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Allgemeinliterarische Adoleszenzromane

Untersuchungen zu Herrndorf, Regener, Strunk, Kehlmann und anderen

Born, Stefan

Studien zur historischen Poetik, Bd. 17

2015

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

In den 90er-Jahren wurde der Adoleszenzroman zu einer nicht nur im jugendliterarischen Bereich erfolgreichen Gattung. Heinz Strunk, Sven Regener und anderen sind vielbeachtete Bestseller in diesem Format gelungen. In der Untersuchung wird analysiert, wieso nach dem »Ende des Erzählens« wieder ein beliebtes Roman-Genre entstehen konnte. Die These der Arbeit ist, dass dieses Genre auf einen in den 90er-Jahren entstandenen Bedarf an moralischer und historischer Orientierung reagiert. Die Romane artikulieren nicht bloß einen Vorschlag, wie persönliche Identitätsbildung während der Adoleszenz gelingen kann, beziehungsweise eine Diagnose darüber, warum sie misslingt. Gleichzeitig entsteht in jedem dieser Romane aus der Adoleszenz-typischen Dialektik zwischen juvenilen und institutionellen Initiativen eine Idee von der spezifischen Historizität der Gesellschaft. So konfiguriert der Adoleszenzroman Vorstellungen darüber, was von der Zeit zu erwarten – und wie sie zu beurteilen ist.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Danksagung 5
Inhalt 7
1 Einleitung 11
1.1 Tendenzen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit den neunziger Jahren 13
1.2 Gattungen und Genres 18
1.3 Charakteristika des Adoleszenzromans 21
1.3.1 Die Adoleszenz und ihre Gesellschaft 22
1.3.2 Initiationsgeschichte 29
1.3.3 Bildungsroman 33
1.3.4 Adoleszenzroman 44
1.4 Adoleszenzromane seit - 1995 62
1.5 Methodische Vorbemerkung 71
2 Wolfgang Herrndorf 79
2.1 Zur Person 79
2.2 In Plüschgewittern (2002) 81
2.3 Zum Erzähler: Subjektivität als Parodie 83
2.4 Zwischen Parodie und Gemeinplatz 96
2.4.1 Topoi der Spießerkritik 100
2.4.2 Unterstellung der ›magischen Totalität‹ 107
2.4.3 Topoi der Adoleszenz 109
2.4.4 Weitere Gemeinplätze der Liebe 118
2.4.5 Desmond: Konventionen des Dandytums 122
2.5 Kritik des historischen Diskurses 128
2.6 Kritik der Popkultur 129
2.7 Philosophische Grundlegung der autonomen Individualität 131
2.8 Das letzte Kapitel 135
2.9 Resümee: Ironisierte heroische Individualität 137
3 Sven Regener 141
3.1 Zur Person 141
3.2 Herr Lehmann (2001) 144
3.3 Forschungsergebnisse 145
3.4 Vorüberlegungen zum Stil 150
3.4.1 Ort und Zeit der Handlung 152
3.4.2 Der Klang der Worte 155
3.4.3 Vorbemerkungen zur Hauptfigur 156
3.5 Beispiele 159
3.5.1 Das Hund-Prinzip 160
3.5.2 Zum Zeitgefühl 163
3.5.3 Staat 165
3.5.4 Kommerz 168
3.5.5 Besuch aus der Provinz 169
3.5.6 Katrin oder die Rationalität des Karrierismus 171
3.5.7 Karl oder die richtige Initiation ins falsche Leben 173
3.5.8 Milieus 175
3.5.9 Mauerfall 177
3.6 Schlussbemerkungen 180
4 Heinz Strunk 183
4.1 Zur Person 183
4.2 Fleisch ist mein Gemüse (2004) 186
4.3 Anmerkungen zum Erzähler: Blick des Ressentiments 190
4.4 Konturen des »großen Gegenentwurfs« 193
4.4.1 Groteske Psyche, groteske Körper 194
4.4.2 »Sexuelle Grenzsituationen« 200
4.4.3 ›Sättigungsgrad‹ der Kultur 208
4.4.4 Selbstverwirklichung und Arbeit 215
4.5 ›Stil der Wahrhaftigkeit‹ 217
4.6 Fleisch ist mein Gemüse: Zusammenfassung 224
5 Weiterführung der Untersuchung 227
5.1 Siegfried Lenz: Arnes Nachlaß (1999) 229
5.1.1 Vorbemerkungen zur Romankonzeption 230
5.1.2 Der Fallturm oder die Welt 232
5.1.3 Die ›Herde‹ oder die Ellenbogengesellschaft 233
5.1.3 Wiebke oder das verirrte Schaf 235
5.1.5 Kalluk oder die verweigerte Anerkennung 236
5.1.6 Resümee 237
5.2 Wilhelm Genazino: Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman (2003) 240
5.2.1 Zu Ton und Stimmung 242
5.2.2 Arbeit in der Spedition 243
5.2.3 Arbeit im Kulturbetrieb 245
5.2.4 Idee der Geschichtsstille 247
5.2.5 Resümee 248
5.3 Daniel Kehlmann: Beerholms Vorstellung (1997) 252
5.3.1 Überlegungen zu Kehlmanns Konzept des magischen Realismus 253
5.3.2 Zur Magie in Beerholms Vorstellung 254
5.3.3 Die Geburt der Manieriertheit aus dem Problem der Kontingenz 257
5.3.4 Kontingenz versus Ordnung: Der Sieg eines Extrems über das andere 262
5.3.5 Nimue oder ein rationalistischer Solipsismus 267
5.3.6 Resümee 270
5.4 Thomas Glavinic: Wie man leben soll (2004) 274
5.4.1 Zum Ton 275
5.4.2 Die Liebe 277
5.4.3 Politischer common sense 280
5.4.4 Soziales Umfeld 281
5.4.5 Mediensatire – Mediengroteske 283
5.4.6 Resümee 284
5.5 Fazit zu Kapitel 5 287
6 Ergebnisse 291
6.1 ›Schicksal der Initiative‹ und ›historisches Urteil über die Gesellschaft‹ 291
6.2 Anwendung der gewonnenen Begriffe auf den Romankorpus 295
6.3 Genrefunktionen 306
6.4 Gemeinsame Stilmerkmale 309
7 Literaturverzeichnis 315