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Mörike und sein Freundeskreis

Herausgeber: Potthast, Barbara | Rheinwald, Kristin | Till, Dietmar

Beihefte zum Euphorion, Bd. 81

2015

Zusätzliche Informationen

Bibliografische Daten

Abstract

Die Freundschaften Mörikes waren intensiv und dauerten in der Regel lebenslang; er suchte bei seinen Freunden, die zumeist selbst Dichter oder Schriftsteller waren, die Gemeinsamkeit des Denkens und Fühlens. Auffällig ist, dass fast alle Freunde Mörikes zur liberalen Oppositionsbewegung gehörten oder zumindest offen mit ihr sympathisierten; viele waren Burschenschaftler und einige wurden wegen ihrer revolutionären Gesinnung verfolgt und inhaftiert. Es wird heute nicht mehr bestritten, dass auch Mörike der liberalen Bewegung nahestand und die 48er-Revolution begrüßte. Davon zeugen Mörikes Gedichte und Erzählungen durch ihre dichten Verweise, Bildbezüge, Anspielungen und Wortspiele. Doch gleichzeitig ist seine Position auch durch tiefe Skepsis gegenüber der politischen Aktion und den eigenen politischen Wirkungsmöglichkeiten markiert. Der Band unternimmt den Versuch, Mörikes schwierigen Standort von den Freundschaften und dem Einfluss der Freunde her neu zu bestimmen.

Inhaltsverzeichnis

Zwischenüberschrift Seite Aktion Preis
Inhalt 5
BARBARA POTTHAST, KRISTIN RHEINWALD, DIETMAR TILL: Einführung 7
SIGURD PAUL SCHEICHL: Vi vi vicariat. Zum Stil Mörikes in Briefen an Freunde 13
BURKHARD MOENNIGHOFF: Ehrfurchtsvollst gewidmet; gebaichnet vom Verfasser. Zueignungen Eduard Mörikes 33
WOLFGANG BRAUNGART: Lyrik – Lebenswelt – Soziale Welt. Zu einem grundlegenden Zusammenhang in den Gelegenheitsgedichten Eduard Mörikes 47
JÜRGEN WERTHEIMER: » – Ja, die liebsten Freunde seh' ich Achselzuckend von mir weichen«: Entfreundungsstrategien in Mörikes Lyrik 63
JÜRGEN BROKOFF: Der Kreis als soziale Figuration und ästhetische Form. Anmerkungen zu einer literaturgeschichtlichen Reflexion bei Eduard Mörike 73
HELMUT J. SCHNEIDER: »Liebe Kunstverwandte«. Romantische Kunsterfahrung und musische Gemeinschaftsstiftung in Mörikes Erzählung Mozart auf der Reise nach Prag 89
CLAUDIA LIEBRAND: Fragmente einer Sprache der Freundschaft. Die Korrespondenz zwischen Mörike und Waiblinger 109
UIRICH GAIER: Orplid: Politische Satire bei Eduard Mörike und Ludwig Amandus Bauer 129
BARBARA POTTHAST: »aber wie ein Aal entwandest du dich wieder meinen Händen«. Ernst Friedrich Kauffmann und Eduard Mörike 159
MATHIAS MAYER: Selbsterschöpfung. Rudolf Lohbauer im Horizont Mörikes 179
MICHAEL PERRAUDIN: Mörike und seine »Bundesgenossen« der »Heineschen Schule«: Sensualismus, Materialismus und Blasphemie 191
ERNST ROHMER: Ideen, Ideale und Intrigen. Eduard Mörike und der Messianismus der Zeit 213
BETTINA WILD: »Er hatte keinerlei Sinn für religiöse und politische Befreiung, und doch liebte er ungestört die Kämpfer für diese Gebiete.« Berthold Auerbach und Eduard Mörike 231
PETER HUBER: Johannes Mährlen und sein Einfluss auf Eduard Mörike 251
MATTHIAS LUSERKE-JAQUI: »Heisa juchheisa dudeldumdei«. Über Gustav Schwabs Schiller 265
GÜNTER OESTERLE: Späte Freundschaft. Eduard Mörikes Bedeutung als »ästhetischer Gewissensrath« für jüngere Poeten des Nachmärz 281
KRISTIN RHEINWALD: Poesie versus Ökonomie: Mörike und seine Brüder 299