
BUCH
Von sich selbst erzählen
Historische Dimensionen des Ich-Erzählens
Herausgeber: Glauch, Sonja | Philipowski, Katharina
Studien zur historischen Poetik, Bd. 26
2018
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Bibliografische Daten
Abstract
Innerhalb der Mediävistik ist das volkssprachige Erzählen in der ersten Person bisher weder erzähltheoretisch noch in seinem Verhältnis zu Gattungstypen hinreichend aufgearbeitet. Dabei spielt diese Erzählhaltung literarhistorisch eine außerordentlich bedeutsame Rolle sowohl für die Entwicklung der Gattung des Romans in der Frühen Neuzeit als auch für die Entwicklung der Idee des fiktionalen Erzählers. Dieser Band hat das Ziel, das Spektrum der Texte zwischen Autobiographie und Historiographie, mystischen Offenbarungstexten und Traumallegorien, Minnesang und Minnerede sichtbar werden zu lassen. Die Beiträge des Sammelbandes befragen exemplarische Texte des 6. bis 15. Jahrhunderts im Hinblick auf Phänomene des Narrativen in lyrischen Texten, die Rolle, die dem Minnesang, auch als Gegenstand von Zyklusbildungen, bei der Literarisierung und Etablierung des Ich-Erzählens zukommt, Lizenzen und Restriktionen des Erzählens von sich selbst, die Profilierung von Autorrollen, die Funktion der Erzählperspektive für die Verbürgung und Geltungsbehauptung von Wissen und für die Darstellung von Erkenntnisprozessen, die wechselseitigen Abhängigkeiten von Erfahrung und Ich-Erzählen sowie die Problematik des Begriffs des Autobiographischen.
Inhaltsverzeichnis
Zwischenüberschrift | Seite | Aktion | Preis |
---|---|---|---|
Cover | C | ||
Titel | III | ||
Impressum | IV | ||
Inhalt | V | ||
I. Vormodernes Ich-Erzählen: Versuche des Überblicks | 1 | ||
SONJA GLAUCH / KATHARINA PHILIPOWSKI: Vorarbeiten zur Literaturgeschichte und Systematik vormodernen Ich-Erzählens | 1 | ||
EVA VON CONTZEN: Wer bin ›Ich‹ und wenn ja, wie viele? Narrative Inszenierungen des Ichs in England und Schottland | 63 | ||
II. Ich-Erzählen in lyrischen Texten | 99 | ||
MAXIMILIAN BENZ / CHRISTIAN KIENING: Die Zeit des Ichs. Experimentelle Temporalität bei Oswald von Wolkenstein | 99 | ||
HARTMUT BLEUMER: Das andere Ich. Autonarration und Metapher in der Lyrik Oswalds von Wolkenstein | 131 | ||
MANUEL BRAUN: »Anfänge bedingter Art«. Zur Entstehung der mittelhochdeutschen Ich-Erzählung aus der lyrischen Ich-Rede | 159 | ||
ALBRECHT HAUSMANN: Ich oder Erzählen. Möglichkeiten und Grenzen des Erzählens vom Ich im Minnesang bis Walther von der Vogelweide | 205 | ||
KATHARINA PHILIPOWSKI: Der Autor als Schwankheld: Vom Ich im Minnesang zum Ich im ›Neithart Fuchs‹ | 227 | ||
DIETMAR RIEGER: ‚L’autrier trobei la bergeira / que d’autra vez ai trobada.‘ Die Pastourelle der Trobadors als Ich-Erzählung | 263 | ||
III. Erzählen von Liebe | 277 | ||
BENT GEBERT: ‚Nel mezzo.‘ Zur Räumlichkeit der Ich-Stimme in Dantes ›Vita Nova‹ | 277 | ||
SONJA GLAUCH: Versuch über einen minnelyrischen Ursprung des Autobiographischen (Guillaume de Machaut, Dante, Ulrich von Liechtenstein) | 307 | ||
MICHAEL WALTENBERGER: Ich unterwegs. Zur Steigerung von Erfahrungshaftigkeit in der Minnerede ›Rat einer Jungfrau‹ (BOMO) | 343 | ||
IV. Ich-Erzählen in geistlichen Kontexten | 361 | ||
CAROLINE EMMELIUS: Das visionäre Ich. Ich-Stimmen in der Viten- und Offenbarungsliteratur zwischen Selbstthematisierung und Heterologie | 361 | ||
HARALD HAFERLAND: Das Ich auf Rasur. Visionen als autobiographische Episoden bei Hildegard von Bingen, Elisabeth von Schönau, Mechthild von Magdeburg und Gertrud von Helfta | 389 | ||
GERT HÜBNER: Ich-Historien. Gregor von Tours als Erzähler und Akteur | 465 | ||
CHRISTINE STRIDDE: ‚Mit also suessen ovgen sach es úns an.‘ Zeitlichkeit, Vergegenwärtigung und Ich-Stimme in Mechthilds von Magdeburg ›Fließendem Licht der Gottheit‹ | 487 | ||
Abkürzungen | 517 | ||
Register | 519 | ||
Backcover | 525 |