179
V.2.2 Provisorische Räume des Glücks. Die partielle Aufhebung des ,locus amoenusʻ 188
V.3 An der Grenze zwischen Fiktion und Realität. Imaginäre (T)Räume 191
V.3.1 Fließende Enthüllungsmomente. Wasser als Movens poetischer Imagination 191
V.3.2 Ein Blick hinter die Kulissen des ,theatrum mundiʻ 194
V.3.3 Imaginäre Höllenräume der Kellerbibliothek 200
V.4 Schlussbemerkung 202
VI ACHRONIE UND WAHNSINN. DIE KONZEPTION DER ZEIT 205
VI.1 Erzählzeit und erzählte Zeit 206
VI.1.1 Raffung und Dehnung: Deviationen linearer Zeitdarstellung 209
VI.1.2 Analepsen und Prolepsen: Die Pluralität der Zeitdarstellung 213
VI.1.3 Tag und Nacht 217
VI.2 Subjektive Zeitwahrnehmung 223
VI.2.1 Oszillierende Zeit 223
VI.2.2 Beschleunigte Zeit 224
VI.2.3 Stillstehende Zeit 226
VI.2.4 Selektive Zeit 228
VI.3 Memento mori und ,panta rheiʻ: Philosophische Entgrenzungen der Zeit 230
VI.4 Schlussbemerkung 232
VII VOM ENDE ZUM NEUBEGINN: DIE FINALEN METAMORPHOSEN DER PROTAGONISTEN 235
VII.1 Von der Wanderung durch die „pianura“ zum Verfassen der Autobiographie 236
VII.2 Vom Traum zum Erwachen 240
VII.3 Von der Abreise nach „Cirenaica“ zur Rückkehr in den „bassomondo“ 242
VII.4 Vom geplanten (Selbst-)Mord zum Rückzug in die Phantasie 246
VII.5 Schlussbemerkung 251
VIII SCHLUSSBETRACHTUNG: DER LUNATISCHE ROMAN UND DIE POETIK DER AMBIVALENZ 255
VIII.1 Subjektive Metamorphosen des Wahnsinns 256
VIII.2 Die Heterogenität der Romanformen 260
VIII.4 Neue Wege der Rezeption: Die Poetik der Ambivalenz als Herausforderung für den Leser 265
VIII.5 Die Bedeutung des lunatischen Romans im literarischen Panorama Italiens 267
IX LITERATURVERZEICHNIS 273
IX.1 Primärliteratur 273
IX.1.1 Werke von Ermanno Cavazzoni 273
IX.1.2 Übersetzungen 274
IX.1.3 Werke anderer Autoren 274
IX.2 Sekundärliteratur 276
IX.2.1 Wörterbücher 289
IX.2.2 Nachschlagewerke 289
IX.3 Filmographie 289
Danksagung 291