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Gaddas Mailand

Ein Beitrag zur Großstadtliteratur

Goldmann, Julius

Studia Romanica, Bd. 210

2018

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Vorliegende Studie zeigt, unter Einbeziehung der in den letzten Jahren aufgearbeiteten Manuskripte sowie bisher unbekannter Archivmaterialien, dass sich Carlo Emilio Gadda in seinen frühen Schriften in weit größerem Umfang als bisher angenommen der Thematik der modernen Großstadt widmet. Gadda hat gängige Stadtthemen und Motive aus der europäischen und mailändischen Tradition übernommen, reichert seine Stadttexte aber zusätzlich mit seinen überaus präzisen Architekturbeschreibungen an. Neue Quellenfunde belegen, dass Gadda Zeitungswerbung als direkte Zitate eingearbeitet, kommentiert und sehr frei ergänzt hat. Neue Erkenntnisse über Gaddas Auseinandersetzung mit dem Werk von Mailänder Karikaturisten machen sein Vorgehen nachvollziehbar. Die Quellen und Referenzen werden stets um fiktive Szenen ergänzt und zu eigenen Sprachkunstwerken umgeformt. Daraus erschafft Gadda seine eindrucksvollen und detailreichen Stadt-Collagen, die seine frühen Texte zu einem wichtigen Beitrag zur modernen Großstadtliteratur machen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover Cover
Titel 1
Impressum 2
Danksagung 3
Inhalt 5
A: Einführung und Zielsetzung 8
1. Carlo Emilio Gadda und sein Mailand 8
2. Zum Textkorpus 9
2.1 Gaddas ‚Frühwerk‘ 9
2.2 Vorstellung der Mailand-Texte 10
2.3 Zur literarischen Einordnung der Mailand-Texte 19
3. Zum Stand der Forschung 23
4. Fragestellung und Vorgehensweise 27
B: Gadda und die Tradition der Großstadtliteratur – Intertextuelle Bezüge 29
1. Gaddas ‚Tableau de Milan‘ 30
2. „Un attacco di zolianésimo“ – Intertextuelle Verweise auf die Stadtliteratur 47
3. Il ventre di Milano – Mailands Stadtliteratur als Vorbild 52
4. Die Stadt als Organismus – „la vorace fame cittadina“ 58
4.1 Der städtische Schlachthof bei Gadda und Döblin 59
4.2 Der Mailänder Gemüsemarkt als „Organ“ der Stadt 66
C: Gaddas Darstellung der Gesellschaft 71
1. Die Milieus der Großstadt als Untersuchungsobjekt 71
2. Mailands Gesellschaftsstruktur – Una „piramidale dinastia“ 74
2.1 Der „ceto popolare“ – „Nella Milanaccio senza vergogna“ 77
2.1.1 Körperlichkeit und Ekel 78
2.1.2 Mailands Arbeitermilieu 85
2.1.3 Die Società Umanitaria 86
2.2 Die „Borghesia“ – „Il cervello pleistocenico della borghesuccia“ 94
2.2.1 Der Notar Velaschi 96
2.2.2 „Il povero Carlo“ 101
2.3 Die Mailänder Aristokratie – Dei „can[i] di razza“ 107
2.3.1 Die Rolle der Aristokratinnen 109
2.3.2 Die Aristokratenfamilie der „eroici Vigoni“ 114
3. Sozialer Aufstieg in Mailand – „fatti […]un po’ fuori della norma“ 119
D: Mailands Architektur 127
1. Der architekturinteressierte Ingenieur 127
2. Gebäude als Physiologien 131
3. Die soziale Bedeutung der Bauten Mailands 136
4. Mailands «faciàda» 141
5. Roberto Longhis und Carlo Emilio Gaddas Architekturkritik 143
5.1 Gaddas „Gesso caramellato“ und Longhis „stucchi zuccherini“ 143
5.2 Gaddas und Longhis Stadtkritik 147
E: Intermediale Bezüge und ihre Funktion 153
1. Mailands Zeitungswelt 153
2. Gaddas sprachliche Bilder 157
2.1 Bewegte sprachliche Bilder – „La successione cinetica delle immagini“ 158
2.2 Futurismuskritik über Bildmotive – „come […] nei miracolosi quadri“ 166
2.3 Die Funktion der intermedialen Referenzen 175
3. Mailands Karikaturisten als Vorbild 187
3.1 Giuseppe Scalarini – „le ipotiposi di Scalarini“ 190
3.2 Giuseppe Novello – „esimio caricaturista di «interni» […] borghesi“ 198
4. Gaddas Mailand-Collage – „un fotomontage iridata di saette rosse“ 227
F: Fazit 235
Literaturverzeichnis 239
Namensregister 250
Titelverzeichnis der behandelten Originaltexte 253
Backcover 255