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Translationen der ‚décadence‘ – (Anti)Dekadenz und Regeneration in den iberischen Literaturen

Spanien – Katalonien – Portugal, 1895–1914

Lang, Stephanie

Studia Romanica, Bd. 192

2015

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Lässt sich ‚décadence‘ übersetzen? Und in welches Verhältnis stellen narrative literarische Texte ‚Dekadenz‘ und ‚Regeneration‘? In den spanischen, katalanischen und portugiesischen Literaturen um und nach 1900 wird ‚décadence‘ zu einem schillernden Begriff, der auch einer ideologischen Vereinnahmung im Rahmen ‚nationaler‘ Regenerationismen nicht entkommt. Zu einer Subjektproblematik, die ‚dekadente‘ Entwürfe zunehmend stigmatisiert und mit vitalen Gegenmodellen überschreibt, über eine räumliche Übersetzung ‚dekadenter‘ Topik und ihre Aushandlung zwischen Frankreich und Iberia, bis hin zur differentiellen Übersetzung verfügbarer Mythen in spezifisch iberische Heilsgeschichten, lässt die Monographie ein weites Korpus französischer, spanischer, katalanischer und portugiesischer Texte interagieren. So entsteht ein differenziertes Panorama komplexer Übersetzungsprozesse in einer Scharnierzeit zwischen Krise und Neubeginn, im Vorfeld ästhetischer Avantgarden und politischer Totalitarismen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Danksagungen 7
Inhalt 9
1 Einführung 11
2 Dekadenz – Zur Kontinuität des Dekadenten 15
2.1 Überlegungen zu Theorie und Korpus 15
2.2 Übersetzte Dekadenzen 30
2.2.1 Frankreich: décadence und renouveau 31
2.2.2 Iberische Halbinsel – ‚Krisenidenitäten‘ und „invention of tradition“ 39
2.2.2.1 Spanien 42
2.2.2.2 Katalonien 49
2.2.2.3 Portugal 54
2.3 Von der Ästhetik zur Ethik – l’art pour l’art und Regeneration 61
3 Antidekadenz – Kompensationen des Subjekts 69
3.1 Dekadente Leerstellen: Von der structure tronquée zur Rückkehr der thèse 69
3.2 Subjekt und Handlungspotential – Antidekadenz als Inversion (Zola – Eça de Queirós – Baroja – Pous i Pagès) 75
3.2.1 Defizit – Die Stabilität des dekadenten Typus 75
3.2.2 (Er-)Füllung – Die Rückkehr von Wille und Aktion 90
3.2.3 Übererfüllung – Die Kontinuität des Exzesses 105
3.3 Text und Verantwortung – Antidekadenz als metatextuelle Überbrückung (Barrès – Martínez Ruiz – Lopes Vieira – Massó i Torrents) 119
3.3.1 Verdecken – Nachträgliche Überbrückung und Machtübergabe 123
3.3.2 Durchstreichen – Eliminierung dekadenter Schreibweisen und Strafvollzug 140
4 Regeneration – Translationen des Raums 173
4.1 Translation und Rezentrierung – theoretische Überlegungen zum iberischen Raum 173
4.2 Übersetzte Erneuerung und kulturelle Selbstverortung 187
4.2.1 Spanien – Dekadenter Raum und Selbstaffirmation 187
4.2.1.1 Zivilisation und Barbarie 187
4.2.1.2 Verlorenes Paradies und differentielle Utopie 202
4.2.2 Katalonien – Oppositorischer Raum und neue Landkarten 225
4.2.2.1 Imperium und Klassizismus 225
4.2.2.2 Distanzierung und ironische Aushandlung 244
4.2.3 Portugal – Mythischer Raum und Selbstdifferenzierung (Von Eça de Queirós zur Renascença Portuguesa) 254
4.2.3.1 Abgrenzung und Bruch mit der Kontinuität 254
4.2.3.2 Selbstzentrierung und Totalität 273
5 Redemption – Translationen mythischer Offenbarung 289
5.1 Erlösung – Die „Humanité en marche“ (Barrès – Lopes Vieira) 293
5.2 Erleuchtung – Epiphanien der folie (Unamuno – Teixeira de Pascoaes) 307
5.3 (Auf-)Lösung in der Fiktion? – „Normalitat“, Fiktion und Ironie (d’Ors – noucentisme – Renascença Portuguesa) 327
6 Schlussbemerkungen – Zur Spur der décadence 345
Bibliographie 355
Abkürzungsverzeichnis der verwendeten Primärtexte 355
Allgemeines Literaturverzeichnis 357