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Heldenzeit

Interpretationen zur Dietrichepik des 13. bis 16. Jahrhunderts

Kragl, Florian

Studien zur historischen Poetik, Bd. 12

2013

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Gegenstand der Monographie ist die Dietrichepik des hohen und späten Mittelalters und mit ihr der größere Teil der deutschen Heldenepik überhaupt. Es sind dies Texte, um deren narrative und poetische Verfasstheit sich die Forschung lange Zeit nicht oder nur am Rande kümmern wollte. Der vorliegende Band versucht demgegenüber, die Erzählungen von Dietrich von Bern, seinen Kriegen und ›Abenteuern‹ – ‚Dietrichs Flucht‘, ‚Rabenschlacht‘ und ‚Alpharts Tod‘; ‚Goldemar‘, ‚Laurin‘, ‚Sigenot‘, ‚Eckenlied‘, ‚Virginal‘, ‚Rosengarten‘ und ‚Wunderer‘ – dezidiert als literarische Phänomene zu begreifen. Gerahmt von Überlegungen zur mediengeschichtlichen Situierung der Dietrichdichtung im Spannungsfeld von mündlichem Erzählen und schriftlicher Fixierung, ist das Ziel, in Einzelinterpretationen die evidente hermeneutische Resistenz der Dietrichepik präzise zu umreißen, um auf diese Weise die Poetik dieses sprödesten Genres der mittelalterlich-frühneuzeitlichen Erzählliteratur näher zu bestimmen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Vorwort VII
Inhaltsverzeichnis IX
Ausführliches Inhaltsverzeichnis 589
I. Das Medium der ›Heldenzeit‹ 1
1. Zitate des Heroischen: Der Marner und Rudolf von Ems 2
1.1 Der Marner: Heldendichtung und Minnesang 6
1.2 Rudolf von Ems: Dietrich von Bern gegen Alexander 10
1.3 Differenz und Kommensurabilität 18
2. Heroische Überlieferung neben Heldenepik 20
3. Narratives Gedächtnis 30
4. ›Heldenzeit‹ 32
4.1 Mechanische Zeit – erzählte Zeit – Zeitalter 33
4.2 ›Heldenzeit‹ als Metakategorie 37
4.3 Ziele 43
5. Textbasis: ›Dietrichepik‹ 44
DIE DIETRICHEPIK IN INTERPRETATIONEN 49
II. Dietrich weint: ›Dietrichs Flucht‹ und ›Rabenschlacht‹ 51
1. Gegenseitigkeit 51
2. Handlungen 54
2.1 ›Dietrichs Flucht‹ 54
2.2 ›Rabenschlacht‹ 58
3. Exkurs: ›Dietrichs Flucht‹ und ›Rabenschlacht‹ 61
4. Treuemechanik 65
4.1 Land und Leute 67
4.2 Bündnispolitik 1: Etzelsöhne 70
4.3 Bündnispolitik 2: Dietrichs Wert am Hunnenhof 77
4.4 Ein veritables Vergangenheitslob 80
4.5 Doppelt funktionale Untreue 82
4.6 Unendliche Trauer 86
4.7 Fürstenspiegelungen 89
5. Poetik des Sagens und Totschlagens 90
5.1 Kommunikationsmuster 91
5.2 Kriegsbilder 94
6. Programmatik: Endlose Doktrin 101
7. Dreizeitigkeit 106
8. Warum Dietrich immerzu weint 115
8.1 Dietwart und Dietrich 115
8.2 Dietrich und Ermrich 124
8.3 Die schlechte alte Zeit 133
III. Heimes Treue: ›Alpharts Tod‹ 137
1. ›Alpharts Tod‹ zwischen ›Dietrichs Flucht‹ und ›Rabenschlacht‹ 139
2. Alpharts Tod als Skandalon 141
3. Heimes und Witeges Schuld? 143
3.1 Feigheit 143
3.2 Verrat 148
4. Vom literarischen Mehrwert der Unmöglichkeit, treu zu sein 153
IV. Zeit als Intertext: ›Goldemar‹ 159
1. Handlung vs. Reflexion 159
2. Wann spielt der ›Goldemar‹? 166
3. Parodie und Persiflage 168
V. Zeitvorschriften: ›Laurin‹ 171
1. ›Laurin‹ A: Agonale Zeit 171
1.1 Dietrich bî den selben zîten 171
1.2 Rosengarten: Kompetition 175
1.3 Berg: Aventiure 183
1.4 Agon: Dietrich vs. N.N. 191
2. ›Laurin‹ K, D und Dr: Zeitumstellungen 195
2.1 ›Walberan‹ (K): it’s a dwarf’s world 196
2.2 ›Laurin‹ D: Es war einmal ... eine Entführung 204
2.3 ›Laurin‹ Dr: Archaische Garnitur 210
2.4 Zeitenzerrung 215
VI. Helden-Haft: ›Sigenot‹ 219
1. Älterer ›Sigenot‹ 219
1.1 Prolog vs. Epilog 219
1.2 Handlung 222
1.3 Prolog vs. Handlung 224
1.4 dramatis personae 226
1.5 Ridikülisierung des Heroischen? 232
1.6 Zeit – Welt 236
2. Jüngerer ›Sigenot‹ 239
2.1 Neuerungen im Handlungsverlauf 241
2.2 Wieder: dramatis personae 243
2.3 Explikatives Erzählen 250
2.4 Urszene des Riesenkampfes 252
VII. Gigantischer Ruhm: ›Eckenlied‹ 257
1. Problemstellungen 257
2. Maximen und Reflexionen 260
2.1 Drei Männer, drei Königinnen und Dietrich 260
2.2 Ecke versucht sich als Questeheld 268
2.3 Unerreichbar: Dietrich im Gespräch mit Ecke 273
2.4 Möge der ... gewinnen 281
2.5 Haupt-Sache: Dietrich unterwegs nach Jochgrimm 287
2.6 Problemlösung als Problemtilgung 295
3. Geschichtsklitterung? 298
4. Exkurs: Schlussfindungen 303
4.1 Dresdener ›Eckenlied‹ 303
4.2 ›Eckenlied‹, Druckversion 306
5. Fama und Diffamierung 311
VIII. Aventiure historisch: ›Virginal‹ 323
1. Problemverdoppelung 323
2. Eckdaten einer Aventiure 326
3. Pround Contraeiner Aventiure? (ad 1) 331
3.1 Aventiurebegriffe 331
3.2 Tapferkeit und Feigheit 335
4. Ingredienzien einer Aventiure (ad 2) 347
5. Erzählen einer Aventiure (ad 3) 355
5.1 Wiederholtes Erzählen 355
5.2 Wiederholte Aktionen 361
5.3 Schieflage der Erzählebenen 363
5.4 Aventiure/Erzählung 365
6. Aventiure und Historie 367
7. Exkurs: Wiener und Dresdener ›Virginal‹ 373
IX. Summa heroica: ›Rosengarten‹ 385
1. Rosengärten – Handlungsübersicht 385
2. Warum der Rosengarten? 387
2.1 Boten nach Bern 388
2.2 Der Rosengarten aus Berner Perspektive 393
2.3 Konfliktlosigkeit 396
3. Zwölf Duelle 399
3.1 Heldenaufstellung 399
3.2 Kampffolgen 402
4. Mythos und Heiligkeit 405
4.1 Held in Mönchskutte 405
4.2 Dietrichs Feuer 411
5. Synchronie 424
X. Die Zeit der Allegorie: ›Wunderer‹ 433
1. Handlungsanalyse 435
2. Fluchtsage einmal anders: Dietrich, Rüdiger, Etzel 439
3. Exkurs: ›Dietrichs und Wenezlan‹ 445
4. Fressen und gefressen werden: Wunderer und Saelde 450
4.1 Wunderer 450
4.2 Saelde 452
4.3 Wunderer vs. Saelde 456
5. Zwei Erzählebenen 460
6. Die Wildnis des Abenteuers 467
SCHLUSS 471
XI. Dietrichs Zeit 473
1. Zyklusbildung 473
1.1 ›Epochale Zeit‹ 473
1.2 ›Erzählte Zeit‹ 476
1.3 Exkurs: ›Historische‹ und ›aventiurehafte‹ Dietrichepik 479
2. Reflexionsbewegungen 484
2.1 Historizität und Geschichtlichkeit 485
2.2 Kämpfertum 490
3. Diffusion 495
4. Innovation und Widerständigkeit 501
4.1 Exkurs: ›Erste‹ und ›zweite Literarisierung‹? 502
4.2 Handlungskerne und Fassungsunterschiede 504
4.3 Exkurs: Handlungsschemata 512
4.4 Zeitblicke und Zeitläufte 517
XII. Szenen des Heroischen 525
ANHANG 537
Inhaltsübersichten 539
Verzeichnisse 549
Abkürzungen 549
Textausgaben 550
Forschungsliteratur 554
Indices und Register 577
Autoren und Werke 577
Zitierte Literatur 581