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Labyrinthe des Erzählens

Jean Potockis ‚Manuscrit trouvé à Saragosse‘

Seauve, Lena

Studia Romanica, Bd. 193

2015

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Der Kultroman ‚Manuscrit trouvé à Saragosse‘, den der polnische Graf Jean Potocki (1761–1815) in französischer Sprache verfasste, gab und gibt der Forschung in vielerlei Hinsicht Rätsel auf. Erst 2003 führte der spektakuläre Manuskriptfund der Forscher Rosset und Triaire in den Archiven von Poznań zu einer verlässlichen Textausgabe des im Laufe seiner unübersichtlichen Editionsgeschichte vielfach in Fragmenten übersetzten und plagiierten Romans, den der Autor zu Lebzeiten nicht veröffentlichte. Die vorliegende Arbeit bildet nun die erste umfassende wissenschaftliche Arbeit zu Potockis Roman in deutscher Sprache. Im Zentrum steht dabei die These, dass der vielfach verschachtelte Text unterschiedliche Modelle der europäischen Erzählliteratur kunstvoll miteinander verknüpft. Es handelt sich um eine Erzählstrategie, die den Rezipienten und sein Verhältnis zu Fiktion und Realität gezielt herausfordert, ihn zugleich auf die Probe stellt und belehrt.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Dank 5
Inhalt 7
1 Einleitung 11
1.1 Textpräsentation 12
1.2 Editionsgeschichte 14
1.3 Forschungslage 18
1.4 Fragestellung und Methode 19
2 Potockis Manuscrit trouvé à Saragosse und der Roman 23
2.1 Der Gattungsbegriff 24
2.2 Die Poetik des Romans im 18. Jahrhundert 25
2.3 Roman und Wirklichkeit im 18. Jahrhundert 29
2.4 Potocki und der Roman 31
2.4.1 Das Manuscrit und die Rolle des Erzählens im Werk Potockis 31
2.4.2 Potocki und die Erzählliteratur 37
2.5 Das Manuscrit als Roman – der Roman im Manuscrit 46
2.5.1 Gattungs- und fiktionstheoretische Einordnung des Textes 47
2.5.2 Narratologische Analyse 51
2.5.3 Gattungszugehörigkeit des Manuscrit 54
2.5.4 Der Roman im Manuscrit 55
2.5.4.1 Marie de Torres 55
2.5.4.2 Avadoro 61
2.5.4.3 Lope de Soarez 62
2.5.4.4 Marquis de Torres Rovellas 64
2.5.4.5 Diègue Hervas 66
2.6 Zusammenfassung zum Roman im Manuscrit 67
3 Erzähltes und Erzählen im Manuscrit trouvé à Saragosse 69
3.1 Die Erzählgemeinschaft 69
3.1.1 Die Binnenerzähler 72
3.1.2 Die Kommentatoren 75
3.2 Metapoetische Metaphern 79
3.3 Erzählanlässe 82
3.4 Erzählzweck und Adressat 84
3.5 Impliziter Leser 87
3.6 Erzähl- und Kommentarstruktur 91
4 Roman-Modelle im Manuscrit trouvé à Saragosse 95
4.1 Das literarische Modell 96
4.1.1 Eigenschaften literarischer Modelle 97
4.1.2 Konstitutierung literarischer Modelle 99
4.1.3 Modell und Intertextualität 100
4.1.4 Das Verfahren des Modellzitats 102
4.1.4.1 Modellzitat im Verhältnis zu Intertextualität und Gattungstheorie 104
4.1.4.2 Typen und Funktionen des Modellzitats 105
4.1.5 Definition des entrelacement 111
4.1.6 Frames im Manuscrit 117
4.1.6.1 Arten von Rahmungen 119
4.1.6.2 Funktionen von Rahmungen 120
4.1.7 Modellzitat, entrelacement und frames 123
4.2 Das Manuscrit trouvé à Saragosse und die Novellistik 124
4.2.1 Merkmale der europäischen Novellistik im Manuscrit 125
4.2.2. Novellistischer Erzählzweck im Manuscrit 130
4.2.3 Novellensammlung 134
4.2.4 Novellenparadigmen 136
4.2.4.1 Die Ehebruchsgeschichte 138
4.2.4.2 Varianten: die erotische Dreiecksgeschichte und die Verdachtsgeschichte 139
4.2.5 Einzelnovellen im Manuscrit 142
4.2.5.1 Die Geschichte des Pascheco 142
4.2.5.2 Die Geschichte des Thibaud de la Jacquière 144
4.2.5.3 Die Geschichte der Duchesse de Sidonia und des Marquis de Val Florida 149
4.2.5.4 Die Geschichte des Commandeur de Toralva 154
4.2.6 Fazit zum Verhältnis des Manuscrit zu Einzelnovelle und Novellensammlung 157
4.3 Der Pikaroroman im Manuscrit trouvé à Saragosse 160
4.3.1 Merkmale einer Poetik des Pikaresken 161
4.3.2 Modellzitate des Pikaroromans im Manuscrit 164
4.3.2.1 Die Geschichte des Banditen Zoto – der Pikaro und die Frage des point d’honneur 166
4.3.2.1.1 Zur Entwicklung des Ehrbegriffs in der Zotoepisode 167
4.3.2.1.2 Zoto als Pikaro 169
4.3.2.1.3 Der Ehrbegriff und die Kommentarebene 172
4.3.2.2 Die Geschichte des Zigeunerhauptmanns Avadoro – der Pikaro als Verwandlungskünstler 175
4.3.2.2.1 Vater und Sohn – das Erbe des Pikaro 176
4.3.2.2.2 Elvire – Travestie als gelungene Täuschung 180
4.3.2.2.3 Père Sanudo –Travestie als gescheiterte Täuschung 181
4.3.2.2.4 Verkleidung als Erzählanlass 183
4.3.2.3 Die Figur des Don Roque Busqueros – der Pikaro als Intrigant 187
4.3.2.3.1 Busqueros aus der Außenperspektive 188
4.3.2.3.2 Busqueros über sich selbst 191
4.3.2.3.3 Busqueros als Gefahr für den Leser 193
4.3.3 Der Pikaro als unzuverlässiger Erzähler 195
4.3.4 Fazit zum Pikaresken im Manuscrit 198
4.4 Das Manuscrit trouvé à Saragosse und die Gothic Novel 199
4.4.1 Das Manuscrit als fantastischer Text – zur Rezeptionsgeschichte 201
4.4.2 Definition der Gothic Novel und des Fantastischen 204
4.4.3 Modellzitate der Gothic Novel im Manuscrit trouvé à Saragosse 209
4.4.3.1 Die erzählten Geschichten und die Gothic Novel 209
4.4.3.2 Die (vor)gelesenen Geschichten und die Gothic Novel 219
4.4.4 Reaktionen auf Modellzitate der Gothic Novel im Manuscrit 223
4.4.4.1 Alphonses eigene Abenteuer in der Sierra Morena 223
4.4.4.2 Die erzählten Abenteuer 227
4 4.5 Die Entwicklung der Modellzitate der Gothic Novel 230
4.4.6 Angst, Komik und Gothic Novel im Manuscrit 233
4.4.7 Fazit zu Gothic Novel und Schreibweisen des Übernatürlichen im Manuscrit 236
5 Fazit und Ausblick 239
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse – Potockis Poetik des Romans 239
5.2 Hermeneutik im Manuscrit 242
5.3 Ausblick 244
6 Bibliographie 247