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Schwarze Komik

Narrative Sinnirritationen zwischen Märe und Schwank

Müller, Mareike von

Studien zur historischen Poetik, Bd. 24

2017

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Komik vermag als ästhetisches Phänomen die Sinnstrukturen literarischer Texte herauszufordern und sichtbar zu machen. Besonders deutlich wird dies in der spätmittelalterlichen Literatur, die sich über Gattungsgrenzen hinweg durch differenzierte Sinnspiele auszeichnet und dabei eine spezifische Form des Komischen hervorbringt: Schwarze Komik. Diese Komikform setzt an den axiologisch schwierigen Bereichen des Obszönen, der Gewalt und des Irrationalen an und zielt auf die kalkulierte Verdunkelung von Textsinn. Ein wesentliches Bestreben der Studie ist daher, dem Verhältnis von Narration, Komik und Sinnbildung auf den Grund zu gehen. Dabei zeigt sich, dass die ausgewählten Texte keineswegs von Chaos oder vollständiger Sinnlosigkeit zeugen. Ihre spezifische Pointenstruktur sowie das spannungsvolle Gegeneinander sinnstiftender und sinnirritierender Komponenten reflektieren vielmehr die basalen Voraussetzungen literarischer Sinnerzeugung selbst.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Cover C
Titel 3
Impressum 4
Danksagung 5
Inhalt 7
0 Vorbemerkung 11
1 Einleitung 13
1.1 Das Ungetüm 13
1.2 Problemstellung 22
1.3 Fragestellung 31
1.4 Methodik und Corpus 38
2 Begriffe und Techniken des Komischen 47
2.1 Grundsätzliches und Schwieriges 47
2.2 (Schwarzer) Humor und Komik 50
2.3 Das Lächerliche und das Komische 56
2.4 Kippende Tendenz und Sublimierung 62
2.5 Anästhetisierung durch repetitive Ästhetisierung 67
3 Schwarze Komik als Irritation von Sinn 79
3.1 Dunkelheit, Schwärze und ‚obscuritas‘ 79
3.2 Ambiguität und Unverständlichkeit 87
3.3 Literarischer Nonsens und die Motoren der Sinnirritation 94
3.4 Strukturelle Irritation: Das Ende der Geschichte und die Antipointe 103
4 Zusammenfassung 111
5 Schwarze Komik im Märe 113
5.1 Strategien poetischer Sinnirritation 113
5.2 Gewalt und Tod in Serie 117
5.2.1 Kontingenz und Tod 117
5.2.2 Revidierte Ereignishaftigkeit 133
5.2.3 Das Ende als Antipointe 140
5.2.4 Eine Grenzgängerin: ‚Die unschuldige Mörderin‘ 145
5.3 Diskursive Ratio und Dummheit 157
5.3.1 Kontingenz und Täuschung 157
5.3.2 Sprachspiel und schwarze Rhetorik 170
5.3.3 Revidierte Ereignishaftigkeit 178
5.3.4 Das Ende als Antipointe 182
5.4 Verselbstständigte Sexualität und Chaos 190
5.4.1 Kontingenz und Trieb 190
5.4.2 Anthropomorphisierung von ‚fut‘ und ‚zagel‘ 206
5.4.3 Das Ende als Antipointe 219
6 Schwarze Komik in Rätsel und Spruch 229
6.1 Dunkelheit und Witz im Kleinstformat 229
6.2 Kontingenz und Wissen 236
6.3 Das Unwahrscheinliche und das Unmögliche 242
6.4 Spielerische Assoziationen 247
6.5 Anthropomorphisierung und Verselbstständigung von ‚fut‘ und ‚zagel‘ 251
6.6 Priamel und Antipointe 255
7 Zwischenfazit 259
8 Schwarze Komik im Schwankbuch 261
8.1 Irritationen des satirischen Ernstes 261
8.2 Die Erzählinstanz und die Vermittlung des Erzählten 267
8.2.1 Kontingenz und Erzählen 267
8.2.2 Der Erzählrahmen im ‚Lalebuch‘ 271
8.2.3 Der Erzählrahmen im ‚Ulenspiegel‘ 279
8.3 Die Verunsicherungsstrategien der Erzählinstanz 281
8.3.1 Sinnirritation durch Unzuverlässigkeit 281
8.3.2 Die Verselbstständigung der Erzählerrede 288
8.4 Diskursive Ratio und Dummheit 292
8.4.1 Totale Logik und serielles Scheitern 292
8.4.2 Totaler Witz und serieller Erfolg 299
8.5 Das Spiel mit Sprache 305
8.5.1 Form und Inhalt, Digression und Wiederholung 305
8.5.2 Skatologische Komik und Sexualkomik 308
8.5.3 Konkretisierung von Metaphern und Sprichwörtern 316
8.6 Revidierte Ereignishaftigkeit 323
8.6.1 Der Tod im ‚Lalebuch‘ 323
8.6.2 Der Tod im ‚Ulenspiegel‘ 329
8.7 Das Ende 335
8.7.1 Von der Pointe zur Antipointe 335
8.7.2 Der pointenlose Untergang Laleburgs 340
Literaturverzeichnis 355
I Abkürzungsverzeichnis: Reihentitel, Zeitschriften und Lexika 355
II Textausgaben und Primärliteratur 356
III Forschungsliteratur 358
IV Wörterbücher und Internetquellen 381
V Abbildungen 381
Backcover 382