
BUCH
Ästhetik des Zufalls
Ordnungen des Unvorhersehbaren in Literatur und Theorie
Herausgeber: Pflaumbaum, Christoph | Rocks, Carolin | Schmitt, Christian | Tetzlaff, Stefan
Beihefte zum Euphorion, Bd. 78
2015
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Bibliografische Daten
Abstract
In der aktuellen ästhetischen Theoriebildung ist seit geraumer Zeit eine erstaunliche Konjunktur des Zufälligen zu verzeichnen. Auch die Künste scheinen einen kreativen Pakt mit dem Unvorhersehbaren geschlossen zu haben, während andererseits neue ‚Gegenmittel‘ in Stellung gebracht werden, um den unvorhersehbaren Einzelfall – etwa in rechtlichen oder statistischen Zusammenhängen – zu bannen. Der Sammelband geht dem spannungsvollen Verhältnis von Ästhetik und Zufall von der Antike bis zur Gegenwart nach, insbesondere im Hinblick auf literarische Texte. Dabei geraten nicht nur die Ordnungsversprechen in den Blick, die gegen den Zufall in Stellung gebracht werden, sondern auch jene Ordnungen, die der Zufall ermöglicht: Im Raum steht die Frage nach der wissensgenerierenden Funktion des Zufälligen. Im Gegensatz zu Wissenschaften, die ein Wissen vom Objekt ‚Zufall‘ entwickeln, vermag das Medium ‚Text‘ Strukturprinzipien des Zufälligen in ihrer wissensgenerierenden Funktion zu reflektieren.
Inhaltsverzeichnis
Zwischenüberschrift | Seite | Aktion | Preis |
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Inhaltsverzeichnis | 5 | ||
Paradigmen | 5 | ||
Ästhetik des Zufalls. Einleitung und Auswahlbibliographie | 7 | ||
Eva-Maria Jung: Leerstellen des Zufalls – Wissenschaftsphilosophische Überlegungen zum Zufälligen in den Naturwissenschaften und der Literatur | 29 | ||
Dennis Borghardt: Ens necessarium versus ens contingens. Strategien zur Bekämpfung des Zufalls in der frühneuzeitlichen Antikenrezeption und Ästhetik | 43 | ||
Fried rich Weltzien: Autopoiesis. Der intendierte Kontrollverlust in kreativen Prozessen | 59 | ||
Thomas Apolte: Der Zufall in der Wirtschaftstheorie | 77 | ||
Lektüren | 91 | ||
Sabine See lbach: Die Schwarzen Schwäne von Caerleon. Vom Umgang mit dem Ungewissen in mittelalterlichen Erzählungen | 91 | ||
Peter Schnyder: „What a lucky chapter of chances!“ Tristram Shandy, die Schweizer und das Problem der Namensgebung | 107 | ||
Sebastian Meixner: Die Notwendigkeit der Apostrophe. Metaleptische Strukturen in Johann Wolfgang Goethes. Die Leiden des jungen Werthers | 121 | ||
Carolin Rocks: Der dramatische ‚Finger des Ohngefährs‘. Oder: Die Verschwörung gegen den Zufall in Schillers Fiesko | 139 | ||
Michael Auer: (Ver)Fassungsfragen. Recht und Zufall in den Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten | 159 | ||
Sigrid G. Köhler & Florian Schmidt: Glück und Größe des Rechtsgefühls. Zur Ästhetik juridischen Handelns bei Kleist | 177 | ||
Stefan Tetzlaff: Zufall und Modell. Zur Differenz der sekundären modellbildenden Systeme Romantik und Realismus | 193 | ||
Christian Schmitt: Glücksschmiede. Kontingenz und Selbstbestimmung bei Adalbert Stifter und Gottfried Keller | 209 | ||
Antje Quast: Zufall, Anfang, Anfangen. Wie Moderne das Verhältnis von Zufälligkeit und Materialität reflektiert | 227 | ||
Matthias Schaffrick: Zufallstreffer. Einschluss und Ausschluss des Zufalls bei Ernst Jünger und Edlef Köppen | 237 | ||
Anja Gerigk: Das Glück der Kontingenz – Ethos vs. Erzählmechanik? | 257 | ||
Christoph Pflaumbaum: Zufälliges Überleben. Autobiographisches Erzählen im Schatten der Shoah (Klüger, Reich-Ranicki, Améry) | 271 | ||
Jan Söhlke: Fallgeschichten der Moral: Zum Verhältnis von Korruption und Kontingenz | 295 | ||
Annerose Kessler: Zufall als ‚Methode des Lebendigen‘. Décalcomanie, Farbspur und Naturerfindung bei Max Ernst und Gerhard Richter | 309 | ||
Gregor Herzfeld: Was Cage zufällt. Musik zwischen Prä- und Indetermination | 327 | ||
Martin Nies: „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ – Fragmentierte Ordnungen, vernetzte Welten: Zufall und Kausalität in Short Cuts-Narrationen der Gegenwart | 341 | ||
Juliane Blank: Schoko oder Vanille? Zur Rolle von zufälligen Leseentscheidungen im interaktiven (Web-)Comic | 359 | ||
Zu den Beiträgerinnen und Beiträgern | 377 |