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Philologie als Literatur- und Rechtswissenschaft

Germanistik und Romanistik 1730–1870

Herausgeber: Lieb, Claudia | Strosetzki, Christoph

Beihefte zum Euphorion, Bd. 67

2013

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Als die Wissenschaftsgeschichte der modernen Philologie beginnt, gibt es an deutschen Universitäten noch keine etablierten Nationalphilologien wie die Germanistik und die Romanistik, sehr wohl aber ein wachsendes akademisches Interesse an literarischen Texten und an Rechtsquellen. Die Erforschung römisch-lateinischer und deutschsprachiger Rechtsquellen in ihren historischen Kontexten führt im 18. Jahrhundert zur Teilung des Fachs Jurisprudenz: Es spaltet sich in Romanistik und Germanistik. Rund ein Jahrhundert später differenzieren sich die gleichnamigen philologischen Fächer aus. Dass in Literatur- und Rechtswissenschaft die Fächer Germanistik und Romanistik entstehen, ist Folge einer bislang kaum beachteten interdisziplinären Beziehung. Der Band zeigt exemplarisch die intensive Forschung zum Zusammenhang von Literatur, Sprache und Recht an den Universitäten und Akademien des 18. und 19. Jahrhunderts. Er beleuchtet die vergessene Vorgeschichte der gegenwärtigen Law-and-Literature-Bewegung und bietet einen neuen Beitrag zur Fachgeschichte von Germanistik, Romanistik und Jurisprudenz.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhaltsverzeichnis 7
Einleitung 9
Konzepte und Ausführungen 13
ERIC ACHERMANN - Imputatio, impositio und die Verbindlichkeit von Zeichen 13
GERDA HASSLER - Volksgeist und Geschichtlichkeit in Sprache und Recht: 37
CHRISTIAN PIETSCH - August Boeckh und die methodische Grundlegung der Philologie als Leitwissenschaft des 19. Jahrhunderts 53
THOMAS WEITIN - Romantische Institution Urheberrecht 73
STEFAN WILLER - Philologie und Urheberrecht, 1837 bis 1867 93
Nachbarschaften und Ähnlichkeiten 109
DIETRICH BRIESEMEISTER - Die romanistische Beschäftigung mit Spanien und dem westgotischen Recht 109
CHRISTOPH STROSETZKI - Romanistik als Germanistik: Friedrich Schlegels und Ludwig Uhlands romantische Romania 127
CLAUDIA LIEB - Das Bestiarium als Rechtsquelle. Zur Rezeption des mittelniederdeutschen Versepos "Reynke de vos" 143
DENNIS BORGHARDT - Das Vorwort zum zweiten Band der "Anfangsgründe des deutschen Rechts, sowohl des alten als auch des heutigen" von Johann Gottlieb Heineccius. 165
KLAUS LUIG - Bemerkungen zu einer „gepflegten Rechtswissenschaft“ nach Johann Gottlieb Heineccius 181
JOACHIM RÜCKERT - Savigny und die Philologie seiner Zeit 185
SIGRID G. KÖHLER - Die Kunst des Vertrags. Adam Müllers Vermittlungstheorie zwischen Recht, Rhetorik und Ästhetik 205
KASPAR RENNER - Topik in Philologie und Jurisprudenz. Mit besonderem Blick auf Ernst Robert Curtius und Theodor Viehweg. 223
Grenzziehungen und Differnzen 247
HANS-PETER HAFERKAMP - Die Rezeption des römischen Rechts in Deutungen der Rechtswissenschaft des 19. Jahrhunderts 247
WALTER BRUNO BERG - Juristische Hermeneutik und literarischer Text. 259
CHRISTOPHER F. LAFERL - Die schöne Sprache des Rechts – Rui Barbosa und der Streit um den brasilianischen "Código Civil" 273